Bezirk Neukölln richtet erstmals Sommerschule für Zuwandererkinder aus Rumänien ein

Pressemitteilung vom 01.07.2011

Der Bezirk Neukölln reagiert auf die aktuellen Entwicklungen an seinen Schulen. Seit einigen Monaten zeichnet sich eine enorme Zuzugswelle von Familien aus Südosteuropa ab.

Eine Abfrage des Bezirksamtes an alle Schulen zu Beginn des Jahres hatte ergeben, dass zu diesem Zeitpunkt bereits 548 Kinder aus Südosteuropa – viele davon aus Roma-Familien Neuköllner Schulen besuchen. Dazu kamen seit Januar 2011 zusätzlich allein aus Bulgarien und Rumänien 87 weitere Kinder , davon 60 an Grundschulen (30 aus Bulgarien und 30 aus Rumänien) und 27 (17 aus Rumänien und 10 aus Bulgarien) an den weiterführenden Schulen.

Die Kinder sind größtenteils im Unterricht aufgeschlossen und lernwillig, es fehlt ihnen jedoch die entscheidende Voraussetzung für schulischen Erfolg. Sie verfügen über sehr geringe oder keinerlei deutsche Sprachkenntnisse und können so dem Unterricht in der Regelklasse nicht folgen. Sie haben ein Recht auf Beschulung und der Bezirk steht in der gesetzlichen Verpflichtung, allen einen Schulplatz zu vermitteln. Im Grundschulbe-reich steht dabei vor allem die wohnortnahe Unterbringung im Vordergrund, was dazu führt, dass einige Schulen im Bezirk, besonders viele rumänische und bulgarische Kin-der haben, weil die Zuzügler sich in bestimmten Wohngebieten konzentrieren.

Die wohl derzeit Berlin weit größte Ansiedlung befindet sich im Wohngebiet Harzer Straße / Ecke Treptower Straße, wo etwa 500 Menschen aus Rumänien zugezogen sind. Das führt dazu, dass die wohnortnahe Hans-Fallada-Schule bereits im gerade abgeschlossenen Schuljahr 60 Kinder aus diesen Familien zu versorgen hatte. Für das neue Schuljahr werden 13 weitere Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse und Schulerfahrung in den dortigen ersten Klassen erwartet.

Um die Schule bei der Bewältigung der damit verbundenen anstehenden Herausforderungen zu unterstützen, richtet der Bezirk in Zusammenarbeit mit der Senatsschulverwaltung ab 04. Juli 2011 eine Sommerschule in der Hans-Fallada-Schule für diese Kinder ein , um ihnen zusätzliche Deutschförderung und den besseren Einstieg in den Schulalltag zu ermöglichen.

Die Neuköllner Sommerschule funktioniert wie folgt:
Die Kinder werden in vier Lerngruppen täglich von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr unterrichtet. Eine Gruppe wird mit 13 Schulanfängerkindern von zwei Lehrerinnen über drei Wochen auf die Schule vorbereitet. Sie werden einen Grundwortschatz in der deutschen Sprache lernen. Für die Kinder, die bereits die Hans-Fallada-Schule besuchen und große Sprachprobleme haben, wird es in drei weiteren altersgemischten Lerngruppen mit jeweils 10 Kindern einen zweiwöchigen Sommerintensivkurs in Deutsch und „Berlinkunde“ geben. Die Gruppen werden von jeweils einer Lehrerin und einem Schulhelfer betreut. Die insgesamt 5 Lehrerinnen werden vom Berliner Senat und die 3 Schulhelfer vom Bezirk Neukölln finanziert.

Es wird vor Ort in der Hans-Fallada-Schule eine enge Kooperation mit dem in den ersten drei Wochen geöffneten Schulhort geben, der sich in der Trägerschaft von Tandem BQG befindet. Geplant sind neben „klassischen“ Unterrichtseinheiten in den Schulräumen auch Besuche an Lernorte wie dem Tierpark Hasenheide oder Spielplätzen. Bereits im Vorfeld haben sich viele der Familien verbindlich für den Unterricht angemeldet.

Alle acht Lehrerinnen und Schulhelfer, die für die Sommerschule gewonnen werden konnten, sind sowohl der deutschen als auch der rumänischen Sprache mächtig und können so optimal auf die Kinder und deren Eltern eingehen.

Für die Neuköllner Bildungsstadträtin Dr. Franziska Giffey ist die Sommerschule ein weiterer wichtiger Schritt, um die zugezogenen Kinder nicht sich selbst zu überlassen, sondern aktiv dafür zu sorgen, dass sie in ihrer Schullaufbahn erfolgreich sein und sich damit in die deutsche Gesellschaft integrieren können: „Nur wenn wir frühzeitig in die Förderung dieser Kinder investieren, können wir für alle Beteiligten ein gutes schulisches Miteinander und erfolgreiches Lernen sichern.“

Kontakt:
Bezirksamt Neukölln von Berlin
Abteilung Bildung, Schule, Kultur und Sport
Bezirksstadträtin
Dr. Franziska Giffey
Tel. 030 90239 2230
Email franziska.giffey@bezirksamt-neukoelln.de