Projekte in der Erinnerungskultur

Trabant aus dem Pflanzen wachsen, Tucholskystraße 22
"Blüh', Trabbi blüh'!" Tucholskystraße 32. Foto: J. Henschel. 1991 Bild: Copyright: Mitte Museum

Eine Kultur des Erinnerns als kollektiv geteiltes Wissen

Stele aus Trümmersteinen von Gerhard Schultze-Seehof. 1954. am Max-Josef-Metzger-Platz
Stele aus Trümmersteinen (Detail), Gerhard Schultze-Seehof. 1954. Max-Josef-Metzger-Platz, (früherer Courbièreplatz) Bild: Copyright: Mitte Museum

Für den Bezirk Mitte, Ursprungsort der Stadt, Machtzentrum, aber auch sozialer Brennpunkt, Zentrum der Wissenschaften und Kultur, Frontlinie im Kalten Krieg und symbolischer Ort der deutschen Einheit umfasst Erinnerungskultur naturgemäß ein breites Themenspektrum. Dabei sind gerade authentische Orte der Geschichte Ausgangspunkt für eine aktive Erinnerungspraxis. Das Erinnerungskonzept des Bezirksamts Mitte von Berlin möchte den vielfältigen Anlässen historischen Gedenkens gerecht werden. Geschichtsbewusstsein ist stets im Wandel begriffen. Das kritische Reflektieren dieses Prozesses ist die Grundlage der Arbeit des Fachbereiches Geschichte des Amtes für Weiterbildung und Kultur.

Der Fachbereich Geschichte mit dem Mitte Museum nimmt an stadtübergreifenden Geschichtsprojekten teil. Er bearbeitet selbstgesetzte Themen in Form von Ausstellungen, Veranstaltungen, museumspädagogischen Projekten, Workshops, Vorträgen und Lesungen. Darüber hinaus gehen vom Fachbereich Geschichte die Konzeption und Recherche zu Straßennamen, Informationstafeln und Gedenkorten aus.
Der Fachbereich Geschichte ist bemüht, unter Einbeziehung der Bevölkerung, der Schulen des Bezirks und in Kooperation mit Fachinstitutionen, einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit historischen Prozessen zu leisten. Er fördert damit das Bewusstsein für die Tradition und die Besonderheiten der Region in einer kulturell vielfältigen und pluralen Gesellschaft.

Stolpersteine

verlegter Stolperstein für Fritz Seidel mit Rose
Stolperstein für Fritz Seidel. Schwedter Straße 250 Bild: Copyright: Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

Zum Gedenken an Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in der Zeit zwischen 1939 und 1945 von Deutschland und von den von Deutschen besetzten Gebieten aus deportiert und ermordet wurden, setzte Demnig erstmals im Jahr 1996 fünfzig Messingmarken in der Größe eines Pflasterstein in das Straßenpflaster von Berlin, die er „Stolpersteine“ nannte. Dort, wo die Ermordeten ihre letzte selbstgewählte Wohnung hatten, sollte ihrer durch ihren Namen und ihre Lebensdaten gedacht werden. Im Stadtraum entstand ein Mahnmal an den von Deutschland aus verübten Genozid.

Als einmalige künstlerische Intervention konzipiert, fand die Aktion ein großes Echo. Mittlerweile wurden in mehr als 800 Orten in Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien, Polen, Belgien, Frankreich, Italien, Norwegen und in den Niederlanden mehr als 38.000 „Stolpersteine“ unter Beteiligung des Künstlers verlegt.
Die Initiative dazu ging jeweils von Bürgerinnen und Bürgern aus.

In Abstimmung mit der Koordinierungsstelle Stolpersteine und dem Fachbereich Geschichte des Amtes für Weiterbildung und Kultur verlegt Gunter Demnig auch im Berliner Bezirk Mitte „Stolpersteine“ für die Opfer des Holocaust. Jede interessierte Person oder Gruppe kann dazu die Initiative ergreifen. Die Patenschaft für Herstellung und Verlegung kostet 120 Euro.

Kontakt:
Stolperstein – Initiative Berlin-Mitte c/o Ev. Kapernaum-Gemeinde
Seestraße 35, 13353 Berlin
Leitung: Susanne Graetz
Tel. (030) 91603287, E-mail: Stolpersteine.Berlin-Mitte@web.de

Weitere Informationen unter:
Koordinierungsstelle Stolpersteine für Berlin, c/o Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstr. 13-14, 10785 Berlin-Tiergarten
Tel. (030) 2639-89014, Fax. (030) 2699-5010, E-mail: info@stolpersteine-berlin.de,
Beratungszeiten: Di, Mi 10-14 Uhr, Do 14-18 Uhr

www.stolpersteine-berlin.de
www.stolpersteine.eu
www.hu-berlin.de/ueberblick/geschichte/stolpersteine