Weiterer Abbau der medizinischen Versorgung in Neukölln Vivantes Klinikum plant Verlagerung der urologischen Abteilung

Pressemitteilung vom 08.06.2011

Neuköllns Gesundheitsstadtrat FALKO LIECKE zu den Vivantes-Plänen: „Die Verlagerung der Urologie innerhalb des Vivantes-Konzerns an das Kreuzberger Urban-Krankenhaus – lediglich ein kleiner Präsensstandort soll in Neukölln erhalten bleiben – stellt eine weitere Schwächung der medizinischen Versorgung in Neukölln dar. Es ist zu befürchten, dass das Konzept des Vivantes-Klinikums Neukölln als stationärmedizinischer Vollversorger in Frage gestellt wird. Für den Standort ist das ein herber Rückschlag, zumal da Neukölln ohnehin schon bei den niedergelassenen Ärzte im Vergleich zu anderen Berliner Bezirken zum Teil erheblich unterversorgt ist. Bei den niedergelassenen Urologen z.B. steht Neukölln mit einem Versorgungsgrad von gerade einmal 69 Prozent mit großem Abstand an letzter Stelle.

Das Klinikum Neukölln behandelt im Jahr 124.000 Patienten und ist Garant für die Vollversorgung der gesamten südwestlichen und südöstlichen Region mit Anbindung an den Flughafen BBI. Die Geschäftspolitik der Vivantes GmbH ist insofern auch ökonomisch nicht nachvollziehbar, da sie mit der Verlagerung der Urologie ihren stärksten Umsatzbringer schwächt. Ebensowenig verstehe ich die Haltung der Gesundheitssenatsverwaltung, die dieses Vorgehen im Aufsichtsrat offenbar unwidersprochen hinnimmt. Es fehlt einfach eine vernünftige Gesamtstrategie, wie auch die „Hängepartie“ bei der Entscheidungsfindung zur weiteren Zukunft von Charité und Vivantes zeigt.

Durch die offenbar angestrebte Zentralisierung medizinischer Angebote und damit durch die weitere Schwächung des Gesundheitsstandortes Neukölln, das ja schon die Degradierung der renommierten Hörberatungsstelle zu einer Filiale hinnehmen musste – die Zentralstelle befindet sich gemäß Senatsbeschluss seit einigen Jahren ebenfalls in Kreuzberg – werden erfolgreiche Strukturen zerschlagen und Chancen für eine gute medizinische Versorgung der Menschen in ohnehin benachteiligten Regionen vertan.“