Bezirkliches Modellprojekt zur Wassergewöhnung erfolgreich - Nichtschwimmerquote in Neukölln innerhalb von 2 Jahren von 40 % auf 25 % verringert

Pressemitteilung vom 15.09.2016

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Neuköllner Schwimmbär 2016
Bezirkliches Modellprojekt zur Wassergewöhnung erfolgreich – Nichtschwimmerquote in Neukölln innerhalb von 2 Jahren von 40 % auf 25 % verringert

Alarmiert durch die im Jahr 2014 veröffentlichten Berichte über die schlechte Schwimmfähigkeit der Neuköllner Schülerinnen und Schüler am Ende der dritten Klasse (2012/13 betrug die durchschnittliche Nichtschwimmerquote 40 Prozent), startete das Bezirksamt Neukölln unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey im Schuljahr 2014/2015 das Wassergewöhnungsprojekt „Neuköllner Schwimmbär“.

Diesem einzigartigen Neuköllner Modell liegt die Erkenntnis zugrunde, dass vielen Kindern vor der dritten Klasse die Wassererfahrung im Freibad oder See fehlt. Dieses Manko behindert später ihr angstfreies Schwimmenlernen in der dritten Klasse und führt dann nicht zum gewünschten Resultat der Schwimmfähigkeit. Die Erkenntnis: Um die Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können, langfristig zu senken, muss die Wassergewöhnung früher einsetzen.

Durch den „Neuköllner Schwimmbären“ überwanden im Schuljahr 2014/2015 ca. 500 Mädchen und Jungen der zweiten Klasse aus 11 teilnehmenden Neuköllner Grundschulen ihre Wasserangst und im Schuljahr 2015/16 waren dies bereits 731 Zweitklässler*innen aus 14 teilnehmenden Schulen.

Im ersten Projektjahr wurden vornehmlich Schulen ausgesucht, deren Nichtschwimmerquote mit über 50 % über dem Neuköllner Durchschnitt lag.

Die erste positive Bilanz des „Neuköllner Schwimmbären“ wird jetzt nach dem Ende der Schuljahres 2015/16 und der Evaluation zur Schwimmfähigkeit der Neuköllner Drittklässler durch die Vorlage einer statistischen Erhebung des Neuköllner Schulsportleiters bestätigt und ist mit konkreten Zahlen untersetzt.

Die Neuköllner Nichtschwimmerquote verringerte sich zum Ende des Schuljahres 2014/2015 auf ein Drittel aller Kinder (33,9 %) und zum Schuljahr 2015/16 bereits auf unter 25 %, exakt 24,4 Prozent der Drittklässler blieben dagegen noch immer Nichtschwimmer.

Zu diesem Ergebnis trug die Projektteilnahme am „Neuköllner Schwimmbär“ ganz wesentlich bei. Die Schulen, die am Wassergewöhnungsprojekt der Zweitklässler im Schuljahr 2014/15 teilgenommen hatten, konnten ihre über
50%ige Nichtschwimmerquote am Ende des

Schuljahres 2015/16 auf 28% verringern. Dies entspricht einer Verbesserung aller „Schwimmbärschulen“ um 45 % gegenüber dem Vorjahr 2014/15.

Alle anderen Neuköllner Schulen ohne Beteiligung am Schwimmbär-Projekt senkten die Nichtschwimmerquote ebenfalls von 25,8% (2014/15) auf nun 22,9% ( 2015-16), was einer Verbesserung um 11% entspricht.

Das Projekt „Neuköllner Schwimmbär“ ist ein drei- bzw. fünftägiges Kursangebot innerhalb einer Projektwoche am Ende der 2. Klasse zur Wassergewöhnung und zum Angstabbau vor dem Wasser. Jede Klasse wird von vier zertifizierten Schwimmtrainer*innen betreut. Die Kinder lernen Grundfähigkeiten wie Atmen, Schwimmen, Gleiten und Tauchen. Die Trainer*innen sind während des gesamten Unterrichts mit ihnen zusammen im Wasser.

Finanziert werden die Trainingseinheiten, die Wassernutzungszeiten in den Berliner Bäder Betrieben, die Sachmittelausstattung und die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt „Neuköllner Schwimmbär“ aus dem Bonusprogramm für Schulen in schwieriger Lage des Landes Berlin, die Leffers Sportstiftung, die Sky-Stiftung, STADT UND LAND, die degewo sowie weitere private Spender und Sponsoren.