Jugendgewalt in Berlin geht insgesamt zurück - Gewalt an Neuköllner Schulen weiter besorgniserregend

Pressemitteilung vom 17.11.2015

Die Jugendgewalt in Berlin geht insgesamt zurück. Auch in Neukölln gibt es in einigen Regionen positive Tendenzen. Gleichzeitig ist die Gewalt an Neuköllner Schulen weiterhin hoch. Jugendstadtrat Falko Liecke will daher mehr für Prävention und Intervention bei Kinder- und Jugendkriminalität tun.

Zwar liegt Neukölln nach den Ergebnissen des „Berliner Monitoring Jugendgewaltdelinquenz“ bei der Anzahl von Gewaltmeldungen insgesamt nur an fünfter Stelle aller Berliner Bezirke. Die Gesamtbetrachtung des Bezirkes täuscht allerdings. Während Buckow als einer der sichersten Regionen in Berlin gilt, sind im Norden fast alle Regionen durch eine erhöhte Gewaltbelastung gekennzeichnet. Auch die Gropiusstadt weist eine hohe Belastung mit Jugendgewalt auf.

Gleichzeitig ist die Jugendgewalt an Neuköllner Schulen stark angestiegen. Während 2012 noch 244 Gewaltmeldungen an Schulen eingegangen sind, waren es 2013 schon 330 – das ist ein Anstieg um 36 Prozent.

Der generelle Rückgang von Jugendgewalt ist zwar erfreulich, die Probleme mit jugendlichen Intensivtätern sind davon jedoch nicht betroffen, so Jugendstadtrat Falko Liecke. Er wird 2016 ein neues Konzept zur Prävention und Intervention bei Kinder- und Jugendkriminalität präsentieren: „Das Neuköllner Handlungskonzept richtet sich insbesondere an jugendliche Mehrfach- und Intensivtäter. In Neukölln haben wir davon mehr als jeder andere Bezirk. Wir werden deutlich machen, dass alle Akteure zusammenarbeiten und wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Jugendamt, Polizei, Schule, Staatsanwaltschaft, Gericht und Ausländerbehörde sind mit an Bord. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Schulbereich werden wir intensivieren. Damit machen wir deutlich, dass Kriminalität nicht hingenommen wird und dass Integration nicht verhandelbar ist.“

Ursache für Jugendgewalt ist laut Monitoring häufig ein geringer sozialer Status, der für jede Bezirksregion an dem Anteil von Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit, Transferleistungsbezug in der Familie und Migrationshintergrund gemessen wird.