VERLEIHUNG DER NEUKÖLLNER EHRENNADEL

Pressemitteilung vom 13.12.2012

Am Sonnabend, dem 15. Dezember 2012, findet um 19.00 Uhr auf Schloss Britz, Alt-Britz 73, die Verleihung der Neuköllner Ehrennadel durch Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin und Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky statt. Bei der Neuköllner Ehrennadel handelt es sich um die höchste Auszeichnung des Bezirks an Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben.

Die Auszeichnung wird nur an Bürger außerhalb des politischen Bereichs verliehen.

Wegen besonderer Verdienste um den Bezirk Neukölln werden im Rahmen einer kleinen Feierstunde Beate Hauke, Christian Korb, Lam-Thanh Ly, Peter Renkl, Brigitte Merten und Soran Ahmed geehrt.

Sie haben in den vergangenen Jahren vorbildliches Engagement gezeigt bzw. ihre Fähigkeiten und Kompetenzen anderen zur Verfügung gestellt und so die Gemeinschaft gestärkt.

Beate Hauke
Frau Hauke setzt sich als verantwortungsbewusste Hauseigentümerin schon seit vielen Jahren mit Ausdauer und Hartnäckigkeit für eine Wohnumfeldverbesserung ihrer Mieter im Schillerkiez ein. Sie besitzt ein außerordentliches Talent, Menschen zur aktiven Mithilfe zu mobilisieren. Sie beteiligt sich an der Pflege der Baumscheiben in der Schillerpromenade, initiiert Sperrmüll- und Straßenreinigungsaktionen und nimmt dabei auch stets selbst den Feger in die Hand. Außerdem hat sie den Hinterlassenschaften von Hund und Halter den Kampf angesagt. Sie ist Gründerin des Vereins „Pro Schillerkiez“, Gründungsstifterin der Bürgerstiftung Neukölln und war lange Zeit auch Quartiersratmitglied. Auf ihre Initiative hin gelang die Wiederbelebung des Schillermarktes. Als „Markt der Vielfalt“ wurde er von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der IHK Berlin prämiert und im Mai 2009 mit 144 Marktständen eröffnet. Heute hat sich hier ein kleiner, familiärer Markt etabliert. Über Ihren Beate-Hauke-Blog informiert sie über Veranstaltungstipps für und aus Neukölln.

Christian Korb
Herr Korb ist bereits seit 29 Jahren beim Arbeiter-Samariter-Bund tätig und man kann bald sagen, dass ihm das Ehrenamt mit in die Wiege gelegt wurde. Bereits im frühesten Kindesalter hat er seine Eltern bei ihren ASB-Einsätzen begleitet und als kleiner Knirps beispielsweise bei Großveranstaltungen mit großer Freude am Feldkochherd den Kochlöffel geschwungen. Später hat Herr Korb sein Ehrenamt von der Pieke auf an gelernt. Er war viele Jahre Helfer beim Katastrophenschutz, Rettungssanitäter, Mentor, Ausbilder und Prüfer. Er beteiligte sich an zahlreichen Rückholtransporten von erkrankten oder verunglückten Urlaubern aus dem Ausland. Herr Korb ist auch maßgeblich an der Entwicklung des neusten Projektes in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Arabischen-Zentrum beteiligt. Das interkulturelle Projekt “SAM IN“ soll jungen Menschen mit Migrationshintergrund die Scheu vor „Erster Hilfe“ am Menschen nehmen und gleichzeitig ein gegenseitiges Interesse füreinander wecken. Herr Korb, mittlerweile erster Vorsitzender vom ASB-Regionalverband Süd e.V., ist stets zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Sein Leitsatz lautet: „Helfen ist Ehrensache, hier und jetzt“.

Lam-Thanh Ly
Frau Ly gehört zu den 8 besonderen Neuköllner Abiturienten, die ihre Prüfungen in diesem Jahr mit der Traumnote 1,0 bestanden haben. 8 weitere Neuköllner Schülerinnen und Schüler haben immerhin ihr Abitur mit 1,1 absolviert. Frau Ly erhält in diesem Jahr stellvertretend für diese 16 Superschüler die Neuköllner Ehrennadel. Der Bezirk möchte damit symbolisch die Bedeutung für gute Bildung als Voraussetzung für einen erfolgreichen beruflichen Lebensweg hervorheben. Die jungen Menschen in Neukölln sollen dadurch ermutigt werden, das angebotene Bildungspotential auszuschöpfen, um sich ihre persönliche Lebens- und Berufsplanung verwirklichen zu können. Die Spitzenabiturientin vom Neuköllner Albert-Einstein-Gymnasium studiert inzwischen im 1. Semester Humanmedizin. Ihrer Leidenschaft für Mathematik und Informatik möchte Lam-Thanh Ly im Übrigen in ihrer Freizeit weiter nachgehen. Hut ab für so viel Ehrgeiz. Mit ihrer außerordentlichen schulischen Leistung beweist sie, dass man mit Ehrgeiz, Fleiß und Zielstrebigkeit sehr viel erreichen kann. Sie ist deshalb ein wichtiges Vorbild für die Neuköllner Jugend.

Peter Renkl
Herr Renkl ist als ausgebildeter Musiktherapeut hauptberuflich bei der Tiele-Winckler-Haus GmbH tätig und betreut im Haus Erntekranz geistig und mehrfach behinderte Menschen. Herr Renkl setzt sich aber nicht nur beruflich, sondern auch in seiner Freizeit für die Förderung benachteiligter Menschen ein. So ist er bereits seit über 20 Jahren Mitglied der Elterninitiative behinderter Kinder Berlin-Neukölln e.V. und leitet dort mit voller Hingabe und Ideenreichtum die integrative Musikgruppe, in der Orff-Instrumente wie Xylophone, Glockenspiele, Klangstäbe, Bassstäbe, Pauken, Perkussioninstrumente, aber auch Gitarre und Kontrabass zum Einsatz kommen. Jeder Spieler hat einen Betreuer an der Seite, der ihn unterstützt. 1 bis 2mal im Jahr werden die erarbeiteten Musikstücke in einem öffentlichen Konzert präsentiert. Das gibt den behinderten Kindern ein großes Maß an Selbstbewusstsein und eine Vielfalt an sprachunabhängigen Kommunikationsmöglichkeiten. Musik kennt keine Behinderung. Herrn Renkl ist es deshalb besonders wichtig, den Menschen dort abzuholen, wo er gerade steht und das größtmögliche Potential aus jedem Einzelnen herauszulocken. Seine Engelsgeduld und sein langjähriges uneigennütziges Engagement scheinen dabei keine Grenzen zu kennen. Er hat offensichtlich ein sehr großes Herz für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Brigitte Merten
Am 14. September 2012 wurde Brigitte Merten als zweite deutsche Mastersschwimmerin und erste Sportlerin der Schwimm-Gemeinschaft Neukölln e.V. Berlin überhaupt in die International Swimming Hall of Fame aufgenommen. Die Hall of Fame ist die Ruhmeshalle für den internationalen Schwimmsport. Wer hier aufgenommen wird, gehört zu den ganz Großen im Schwimmsport. Frau Merten war schon in ihren ganz jungen Jahren Mitglied in der Nationalmannschaft, ihre eigentliche Karriere begann jedoch als Mastersschwimmerin. Hierbei hat sie eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass man nicht nur im jugendlichen Alter herausragende sportliche Leistungen hervorbringen kann. Im Laufe der Jahre hat Frau Merten 25 WM-Titel (dazu noch 15 x Silber und 7 x Bronze), 42 EM-Titel und 220 DM-Titel errungen. Hinzu kommen noch 33 Weltrekorde, 63 Europarekorde und 154 Deutsche Rekorde. In den letzten 25 Jahren konnte sie immer in den TOP 10 der Weltrangliste der jeweiligen Altersklasse einen Platz einnehmen. Die jetzige Aufnahme in die International Swimming Hall of Fame ist die logische Folge und würdigt die Leistungen der heute 66-Jährigen bis in alle Ewigkeit.

Soran Ahmed
Herr Ahmed betreibt als Sprössling einer Kaufmannsfamilie seit 2005 einen Lebensmittelmarkt in Alt-Rudow 64. Obwohl es als Zugezogener mit deutsch-irakischen Wurzeln nicht ganz einfach ist, einen Fuß in die Tür der eingeschworenen Dorfgemeinde Alt-Rudow zu bekommen, ist Herrn Ahmed dieses Kunststück gelungen. Er hat nicht nur eine tiefe Verbundenheit zu seinem Kiez aufgebaut, sondern fühlt sich als Bürger und Geschäftsmann verpflichtet, Verantwortung für seinen Ortsteil zu übernehmen. Zusammen mit der Vorsitzenden Sabine Zannoni leitet er als 2. Vorsitzender nun schon seit einigen Jahren die Geschicke der Aktionsgemeinschaft der Rudower Geschäftsleute e.V.. Die AG Rudow hat die vom Bezirksamt initiierte Stärken- und Schwächenanalyse zur Attraktivitätssteigerung des Standortes intensiv begleitet, sich erfolgreich an einem berlinweiten Stadtteilzentrenwettbewerb beteiligt und beim sich über drei Bauabschnitte hinziehenden Neubau der Straße Alt–Rudow darauf hingewirkt, dass die Nachteile für die Gewerbetreibenden so gering wie möglich gehalten werden. Seit 2011 kämpft die AG Rudow für den Erhalt der Buslinie 171. Jedes Jahr werden von der AG Rudow die 3 Meilenfeste durchgeführt und die jährliche Weihnachtsbeleuchtung in Alt-Rudow finanziert. Herr Ahmed ist als treibende Kraft dieser AG ein wichtiger Motor für Rudow und Neukölln. Sein bürgerschaftliches Engagement beweist, dass man mit Gemeinschaftssinn und Vernetzung seinen Ortsteil positiv beeinflussen und gestalten kann. 42 AG Mitglieder stehen hinter dem Vorstand.