Wiederbeisetzung von Johann Liberda in Neukölln

Pressemitteilung vom 08.08.2017

Anlässlich seines 275. Todestages am 9. August 2017 findet auf dem Böhmischen Gottesacker in Neukölln die Wiederbeisetzung von Johann Liberda statt. Die Gedenktafel zu Ehren des Seelsorgers wird vom Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, Tomáš Jan Podivínský enthüllt.

Die Gedenkveranstaltung beginnt mit einer Andacht um 11:00 Uhr im Saal der Evangelisch-reformierten Bethlehemsgemeinde (Richardstr. 97), setzt sich fort mit musikalischen Beiträgen vor dem Saal der Evangelischen Brüdergemeinde (Kirchgasse 14–17) wie auch vor der Bethlehemskirche der Evangeliᆳschen Kirchengemeinde Rixdorf (Richardplatz 22) und endet um ca. 12:15 Uhr mit der Wiederbeiᆳsetzung auf dem Böhmischen Gottesacker.

Falko Liecke, stellvertretender Bezirksbürgermeister von Neukölln, würdigt die Leistungen des Geistlichen: „Der Hussitenkelch im Wappen unseres Bezirks steht für die böhmischen Glaubensflüchtlinge, die hier Aufnahme gefunden und unseren Bezirk geprägt haben. Es ist eine gute Geste zur Bewahrung des Berliner Erbes tschechischer Kultur, dass Liberda nun in unserem Neukölln wiederbeigesetzt wird.“

Johann Liberda war Seelsorger böhmischer Glaubensflüchtlinge und konnte am 31. August 1732 auf einer Audienz bei König Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung von Exulanten in Berlin bewirken. Laut Totenbuch der Böhmisch-lutherischen Gemeinde wurde Liberda unter dem Altar der Bethlehemskirche in Mitte beigesetzt. Im Zuge archäologischer Grabungsarbeiten wurden seine Überreste dort am 19. April 1994 sichergestellt und Manfred Motel, dem Vorsitzenden des Förderkreises Böhmisches Dorf in Berlin-Neukölln e.V., übergeben.

Der Böhmische Gottesacker wird mit seiner Wiederbeisetzung – und mit dem aufzustellenden Gedenkstein – einmal mehr als Ort der tschechischen Geschichte in Berlin sichtᆳbar sein.

Mehr Informationen zur Geschichte des Böhmischen Dorfes gibt es hier.