Auszubildende stellen „Krückes“ Grab auf dem St. Thomas-Friedhof wieder her

Pressemitteilung vom 18.04.2019

Auszubildende des Neuköllner Grünflächenamtes haben das Ehrengrab von Reinhold Habisch, genannt Krücke, saniert und in einen würdevollen Zustand versetzt. Das Ehrengrab des Landes Berlin auf dem St. Thomas-Friedhof an der Hermannstraße ist durch die Arbeiten wieder zu einer würdigen Gedenkstätte an den Mann geworden, der vor 130 Jahren geboren wurde.

Reinhold Habisch war ein echtes Berliner Original. 1889 geboren, verlor er im Alter von 16 Jahren ein Bein, als er auf rutschigem Boden unter eine Straßenbahn geriet. Der Traum von der Radsportlerkarriere war vorbei, nicht aber seine Begeisterung für den Radsport.

Habisch geriet zur schillerndsten Figur des Berliner Sechstagerennens. Sein legendärer vierfacher Pfiff prägte den Sportpalastwalzer und gab der Hymne des Sechstagerennens ihren Namen. Bis heute findet in Berlin im Gegensatz zu vielen anderen Städten das Sechstagerennen statt – und diesen populären Status hat es auch „Krücke“ zu verdanken, der wie kein anderer vom Heuboden im Sportpalast, den billigen Plätzen also, aus für Stimmung sorgte.

Habisch zählte viele Berliner Sportler zu seinen Freunden – darunter auch Max Schmeling, der ihn finanziell unterstützte. Habisch verstarb kurz vor seinem 75. Geburtstag und wurde 1964 auf dem St. Thomas Friedhof in Neukölln beigesetzt. Die Auszubildenden des Neuköllner Grünflächenamtes haben nun Habischs Grab saniert, neu bepflanzt und damit ein würdiges Gedenken an den Mann ermöglicht, dem Max Schmeling attestierte, „populärer als der Oberbürgermeister“ zu sein.

Insgesamt bildet das Neuköllner Grünflächenamt derzeit 15 junge Männer und Frauen zu Landschaftsgärtner*innen aus.