Ärztemangel in Berlin: Studie zur ambulanten ärztlichen Versorgung veröffentlicht

Grafik Rathäuser Neukölln und Lichtenberg
Bild: BA Neukölln/Lichtenberg
Pressemitteilung vom 19.06.2017

Die Bezirke Lichtenberg und Neukölln legen erstmals eine umfassende Studie zur ambulanten ärztlichen Versorgung vor. Die Bezirke wollen dadurch eine Diskussion über die mangelhafte Versorgung mit Ärzten anstoßen. Begleitet wird die Studie von einem gemeinsamen Forderungskatalog, der 12 konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Berlin bereithält.

Ausgangspunkt der Studie war der Wunsch, erstmals aktuelle und überprüfbare Fakten zur Versorgungslage zu erstellen. Bisher basiert die Bedarfsberechnung auf veralteten Daten.

Katrin Framke, Gesundheitsstadträtin aus Lichtenberg will in Zukunft mitreden, wenn es um die medizinische Versorgung in ihrem Bezirk geht: „Die Bezirke wissen am besten, wo die Ärzte fehlen. Sie werden bisher aber überhaupt nicht beteiligt, wenn es um die Verteilung von Arztsitzen geht. Ich möchte daher direkt mit der Kassenärztlichen Vereinigung sprechen und die Bedarfsplanung mitgestalten.“

Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke legt besonderen Wert auf den größeren Einfluss der Bezirke in der medizinischen Versorgung vor Ort: „Mit einem medizinischen Versorgungszentrum in kommunaler Trägerschaft könnten die Bezirke die medizinische Versorgung besser steuern. Wir sind dann erstmalig in der Lage auf den Bedarf im Bezirk zu reagieren. Ich denke da vor allem an Kinderärzte, die in unserem Neukölln an allen Ecken und Ende fehlen.“

Die Studie zur ambulanten Ärzteversorgung wurde von den Bezirken Lichtenberg und Neukölln in Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus Elisabeth Herzberge und dem Sana Klinikum Lichtenberg beauftragt. Erstellt wurde die Studie durch das unabhängige Forschungs- und Beratungsinstitut IGES. Die Studie ist unter https://goo.gl/LrFvvB zum Download erhältlich.