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Faltblatt stadt-plan-mitte


Stadtentwicklung im Bezirk Mitte von Berlin

In zweierlei Beziehung ist der zentrale Berliner Bezirk von einer atemberaubenden Dynamik erfasst, die hohe politische wie planerische Steuerung verlangt.

Einerseits ist festzustellen, dass die soziale Entmischung, wie überhaupt in der Gesamtstadt, unvermindert fortschreitet. Der Bezirk Mitte liegt trotz der starken Aufwertungen im historischen Zentrum, im Sozialranking auf dem letzten Platz aller Berliner Bezirke.

Andererseits entwickelt sich zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz, zwischen Luisenstadt und Heidestraße eine enorme Investitionstätigkeit der Privatwirtschaft, bei der der hochwertige Wohnungsbau und der Ausbau der Tourismusinfrastruktur maßgeblich ist. Auch der Bund spielt mit großen Bauvorhaben für Wissenschaft, Kultur, Infrastruktur und Administration eine große Rolle.

Die Steuerungsfähigkeit dieser Stadtentwicklung durch die kommunale Planung wird von der guten sozialraumbezogenen Zusammenarbeit der Berliner Behörden, der verläßlichen, transparenten und dem Gemeinwohl verpflichteten Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und der starken Zusammenarbeit mit den Bürgerinitiativen im Sinne einer intensiven Bürgerbeteiligung abhängen.

Der vorliegende Städtebauplan gibt, zusammen mit den themenbezogenen Karten auf der Rückseite, einen aktuellen überblick über Schwerpunkte des Planungsgeschehens.

Ephraim Gothe
Bezirksstadtrat

26.10.2011


Darstellung der Rückseite


Einzeldarstellungen

Neue öffentliche Freiflächen

In den letzten Jahren ist es im Bezirk Mitte gelungen, eine beachtliche Zahl neuer Freiflächen zu schaffen oder neu zu gestalten. Im Rahmen der Sanierung der Spandauer und Rosenthaler Vorstadt konnten neue Spielplätze und Pocketparks angelegt werden. Ebenso entstanden im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme Hauptstadt beispielsweise der ULAP-Park am Hauptbahnhof, der Schinkelplatz, Parks auf dem Friedrichswerder und der Neustädtischen Kirchplatz. Der Sprengelpark im Wedding konnte neu eröffnet, der Nauener Platz umgestaltet, der Park am Nordbahnhof und die Mauergedenklandschaft an der Bernauer Straße gebaut werden. Dank Städtebaulichem Denkmalschutz konnte der Luisenstädtische Kanal als Gartenanlage und das Engelbecken wiedergewonnen werden, im Schillerpark die älteste Plansche der Republik. Das EU-Förderprogramm erlaubt eine erhebliche Aufwertung des Großen Tiergartens. (dunkelgrün)

Damit nicht genug, das Plätzeprogramm der Stadtentwicklungsverwaltung, das Bund-Länderprogramm Aktive Stadtzentren und Stadtumbau West und nicht zuletzt private Investitionen schaffen den Rahmen zur Neuanlage weiterer Freiflächen. In Moabit wird der Moabiter Stadtgarten neu geschaffen, es folgen Freianlagen zwischen Lehrter Straße und Gleiskörper, die Wiederbelebung des kleinen Tiergartens und neue Spielplätze im Fritz Schloß Park. Hinter dem Standort des BND entsteht der Pankepark. Im Wedding wird die Renovierung von Leopoldplatz und Rathausumfeld vorbereitet. Am Fernsehturm wird das Umfeld aufgewertet, Schloßplatz und Marx-Engels-Forum werden folgen, aber auch die Neugestaltung der Karl-Marx-Allee.
Herausforderung bleibt die Erweiterung des Mauerparks und eine verantwortungsvolle Personalentwicklung im Grünflächenamt, damit die neuen Flächen auch nachhaltig gepflegt werden können.

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Aktives Stadtzentrum Müllerstraße

Das Bund-Länderprogramm Aktive Stadtzentren ist Teil der Programmfamilie der Städtebauförderung. Es ergänzt die bereits erfolgreichen Programme Soziale Stadt, Städtebaulicher Denkmalschutz, Sanierung und Entwicklung sowie Stadtumbau und setzt neue Schwerpunkte.

Seit 2009 ist auch die Müllerstraße Teil dieses Programms. Ziel ist, die Müllerstraße als attraktives, wirtschaftliches Zentrum zu stärken, neue Potenziale durch Mitwirkung und Partnerschaften vor Ort zu erschließen und sie gleichzeitig als Ort des Wohnens, der Bildung, Kultur und der Freizeit zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Unter dem Slogan „An der Müllerstraße den Wedding neu entdecken“ wurden in einem dreimonatigen Prozess zusammen mit einigen Akteuren wie den Kirchen, Karstadt, dem Cittipoint oder auch den Betreibern der Märkte auf dem Leopoldplatz wichtige Projekte zur Stärkung des Zentrums zusammengetragen. Diese waren z.B. die Verbesserung der Sauberkeit und Gestaltung des öffentlichen Raumes in der Müllerstraße, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität auf dem Leopoldplatz und dem Platz vor dem ehemaligen Rathaus Wedding, die bessere Anbindung der Beuth Hochschule für Technik (ehemals Technische Fachhochschule) an die Müllerstraße aber auch die Durchführung einer Imagekampagne unter Berücksichtigung der vielfältigen kulturellen Einflüsse sowie der Aufbau eines Geschäftsstraßenmanagements für die Einkaufsstraße.

weitere Informationen: Homepage Wedding-Müllerstraße(Externer Link)

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Stadtumbaugebiet Heidestraße und SportPark Poststadion

Heidestraße / Europacity
Aufbauend auf den preisgekrönten Entwurf des Büros ASTOC im städtebaulichen Realisierungswettbewerb Heidestraße, Berlin im Jahr 2007, wurde der Masterplan Berlin Heidestraße entwickelt und 2009 vom Senat als Grundlage für die weitere Entwicklung beschlossen.
Die Nutzungsstruktur gliedert sich in die Teilbereiche Kunstcampus als zukünftiger Kultur- und Kunststandort am Hamburger Bahnhof, in ein Wohnquartier nördlich und südlich des neuen Stadthafens, in ein gemischtes Quartier mit Wohnen, Handel und Büros westlich der Heidestraße.
In der Europacity werden 2000 Wohnungen für ca. 4000 Bewohner, 370.000 m² Büroflächen mit 13.000 Arbeitsplätzen sowie 30.000 m² für Handel und Gastronomie und 20.000 m² für kulturelle Nutzungen geschaffen.

Der SportPark Poststadion
Das Areal des Poststadions und Fritz Schloß Parks (SportPark Poststadion) bildet einen wichtigen Teilbereich dieses Stadtumbaugebietes, der grundlegend erneuert und aufgewertet wird, um so neue attraktive Angebote für Sport- und Freizeitnutzungen zu schaffen.
In den letzten 4 Jahren wurde das Tribünengebäude des Poststadion denkmalgerecht erneuert. Die Rollsportanlage erhielt eine Überdachung und kann multifunktional genutzt werden. Es wurden neue Wegeverbindungen und Eingänge gebaut, am Südeingang wird der Alpenverein sein Kletterzentrum bauen, am Eingag Turmstraße entstand eine Minigolfanlage mit Pavillon. Eine neue SpaWellness Anlage stellt eine attraktive Ergänzung der Freizeit- und Erholungsangebote dar.

weitere Informationen:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung(Externer Link)
stadtumbau-berlin.de(Externer Link)

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Einzelhandels- und Zentrenkonzept

Mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept als Fachplan der Bereichsentwicklungsplanung soll für den Bezirk Mitte die planerische Grundlage zur Gewährleistung einer ausgewogenen und differenzierten Versorgungsstruktur für den Einzelhandel geschaffen werden. Es beinhaltet klare Ansieldungsregeln für Investoren und für Grundstückseigentümer. In Ergänzung zur gesamtstädtischen Zentrenplanung kommt dem bezirklichen Einzelhandels- und Zentrenkonzept eine wichtige Funktion für die Sicherung der flächendeckenden Versorgung zu.
Insbesondere erfolgt durch das Konzept eine Bewertung der Nahversorgungssituation im Bezirk, eine räumliche Abgrenzung der zentralen Versorgungsbereiche, eine Ergänzung des bestehenden Zentrengefüges um Nahversorgungszentren und die Darstellung von Möglichkeiten zur Steuerung der Einzelhandelsentwicklung durch bezirkliche Planungen und bezirkliches Verwaltungshandeln.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept dient dabei als wichtige Grundlage für die planungsrechtliche Steuerung der Einzelhandelsentwicklung und für den Schutz der zentralen Versorgungsbereiche.
Die Ziele des Konzeptes sind also:
• Sicherstellung einer ausgewogenen und differenzierten Versorgungsstruktur
• Gewährleistung einer flächendeckenden Nahversorgung
• Stabilisierung der bestehenden Stadtzentren
• Schaffung einer Handlungsgrundlage für Standortentscheidungen und planerische Steuerungsprozesse
• Konkretisierung der landesplanerischen Rahmensetzungen

weitere Informationen:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung(Externer Link)

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Aktives Zentrum und Sanierungsgebiet Turmstraße

Das Gebiet um die Turmstraße wurde 2008 in das Bund-Länderprogramm Aktive Stadtzentren (AZ) aufgenommen. Ziel ist die nachhaltige Entwicklung zu einem attraktiven und funktionsfähigen Stadtteilzentrum mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Die Verbesserung des öffentlichen Raums, die Stabilisierung und Weiterentwicklung als Einkaufs- und Versorgungsstandort sowie die Stärkung kultureller und sozialer Einrichtungen bilden dabei die wesentlichen Handlungsschwerpunkte. Am 1. April 2011 ist die förmliche Festsetzung als Sanierungsgebiet in Kraft getreten. Das Bund-Länderprogramm Aktive Stadtzentren sieht im Wesentlichen Folgendes vor:

Umgestaltung des Kleinen Tiergartens und Ottoparks
Die Anpassung an die heutigen Nutzungsansprüche für alle Bevölkerungsgruppen und die Wiedergewinnung des Parks zur Nutzung für Erholung, Freizeit, Sport, Aufenthalt und Kommunikation sind das bestimmende Ziel der geplanten Verbesserungen.

Verkehrs- und Gestaltungsmaßnahmen
Im Rahmen eines Verkehrs- und Gestaltungskonzepts werden Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geplant und umgesetzt.

Geschäftsstraßenmanagement
Das Geschäftsstraßenmanagement hat die Aufgabe, gemeinsam mit Gewerbetreibenden und Akteuren vor Ort eine Organisationsstruktur zu entwickeln, die an einer attraktiven Mischung von Geschäften und Nutzungen in der Turmstraße mitwirkt.

Bürgerbeteiligung
Alle Aktivitäten und Entwicklungen im Gebiet werden von einem gewählten Bürgergremium, der Stadtteilvertretung Turmstraße, begleitet.

weitere Informationen:
Homepage Turmstraße(Externer Link)

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Quartiersbeteiligungen

Im Bezirk Mitte hat sich in den letzten Jahren eine starke Struktur zivilgesellschaftlicher Initiativen herausgebildet. Bürgervereine, Betroffenenräte, Interessengemeinschaften, Bürgerforen, Stadtteilvertretungen und Quartiersräte arbeiten quartiersbezogen und sozialraumorientiert mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen. Das Bezirksamt hat sich vorgenommen, mit allen Initiativen partnerschaftlich zusammenzuarbeiten und bei bedeutsamen Projekten gemeinsame Verfahren zu verabreden, um die Interessen der Bevölkerung vor Ort zu berücksichtigen.

Durch diese wohl einzigartige Vielfalt von Bürgerinitiativen ist es möglich, politische Meinungsbildung und Verwaltungshandeln konkret und auf das einzelne Quartier bezogen zu organisieren.

Auf den Gesamtbezirk bezogen ist die größte Herausforderung, das fortschreitende soziale Auseinanderdriften zwischen benachteiligten und wohlhabenden Quartieren aufzuhalten. Im Quartier muss immer wieder aufs neue der Ausgleich zwischen ökologischen, ökonomischen und sozialen Interessen gefunden werden.

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