Bezirksverdienstmedaille 2004

Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin haben am 12. Mai 2005 erstmals Personen mit einer Bezirksverdienstmedaille ausgezeichnet, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement und/oder ihren persönlichen Leistungen in herausragender Weise um den Bezirk Mitte von Berlin verdient gemacht haben.

Aus 23 eingegangenen Vorschlägen wählte ein Gremium die folgenden Personen aus, die die Bezirksverdienstmedaille 2004 während einer Feierstunde im Marmorsaal des Palais am Festungsgraben von Bezirksbürgermeister Joachim Zeller und der Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung Hannelore Jahn überreicht bekamen:

Dr. Sepp Müller

Bezirksmedaille 2004 Dr. Sepp Müller
Dr. Sepp Müller
Bild: Bezirksamt Mitte

Seit Mitte der 90er Jahre engagiert sich Dr. Sepp Müller in freiwilliger Tätigkeit mit Kopf und Herz für die Arbeit der Nachbarschafts- und Begegnungsstätte ”Club Spittelkolonnaden” in Berlins Mitte.
Über 20 Interessengruppen bietet der Club eine Heimstatt für ihre Arbeit. Herr Müller ist ihnen als ehrenamtlicher Koordinator, Berater und Programmsgestalter Hilfe, Anregung und verlässlicher Pol in der Arbeit der Begegnungsstätte. Ein vielfältiges Programm auf den Gebieten Kunst, Kultur, Stadtgeschichte, Politik und Wissenschaft wird monatlich angeboten. Aber auch Gebiete wie der Sport, das Wandern, Skatspielen, Tanzen, Yoga und nicht zuletzt die moderne Computertechnik gehören zum Angebot. Es sind weit über 30 Veranstaltungen pro Monat.
Dr. Sepp Müller, und mit ihm alle Clubmitstreiter, leisten einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Lebensqualität im Kiez, für die Pflege der so wichtigen sozialen Kontakte.
Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte folgen dem Vorschlag des SOZIALWERK des dfb (Dachverband) e.V. und zeichnen Dr. Sepp Müller für sein ehrenamtliches Engagement im und für den Bezirk mit der Bezirksverdienstmedaille aus.

Bernd Unger

Seit über 10 Jahren engagiert sich Bernd Unger gemeinsam mit seinen Mitstreitern im Verein der Berliner Bärenfreunde e.V. für die Erforschung des Berliner Wappentieres und rückt es, das Wappentier, unermütlich in das Licht der Öffentlichkeit.
1994 gründete Bernd Unger diesen Verein.
Ebenso engagiert sind er und sein Verein auch tätig bei der Unterstützung der Arbeit der Traditionsstätte des Berliner Wappentieres in unserem Bezirk, dem Bärenzwinger am Köllnischen Park. Dort ist er stets anzutreffen, wenn es um die Feierlichkeiten zu den Bärengeburtstagen geht, bei der Betreuung von Touristengruppen und Besuchern aus unseren Partnerstädten. Und natürlich unterstützt er auch die Arbeit unserer beiden Bärenmütter Frau Kutzner und Frau Gnad.
Und, so wurde dem Bezirksamt und der Bezirksverordnetenversammlung als kleine Begebenheit berichtet, dass Bernd Unger keine Mittel und Wege scheut, um den Bären eine Freude bzw. nichtalltägliches Vergnügen zu bereiten, in Gestalt eines unfreiwillig im Zwinger gelandeten, und von den Bären aufs heftigste als Spielzeug begrüßten Sonnenschirmes!
Über 500 Bärenskulpturen, -plastiken und andere von Künstlern gestaltete Bären hat der Verein im Stadtgebiet aufgespürt.
Seit 1999 gibt es die ”Geschichte des Berliner Bären – ein Streifzug durch Geschichte und Gegenwart” zum Nachlesen als Buch, Autor: Bernd Unger !
Wenn heute verstärkt Sightseeing-Busse am Bärenzwinger in Mitte vorfahren, dann ist dies zu einem erheblichen Teil ein Verdienst von Bernd Unger.
Er nahm Kontakt zu einer Plüschtierproduktionsfirma auf und ließ dort den Berliner Stadtbären in mehreren Größen und überaus konkurrenzfähig zu gängigen Modellen in der Touristikbranche herstellen. Sie wurden schnell zu Liebhaberstücken und traten so manche Reise in eine bezirkliche Partnerstadt an, so auch ins ferne Japan.
Wie schon dargestellt, arbeitet Bernd Unger zum Wohle unserer Bären sehr eng mit unserer Bezirksverwaltung zusammen und so verwundert es nicht, dass der Vorschlag für diese Ehrung aus der Pressestelle und dem Grünflächenamt des Bezirks kommt.
Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung folgen ihm gern.

Irmgard Edelheim

Bezirksmedaille 2004 Irmgard Edelheim
Irmgard Edelheim
Bild: Bezirksamt Mitte

Irmgard Edelheim ist seit April 1991 im VdK Berlin-Brandenburg e.V. Kreisverbund Nord ehrenamtlich tätig als Ortsverbandsvorsitzende und als Mitglied im Kreisverbund-Vorstand.
Den Sozialverband vertritt sie auch im Behindertenbeirat des Bezirks Mitte seit dessen Gründung im November 2000.
Sie setzt sich aktiv, engagiert und nachdrücklich für die Belange von Menschen mit Behinderungen ein.
Mit ihrer freundlichen, umsichtigen und warmherzigen Art ist sie aber nicht nur für die Mitglieder des Behindertenbeirates eine geachtete Ratgeberin. Sie wird wegen ihrem aufgeweckten Interesse für alle behindertenrelevanten Probleme, wegen ihrer herzlichen Art, ihren guten Ideen und Vorschlägen sehr geschätzt.
Die Menschen, die Irmgard Edelheim für diese Auszeichnung vorgeschlagen haben, nämlich der VdK sowie die Mitglieder des Behindertenbeirates Mitte und die Behindertenbeauftragte Hildrun Knuth, haben sie als einen Menschen charakterisiert, der mit Lebenserfahrung, unermüdlichem Einsatz unter Zurückstellung eigener gesundheitlicher Probleme immer da ist für Menschen mit Behinderungen.
Eine, ”vorbildliche Lebenshaltung” und für viele an Lebensjahren noch nicht so erfahrenen Menschen ganz sicher ein Vorbild.

Ursula Wünsch

Bezirksmedaille 2004 Ursula Wünsch
Ursula Wünsch
Bild: Bezirksamt Mitte

Die Menschen im Stadtteil, die das Engagement von Ursula Wünsch im und für den Kiez miterleben und aus deren Kreis heraus sie auch für diese Ehrung vorgeschlagen wurde, schildern Frau Wünsch als eine ”Institution” im Kiez Mulackstraße!
Sie ist eine der HauptinitiatorInnen der Initiativgruppe Mulackstr. (heute: Wunschgarten e.V.), die es sich gemeinsam mit Anwohnern und Eltern der Mulackstr. zur Aufgabe gemacht haben, die 1998 noch brachliegende Fläche Mulackstr. 9 – 10 als Spielfläche für Kinder nutzbar zu machen. Ursula Wünsch hat nach Umbau der Grünfläche vertraglich die Pflege dieses Spielplatzes übernommen und dies geschieht mit viel Liebe und Ideenreichtum. Sie hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass Spielgeräte aus Holz entworfen und gebaut und eine Weidenhütte errichtet wurden. Er ist ein beliebter Treffpunkt, eine kleine Oase geworden.
Am Vormittag begeistert Ursula Wünsch Kinder der Kita Rückerstraße für Arbeiten mit Holz in ihrer Werkstatt ”Wünsch Dir was” oder auch im Freien. Am Nachmittag betreut sie mehrere Gruppen, alles Kinder aus dem Kiez und z.T. Kinder mit Behinderungen. Sie organisiert Projekte um die soziale Akzeptanz zu befördern, dazu kleine Feste auf dem Spielplatz und jahreszeitabhängige Arbeitseinsätze zum Erhalt der Grünfläche. Sie pflegt den Kontakt zu den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen kommunaler und freier Träger im Wohngebiet.
Sie engagiert sich nicht nur für Kinder, sondern auch für deren Eltern und Anwohner, für einen lebenswerten Kiez; sie übernimmt Verantwortung. Zitat: ”Im hektischen Mitte bietet sie eine Insel, denen die ausruhen wollen oder sich nicht beteiligen können, Eltern mit ihren kleinen Kindern, alte und behinderte Menschen, immer offen für ein Gespräch”.
Dafür möchten das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte Ursula Wünsch mit der Bezirksverdienstmedaille ehren.

Gerd Otto

Bezirksmedaille 2004 Gerd Otto
Gerd Otto
Bild: Bezirksamt Mitte

Die Seniorinnen und Senioren des Stadtteils Wedding aber auch von ganz Berlin profitieren von seiner engagierten Arbeit.
Seit 1987 ist Gerd Otto aktiv als Mitglied des ehrenamtlichen Dienstes in der Sozialkommission 4 im Bezirk Wedding. In den Jahren 1990-95 war er als stellvertretender Vorsitzender der Berliner Seniorenvertretung tätig, danach übernahm er von 1996 – 2003 deren Vorsitz.
Doch dem nicht genug, erfüllte Gerd Otto von 1992 – 98 Aufgaben als stellvertretender Vorsitzender der Bundesseniorenvertretung und ist seit 1998 berufenes Mitglied des Landesseniorenbeirates.
Mit seinem Namen ist aber auch eng sein Engagement in der Migrantenbetreuung verbunden. Als Vorsteher der Sozialkommission 40 leistet Gerd Otto durch Beratung, Betreuung und Einbeziehung der ausländischen Mitbürger einen entscheidenden Anteil an deren Integration in den Bezirk. Aktuell betreut Gerd Otto 14 türkische Frauen und deren Familien in vielen Dingen des Lebens und er erfährt dafür Respekt, großen Dank und Anerkennung.
Darüber hinaus war Gerd Otto früher aktiv in der Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche, in den Werkstätten für Behinderte des Vereins Mosaik e.V. tätig.
Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte folgen dem Vorschlag der SPD-Fraktion der BVV Mitte von Berlin, Gerd Otto hiermit für seine couragierte und engagierte über die Bezirksgrenzen hinaus geachtete ehrenamtliche Tätigkeit auszuzeichnen.

Dr. Christian Pross

Als Arzt im Krankenhaus Moabit begab sich Dr. Christian Pross Anfang der 80er Jahre auf die Spurensuche nach der Geschichte der jüdischen Ärzte, die bis 1933 am Moabiter Krankenhaus arbeiteten und forschten. Infolge seiner Forschungen gelang es, vielen verfolgten und vertriebenen jüdischen Mitmenschen und sehr bekannten Ärzten durch sein Buch und die dazugehörige Ausstellung ”Nicht misshandeln” Gerechtigkeit und Würdigung zu teil werden zu lassen.
Im Zuge seiner Nachforschungen lernte Dr. Christian Pross die ”Kliniken für Überlebende” in von ihm bereisten Ländern kennen, die Opfer von politischer Verfolgung betreuten.
1990 konnte mit Hilfe des Senates von Berlin und des Deutschen Roten Kreuzes das Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo) gegründet werden, von 1992-2003 zuerst auf dem Gelände des DRK Westend arbeitend, und nunmehr im ehemaligen Krankenhaus Moabit angesiedelt. Dr. Christian Pross war Gründungsmitglied, Leiter und ist heute Vorstandsmitglied des bzfo.
Im Behandlungszentrum für Folteropfer werden Menschen betreut, die Folter, Gewalt, sowie Erniedrigung und Demütigung erlitten haben. Jährlich sind dies 450 bis 500 Patienten.
Mit seinen Verdiensten um die Geschichte des Krankenhauses Moabit und die Gründung und Leitung des Behandlungszentrums für Folteropfer leistete und leistet er einen Beitrag, der nicht nur dem Bezirk Mitte alle Ehre macht, sondern über die Grenzen der Stadt und die Grenzen Deutschland hinaus große Beachtung findet.
Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung folgen dem Vorschlag der SPD-Fraktion der BVV Mitte von Berlin sowie des Herrn Oldenburg, Anwohner im Stadtteil Moabit, Dr. Christian Pross hiermit für seine couragierte und engagierte über die Bezirksgrenzen hinaus geachteten Arbeiten zu ehren.

Ingeborg Lankow

Bezirksmedaille 2004 Ingeborg Lankow
Ingeborg Lankow
Bild: Bezirksamt Mitte

Seit mehr als 10 Jahren, wohnhaft in der Lortzingstraße, kümmert sich Frau Lankow um die Kinder in ihrem Wohngebiet. Durch ihr eigenes Auftreten vermittelt sie ihnen Werte wie gegenseitige Rücksichtnahme, soziales Miteinander, und für die ausländischen Kinder die Wichtigkeit des Gebrauchs der deutschen Sprache.
In ihrem Wohnhaus hat Frau Lankow so etwas wie einen Mieterbeirat initiiert, der als Bindeglied zwischen Mietern und Vermieter auftritt und über zu beseitigende Missstände im Haus berät.
Ingeborg Lankow ist Gründungsmitglied des Stadtteilvereins Brunnenviertel e.V. und wurde dort vor 3 Jahren, auch hier hauptsächlich engagiert in der Jugendarbeit, zum Vorstandmitglied für die Jugendarbeit gewählt. Gemeinsam mit jüngeren Mitarbeitern leitet sie den Jugendberatungsladen ”Freitzeiteck” des Stadteilvereins. Sie führt durch die angebotenen Aktivitäten die verschiedenen Bevölkerungsgruppen im Brunnenviertel ein Stück zueinander, sie ist den Kindern und auch den Erwachsenen Vertrauens- und Respektperson geworden. Ihr zu verdanken haben die Kids, dass es eine Schularbeitshilfe und die aufsuchende Jugendarbeit gibt im Kiez.
Ihre Mitstreiter sind voll des Lobs ob der engagierten Arbeit und Bewundern die Kraft und Energie, die Ingeborg Lankow mit ihren 81 Jahren aufbringt.
Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte folgen dem Vorschlag des Uwe Hennig vom Stadtteilverein, der Frau Lankow aus der gemeinsamen Arbeit bestens kennt, Ingeborg Lankow für ihre uneigennützige Arbeit zum Wohl der jungen Menschen in ihrem Stadtteil zu ehren.

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