Einschulungsuntersuchungen 2016: Zunehmend bessere Ergebnisse bei Neuköllner Kindern

Pressemitteilung vom 24.10.2017

Schulkinder im Bezirk Neukölln zeigen immer weniger Sprachprobleme, motorische Auffälligkeiten, Übergewicht und schlechte Zähne. Zudem gehen die Kinder vor ihrer Einschulung länger zur Kita als noch in den letzten Jahren und besuchen immer regelmäßiger die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. Das sind die positiven Ergebnisse der jetzt ausgewerteten Einschulungsuntersuchungen aus dem Jahr 2016.

Trotz der anhaltenden Verbesserungen schneiden die Kinder in Neukölln jedoch immer noch schlechter ab als ihre Altersgenossen in anderen Bezirken. So haben 42% der Kinder Sprachdefizite (2013: 47,7%) und 12,9% der Kinder haben Übergewicht (2013: 16,1%). 23,9% der Neuköllner Erstklässler zeigen Auffälligkeiten in der Hand-Auge-Koordination (2013: 27,0%) und 18,5% haben behandlungsbedürftige Zähne (2013: 22,5%). Auffällig ist zudem, dass die Eltern vergleichsweise häufig keine Nachweise über Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen vorlegen können.

Jugend- und Gesundheitsstadtrat Falko Liecke begrüßt die anhaltend gute Entwicklung, weist aber auch auf die noch großen Herausforderungen hin:

„Die deutlichen Verbesserungen in den wichtigen Kernindikatoren der kindlichen Entwicklung ist ein Ansporn für uns. Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, den Trend umzukehren und mehr Kindern ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen.

Neukölln bleibt aber der Bezirk mit der ungünstigsten sozialen Mischung, dem höchsten Anteil an Eltern ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse und einem hohen Anteil von Kindern aus Familien mit Migrationsgeschichte. Diese Risikofaktoren für die kindliche Entwicklung zeigen sich vor allem im Norden unseres Neuköllns.“

Besonders die Bezirksregionen nördlich des S-Bahn-Ringes sowie die Gropiusstadt sind nach wie vor von erheblichen Defiziten in der Entwicklung der Kinder geprägt. Die einzige Bezirksregion, die in fast allen Bereichen sogar über dem Berliner Durchschnitt liegt, ist Rudow.

Dass dennoch eine positive Entwicklung im gesamten Bezirk zu verzeichnen ist, könnte im Wesentlichen auf die längere Kitabesuchsdauer zurückzuführen sein. Denn gerade für Kinder aus risikobelasteten Familienverhältnissen ist der Besuch einer Kita die beste Chance auf eine gute und gesunde Entwicklung.

Die Auswertung der Einschulungsuntersuchung 2016 sowie alle bisher erschienenen Berichte sind abrufbar unter: http://t1p.de/hgzo