Neue Studie veröffentlicht - Jugendgewalt ernstes Problem im Bezirk

Pressemitteilung vom 23.12.2015

Bei der Inanspruchnahme von Präventionsprogrammen an Schulen liegt Neukölln berlinweit vorne. Trotzdem ist die Gewalt an Neuköllner Schulen weiterhin problematisch. Hauptursache von Jugendgewalt ist der soziale Status im Kiez. Zu diesen Ergebnissen kommt das Berliner Monitoring Gewaltprävention im Bericht 2015.

An 70 Prozent aller Neuköllner Schulen gibt es Kooperationsverträge mit der Polizei und 2013 haben insgesamt 210 polizeiliche Präventionsveranstaltungen stattgefunden. An 55 Prozent der Schulen gibt es Jugendsozialarbeit und an knapp 30 Prozent gibt es eine Schulstation. Bei fünf von neun erhobenen Präventionsmaßnahmen ist Neukölln im berlinweiten Vergleich auf dem ersten oder zweiten Platz.
Aufgrund der vielen erfolgreichen Präventionsmaßnahmen kommt es in Neukölln zu weniger Gewalt, als anhand der problematischen Sozialstruktur in manchen Bezirksregionen zu vermuten wäre. Trotzdem liegt Neukölln mit 330 schulischen Gewaltmeldungen und einem Anstieg von 36 Prozent vor allen anderen Bezirken. 17 Prozent aller schulischen Gewaltmeldungen in Berlin kommen aus Neukölln.

Jugendstadtrat Falko Liecke erklärt dazu: „Die Belastung durch Jugendgewalt in Neukölln ist in manchen Bezirksregionen weiterhin sehr hoch. Hauptursache von Jugendgewalt ist und bleibt die schwache Sozialstruktur in Teilen Neuköllns. Neben den vielen guten Präventionsprogrammen der Jugendsozialarbeit müssen aber insbesondere an Schulen auch spürbare Konsequenzen her. Es kann nicht sein, dass ein großer Teil von Tätern und Opfern an unseren Schulen den Eindruck haben, Gewalt würde keine Konsequenzen haben.
Zusätzlich brauchen wir Konzepte zum Umgang mit religiösen und ethnischen Konflikten, die immer wieder zu bemerken sind.“

Hintergrund:
  • Die Jugendgewalt in Berlin ist insgesamt rückläufig.
  • Jugendgewalt und Schuldistanz stehen in engem Zusammenhang mit der sozialen Lage im Gebiet. Das bedeutet, dass in Gebieten, die einen schlechten Statusindex haben, auch mit einer Zunahme der Jugendgewalt zu rechnen ist. In Gebieten mit höherem sozialem Status ist auch die Jugendgewalt geringer.
  • Das Gewaltaufkommen in Neukölln ist gemessen an der sozialen Struktur in vielen Bezirksregionen unterdurchschnittlich. Dies ist auch auf die Vielzahl von Präventionsangeboten im Bezirk zurück zu führen.
  • Insbesondere Peer-Ansätze bei der Prävention wirken. Wichtig sind zudem eine gute Vernetzung der Akteure und unmittelbare Konsequenzen auf die Straftat.
  • Weitere Informationen erhalten Sie unter (Prävention in Neukölln ab Seite 110):
    http://www.jugendgewaltpraevention.de/sites/default/files/BFG%2056-Berliner%20Monitoring%20Jugendgewaltdelinquenz-Zweiter%20Bericht%202015.pdf