Ramadan und Schule: Bezirksamt gibt Neuköllner Empfehlung heraus, wie religiöse und schulische Pflichten besser miteinander vereinbart werden können

Titel Ramadan und Schule
Handreichung für Schüler, Lehrer, Eltern und Moscheen: Die Neuköllner Empfehlung "Ramadan und Schule" Bild: BA Neukölln
Pressemitteilung vom 29.05.2017

Heute ist der erste Schultag im diesjährigen muslimischen Fastenmonat Ramadan und für viele der 29.000 Neuköllner Schülerinnen und Schüler ist es nicht leicht, ihre schulischen und ihre religiösen Pflichten zu vereinbaren. Während des Ramadan gibt es im Schulbetrieb immer wieder Spannungen, wenn Kinder und Jugendliche fasten. Sie können dann oft nicht mehr aufmerksam dem Unterricht folgen, an den Sportstunden teilnehmen oder in den Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss oder im Abitur ihr Bestes geben.

Deshalb haben das Bezirksamt und die Schulaufsicht Neukölln schon vor Wochen zum Runden Tisch ins Rathaus geladen, um gemeinsam mit Neuköllner Vereinen, Schulvertretern und Moscheen eine Empfehlung für den Umgang mit dieser Problematik zu erarbeiten.

Die nun veröffentlichte Handreichung für Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler enthält 12 Hinweise, wie religiöse und schulische Pflichten im Ramadan miteinander in Einklang gebracht werden können. Die Handreichung wird an Schulen, Lehrer, Eltern und Schüler und auch in Moscheen verteilt.

Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey:

Es geht darum, dass alle unsere Kinder in den Schulen gut lernen können. Das muss auch im Fastenmonat möglich sein. Wenn das Fasten im Ramadan dazu führt, dass es Kindern in der Schule nicht gut geht, sie nicht am Sportunterricht teilnehmen und in Prüfungen schlecht abschneiden, ist das ein Problem.
Wir haben zusammen mit Moscheen, Schulen und Vereinen intensiv besprochen, wie wir Kinder und Jugendliche im Fastenmonat unterstützen können, sodass ihr Schulerfolg nicht leidet. Das Ergebnis ist ein Minimalkonsens, für den ich mir noch mehr Unterstützer – auch in den Neuköllner Moscheen – wünsche.

Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer:

Diese Neuköllner Leitsätze sind unser gemeinsamer Versuch, in der Zeit des Ramadans allen Beteiligten mehr Sicherheit zu geben. Mehr Sicherheit im gegenseitigen respektvollen Umgang, mehr Sicherheit, was in dieser Zeit trotzdem möglich ist und mehr Sicherheit darin, dass Schule und Ramadan gleichzeitig funktionieren können.

Unterstützerinnen und Unterstützer der Neuköllner Empfehlung:

  • Dr. Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin von Neukölln
  • Jan-Christopher Rämer, Bezirksstadtrat für Bildung, Schule, Kultur und Sport in Neukölln
  • Al-Dar e.V.
  • Al-Huleh e.V.
  • Arabisches Kulturinstitut AKI e.V.
  • Aufbruch Neukölln e.V.
  • DAZ-Deutsch Arabisches Zentrum
  • Erziehung- und Familienberatung Neukölln, AWO Berlin Kreisverband Südost e.V.
  • MaDonna Mädchenkult.Ur e.V.
  • Moschee „Dar as Salam“
  • Moschee Hamidiye, Kulturverein zur Integration und Bildung am Hermannplatz e.V. (seit 31.5.2017)
  • Moschee IKEZ-Islamisches Kultur- und Erziehungszentrum e.V.
  • Neuköllner Begegnungsstätte e.V.
  • Otto-Hahn-Oberschule
  • Pflegestützpunkt Neukölln, Humanistischer Verband Berlin-Brandenburg e.V.
  • Schule am Teltowkanal
  • Stadtteilmütter Neukölln
  • Theologenverein Berlin e.V.

Ramadan und Schule - Neuköllner Empfehlung

PDF-Dokument (1.2 MB) - Stand: 2.6.2017