Personalnot in Gesundheitsämtern - Neuköllner Stadtrat fordert bessere Vergütung

Pressemitteilung vom 25.10.2017

Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke fordert vom Senat eine bessere Bezahlung der Fachkräfte im öffentlichen Gesundheitsdienst. Die am 24. Oktober angekündigte Aufstockung der Stellen in den Bezirken sei zwar zu begrüßen und lange überfällig. Nun müssten die Bezirke aber auch in die Lage versetzt werden, die offenen Stellen zu besetzen.

Liecke fordert eine deutliche Aufstockung der Einkommen von Ärzten in Gesundheitsämtern: „Nur so können wir die freien Stellen besetzen. Denn wir konkurrieren mit Krankenhäusern um gutes Personal. In Hamburg erhalten Ärzte einen Zuschlag – warum soll das nicht auch in Berlin funktionieren?“

In Hamburg wurde zur Deckung des Bedarfs an ärztlichem Fachpersonal im öffentlichen Gesundheitsdienst eine Angleichung der Vergütung an das Tarifsystem für angestellte Ärzte in kommunalen Krankenhäusern vorgenommen. In Berlin erhalten Fachärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst bis zu 1.500 Euro pro Monat weniger als ihre Kollegen in Kliniken.

Die bessere Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst, der neben der ambulanten und der stationären Versorgung die dritte Säule im deutschen Gesundheitssystem darstellt, ist auch wegen der demographischen Entwicklung wichtig. Denn bis 2024 wird fast jeder dritte Beschäftigte im öffentlichen Dienst in den Ruhestand gehen. Den Bereich Gesundheit trifft dies besonders hart: 37% aller Beschäftigten werden ihren Dienst bis 2024 beenden. Über 1.300 Stellen müssen bis dahin neu besetzt werden. Schon jetzt fällt es vielen Bezirken schwer, Nachfolger für Amtsärzte zu finden.