Drucksache - 0423/V  

 
 
Betreff: Personalentwicklung ernst beziehungsweise wahrnehmen - steigendem Krankenstand entgegenwirken
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion der CDUBezirksamt Mitte von Berlin
Verfasser:Pieper und die anderen Mitglieder der Fraktion 
Drucksache-Art:AntragVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
18.05.2017 
7. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin überwiesen   
Soziales und Gesundheit Vorberatung
13.06.2017 
8. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Soziales und Gesundheit mit Änderungen im Ausschuss beschlossen   
Hauptausschuss Vorberatung
04.07.2017 
9. öffentliche Sitzung des Hauptausschusses ohne Änderungen im Ausschuss beschlossen   
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
20.07.2017 
9. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin ohne Änderungen in der BVV beschlossen   
BVV Mitte von Berlin Entscheidung
21.03.2019 
26. öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Mitte von Berlin (mit LIVE-STREAM)      

Sachverhalt
Anlagen:
4. BE HA vom 04.07.2017
5. Beschluss vom20.07.2017
6. VzK SB vom 20.02.2019

Wir bitten zur Kenntnis zu nehmen:

 

(Text siehe Rückseite)


Bezirksamt Mitte von BerlinDatum:       02.2019

Abt. Ordnung, Personal und Finanzen       Tel.:23722

 

 

 

 

Bezirksverordnetenversammlung                                              Drucksache Nr.0423/V

Mitte von Berlin

 

 

 

 

Vorlage - zur Kenntnisnahme –

 

über

 

"Personalentwicklung ernst beziehungsweise wahrnehmen - steigendem Krankenstand entgegenwirken"

 

Wir bitten, zur Kenntnis zu nehmen:

 

Die Bezirksverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung am 20.07.2017 folgendes Ersuchen an das Bezirksamt beschlossen:

 

„Das Bezirksamt wird ersucht, in den Ämtern jeweils ein Konzept zu erstellen, mit dem Ziel die Gesundheitsquote zu steigern. Dazu soll ein Maßnahmenpaket erarbeitet werden, welches mittelfristige und langfristige wirkende Maßnahmen definiert.

Dieses Maßnahmenpaket soll entsprechend in den kommenden Zielvereinbarungen

berücksichtigt werden. Der BVV ist im September über das Maßnahmenpaket zu berichten.“

 

 

Das Bezirksamt hat am 12. Februar 2019 beschlossen, der Bezirksverordnetenversammlung zur o.g. Drucksache Nachfolgendes als Schlussbericht zur Kenntnis zu bringen:

 

Die Gesundheitsquote für die Beschäftigten des Bezirksamtes Mitte hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert, obgleich sich im berlinweiten Vergleich auf Bezirksebene auch zuletzt im Jahr 2017 eine leichte Verbesserung im Ranking eingestellt hat. Ungeachtet dessen ist die Gesundheitsquote im Bezirksamt Mitte nach wie vor unterdurchschnittlich niedrig.

 

Im Rahmen der Betrachtung von Steuerungsmöglichkeiten auf Basis dieser Erkenntnisse ist zu berücksichtigen, dass die entsprechenden Daten leider erst mit großen zeitlichen Verzug von der Statistikstelle Personal bei der Senatsverwaltung für Finanzen zur Verfügung gestellt werden und daher aktuell nur bis zum Jahr 2017 vorliegen.

 

Zudem wurden die Daten bisher in Berichtsform ohne weitergehende maschinelle Auswertungsmöglichkeit zur Verfügung gestellt, so dass entsprechend tiefergehende Betrachtungen nur schwer realisierbar sind.

 

 

 

Obgleich die nunmehr vorgelegte Berichterstattung zum Ersuchen erst mit großen zeitlichen Verzug erfolgt, ist das Anliegen auch in der Zwischenzeit nicht unbeachtet geblieben. So hat das Bezirksamt zur Gesundheitsquote und zu dahingehenden Steuerungsmöglichkeiten mehrfach dem Hauptausschuss der BVV berichtet. Im Rahmen der 19. Sitzung des Hauptausschusses am 8.Mai 2018 wurde dabei im Rahmen einer ausführlicheren Darstellung erläutert, dass eine Vielzahl an zudem schwer messbaren Einflussfaktoren bei der Betrachtung Gesundheitsquote und der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen ist. So wirken beispielsweise nicht nur Maßnahmen des Gesundheitsmanagements oder des Personalmanagements insgesamt auf die Gesundheitsquote, sondern auch demografische Faktoren und Umwelteinflüsse.

 

Deshalb ist es primäre Strategie des Bezirksamtes, die Effekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagement und deren Wirkung auf die Gesundheitsquote über die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung nachzuhalten und aus den entsprechenden Erkenntnissen Maßnahmen und Umsetzungskonzepte abzuleiten.

 

Zum Jahreswechsel 2016/ 2017 fand im Bezirksamt Mitte eine flächendeckende Mitarbeiterbefragung mit Schwerpunkt Gesundheitsmanagement statt. Dabei konnten erste Erkenntnisse sowohl für das Bezirksamt insgesamt als auch auf Ebene der Ämter gewonnen werden, die die Grundlage der zentralen wie dezentralen Maßnahmeplanung im Betrieblichen Gesundheitsmanagement bilden.

 

Die Ergebnisse können zudem für die Wirksamkeitsbetrachtung als Baseline-Erhebung genutzt werden. Ausgehend von diesen Werten kann für die Ergebnisse künftiger Befragungen eine Entwicklungstendenz abgeleitet werden, welche wiederum Rückschlüsse auf die Wirksamkeit konkreter Maßnahmen im jeweiligen Amt zulässt.

 

Die Entwicklung von Maßnahmepaketen und ämterspezifischen Konzepten setzt zunächst eine hinreichende Kenntnis der Einflussfaktoren und eine möglichst weitreichende Prognose zur Wirksamkeit der zu ergreifenden Maßnahmen voraus. Diese Erkenntnisse lassen sich allein auf Grundlage der Baseline-Erhebung nicht gewinnen. Für die Umsetzung des Ersuchens fehlen dem Bezirksamt aktuell die erforderlichen Erkenntnisse.

 

Mit der Durchführung der Folgebefragung der Beschäftigten, die für Ende 2020 geplant ist, werden diese Erkenntnisse jedoch generiert werden können. In der Folge wird das Bezirksamt dann in die Lage versetzt, konzeptionelle Überlegungen im Sinne des Ersuchens anzustellen. Hierzu wird das Bezirksamt zu gegebener Zeit unaufgefordert den Hauptausschuss der BVV unterrichten.

 

Ungeachtet dessen hat das Bezirksamt die Steigerung der Gesundheitsquote in sein Zielsystem aufgenommen und sich für das Jahr 2019 vorgenommen, die Gesundheitsquote über alle Bereiche um 10% zu steigern. Als wesentliches Unterziel wurde zudem die Umsetzung der angebotenen Führungskräftequalifizierung vereinbart.

 

Das Bezirksamt wird im Rahmen der Zielnachhaltung einerseits den Auslastungsgrad der Führungskräftequalifizierung nachhalten und andererseits die Angebots- und Inanspruchnahmequote zu Gesprächen im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements beobachten. Im Jahr 2019 wird außerdem als zusätzliche Erkenntnisquelle ein flächendeckendes Führungskräftefeedback durchgeführt.

 

Darüber hinaus hat das Bezirksamt die vorliegenden Daten zur Gesundheitsquote einer vertieften Betrachtung unterzogen. Die entsprechenden Daten werden von der Statistikstelle Personal bei der Senatsverwaltung für Finanzen generiert und von dort zur Verfügung gestellt.

Leider war es dem Bezirksamt nicht möglich, tiefergehende Auswertungen und Daten von dort zu erhalten, so dass die Analyse nicht die gewünschte Tiefe erreichen konnte. Gleichwohl hat die Statistikstelle Personal die Prüfung einer Erweiterung der Datenbereitstellung für künftige Auswertungszeiträume in Aussicht gestellt, so dass sich künftig auch dahingehend weitere Erkenntnisquellen ergeben können.

 

Auf Basis der vorliegenden Zahlen konnte erwartungsgemäß festgestellt werden, dass Langzeiterkrankungen einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheitsquote insgesamt haben. Das Bezirksamt sieht daher – wie auch die Senatsverwaltung für Finanzen, Abt. Landespersonal - in diesem Bereich ein beachtliches Steuerungspotenzial.

 

 

Durch die Senatsverwaltung für Finanzen wurde am 6.11.2018 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung ein Konzept zur Einführung eines Langzeitkrankenmanagements vorgestellt.

Dieses Konzept wurde von einer Studiengruppe der Verwaltungsakademie im Auftrag der Senatsverwaltung erarbeitet und von der Abteilung Landespersonal weiterentwickelt.

 

Die darin enthaltenen Ansätze und Vorschläge erscheinen auch aus Sicht des Bezirksamtes Mitte erfolgversprechend und verfolgenswert und bieten erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Gesundheitsquote wie auch zum effektiveren Maßnahmeeinsatz im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

 

Durch die Senatsverwaltung für Finanzen wurde zeitnahe Hinweise zur ressourcenseitigen Untersetzung dieses Konzeptes in Aussicht gestellt. Das Bezirksamt geht davon aus, dass diese Hinweise im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung für den Doppelhaushalt 2020/2021 erfolgen. Auf dieser Grundlage wird das Bezirksamt dann ein bezirkliches Umsetzungskonzept entwickeln und umsetzen. Dieses wird dann ebenfalls Inhalt einer unaufgeforderten Berichterstattung im Hauptausschuss der BVV sein.

 

 

A) Rechtsgrundlage:

 

§ 13 i.V.m. § 36 Bezirksverwaltungsgesetz

 

 

B) Auswirkungen auf den Haushaltplan und die Finanzplanung:

 

a. Auswirkungen auf Einnahmen und Ausgaben:

keine

b. Personalwirtschaftliche Auswirkungen:

 

keine

 

 

Berlin, den 12.02.2019

 

 

 

Bezirksbürgermeister von Dassel

 
 

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