Sechs Persönlichkeiten erhalten Neuköllner Ehrennadel als Anerkennung ihres Engagements für den Bezirk

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Bild: BA Neukölln
Pressemitteilung vom 12.12.2017

Sechs Persönlichkeiten, die sich um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben, werden mit der Neuköllner Ehrennadel ausgezeichnet. Die Auszeichnungen empfangen in diesem Jahr Nader Khalil, Stefan Kupko, Katrin Lesser, Michael Lind, Peter Standfuß und Frank Zander. Bei der Ehrennadel handelt es sich um die höchste Ehrung des Bezirks Neukölln an seine Bürgerinnen und Bürger.

Das Bezirksamt knüpft damit an eine seit 33 Jahren gepflegte Tradition in Neukölln an. Seit 1984 wurden 166 Bürgerinnen und Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement für den Bezirk geehrt – sie alle sind im Rathausfoyer in der 2. Etage auf Messingtafeln verewigt. Unter den Preisträgern sind viele bekannte Namen wie der von Schauspielerin Uschi Glas, Filmemacherin Güner Balci und der Neuköllner Judoka und Olympionikin Laura Vargas Koch.

Die Verleihung erfolgt in feierlichem Rahmen durch Bezirksverordnetenvorsteher Lars Oeverdieck und Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey am

Samstag, 16. Dezember 2017 um 19 Uhr
auf Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin.

Vertreterinnen und Vertreter der Presse sind herzlich eingeladen, sich unter 030/ 90239-2305 für die Veranstaltung anzumelden.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey:

Für ihr verdienstvolles Wirken in Neukölln danke ich allen Trägerinnen und Trägern der Ehrennadel aufrichtig und herzlich. Sie füllen unsere Gesellschaft jeden Tag mit Leben, mit Menschlichkeit und Zuversicht. Ihren Einsatz, der sie persönlich Zeit und Kraft kostet, kann man gar nicht genug würdigen.

Nader Khalil engagiert sich seit vielen Jahren als Vermittler rund um die Belange der arabischen Community. Der ausgebildete Erzieher und Leiter des Deutsch-Arabischen Zentrums (DAZ) unterstützt bei Schulkonflikten, aber auch für das Jugendamt ist er ein Ansprechpartner zur Bewältigung innerfamiliärer Konflikte, bei problematischen Trennungs- und Scheidungsverfahren und bei Konflikten arabischer Familien im Sozialraum (Zwangsheirat, Gewalt in der Familie, Jugendstraffälligkeit). Früh hat Nader Khalil das DAZ für die Beratung von Flüchtlingen geöffnet und pflegt einen guten Kontakt zur Leitung der Berliner Ausländerbehörde. Nader Khalil berät das Bezirksamt und ist auch über die Berliner Landesgrenzen hinaus gefragt als Experte zum Aufbau von Strukturen unter Einbeziehung arabischstämmiger Initiativen und Vereine.

Stefan Kupko ist ehrenamtlicher Ornithologe in der AG Greifvogelschutz des Nabu Berlin und kümmert sich seit 1994 um brütende Turmfalkenpärchen unter anderem im Rathausturm Neukölln. Er untersucht und betreut die Jungvögel in den Wochen vom Schlüpfen bis sie flügge werden. Wie kaum ein anderer kennt Stefan Kupko die Turmfalken-Population der Hauptstadt. Es ist auch seinem Engagement zu verdanken, dass der Bestand in Berlin seit den 80er Jahren zugenommen hat. Er hat auch dafür gesorgt, dass im Rahmen des Artenschutzprogrammes künstliche Nisthilfen an öffentlichen, aber auch an privaten Gebäuden angebracht wurden. Daneben stellt Stefan Kupko sein Fachwissen dem Umweltamt zur Verfügung, wenn es zu Konflikten zwischen dem Artenschutz und der menschlichen Nutzung kommt.

Katrin Lesser verwirklichte sich gemeinsam mit Ben Buschfeld vor fünf Jahren einen Traum und eröffnete mit „TAUTES HEIM“ in der UNESCO-Welterbe Hufeisensiedlung ein einzigartiges bewohn- und mietbares Architekturmuseum der Moderne. Katrin Lesser hat als selbstständige Garten- und Landschaftsarchitektin zahlreiche Gartendenkmale in und um Berlin erforscht und restauriert sowie mehrere Neuanlagen realisiert. Für ihr Engagement im Allgemeinen sowie die Idee und Umsetzung des TAUTEN HEIMES im Speziellen erhielten sie den Berliner Denkmalpreis, die “Ferdinand-von-Quast-Medaille” sowie den “European Prize for Cultural Heritage / Europa Nostra Award 2013”.

Michael Lind engagiert sich als Geschäftsführer des Supermarktes „nahkauf“ am Kiehlufer 75 seit fast vier Jahren für die Hans-Fallada-Schule und mit Übernahme des REWE-Marktes in der Thiemannstraße 9-11 auch für die Eduard-Mörike-Schule. So beteiligt er sich bei allen schulischen Aktivitäten und Festen finanziell und aktiv mit der Bereitstellung von Grills und Bierzeltgarnituren, Hüpfburg sowie großzügigen Naturalienspenden. Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit gegeben, ein berufsorientiertes Praktikum in seinen Supermarktfilialen zu absolvieren. Mit seinen jährlichen Spenden konnten u.a. Klassenreisenzuschüsse und Anschaffungen für die Schulbücherei realisiert werden. Unter zahlreichen Unternehmen, die sich für Flüchtlinge engagieren, wurde der Berliner nahkauf-Händler Michael Lind mit dem renommierten Kreativpreis 2016 ausgezeichnet.

Peter Standfuß hat seine ganze Kindheit in der Kolonie „Kleingärten am Buschkrug“ verbracht, seit dem 17. März 2007 ist er ihr 1. Vorstand und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen überaus aktiv für seine Kolonie. Es ist ihm gemeinsam mit den Pächtern gelungen, eine wunderschöne, in vielfacher Hinsicht vorbildliche Kolonie zu gestalten, in der ein friedliches Zusammenleben und respektvolles Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und Generationen möglich ist. Peter Standfuß hat eine besondere Gabe, die Koloniebewohner für unterschiedlichste Projekte zu begeistern und zur Mitarbeit und Mitgestaltung zu motivieren und dadurch die Koloniegemeinschaft zu stärken.

Frank Zander organisiert gemeinsam mit seiner Familie und Freunden seit 1995 eine Weihnachtsfeier für Obdachlose und arme Menschen in Berlin. Neben dem traditionellen Gänseessen mit Live-Musik und prominenter Bewirtung werden hier auch Sachspenden wie Kleidung, Schlafsäcke und Gebrauchsgegenstände verteilt. Mittlerweile hat die jährliche Feier durchschnittlich 3.000 Gäste. Trotz dieser Dimension versucht Organisator Frank Zander den Charme einer innigen Familienfeier mit Herzenswärme beizubehalten. Er kennt keine Berührungsängste, begrüßt die Teilnehmenden persönlich im Eingangsbereich. Frank Zander bietet den ärmsten Berlinerinnen und Berlinern einen warmen und herzlichen Abend und vermittelt ihnen das Gefühl, dass sie nicht vergessen sind.