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10-jähriges Jubiläum und Bärenparty im April 1994 am Bärenzwinger im Köllnischen Park

Foto: Berliner Bärenfreunde Verein

Viele Berliner werden sich noch an das Berliner Bärenjahr 1994 erinnern. Im Januar wurden damals in der Traditionsstätte des Berliner Wappentieres, im Köllnischen Park, fünf kleine Petze geboren.

Stadtbärin Maxi brachte am 7. Januar Zwillinge zur Welt und ihre Mutter Schnute am 10. Januar sogar Drillinge. Stolzer Bärenvater war der damals dreijährige amtierende Berliner Stadtbär Tilo. Am 22.4.1994 wurden die kleinen Petze das erste Mal der Berliner Öffentlichkleit und den Gästen der Stadt vorgestellt.
Hintergrund
Der Nachwuchs im Bärenzwinger sollte eigentlich vermieden werden, denn für junge Braunbären gibt es kaum Abnehmer, die über die dafür notwendigen, artgerechten Unterbringungsmöglichkeiten verfügen. Dem Bärenmann Tilo wurde durch einen medizinischen Eingriff bereits 1993 die Zeugungsfähigkeit genommen. Aber der schlaue Bär muss das geahnt haben und kam den Medizinern zuvor ...
Foto: Pressestelle, BA Mitte
Foto: Pressestelle, BA Mitte

Die Freude der Berliner über dieses, in der Geschichte der seit 1939 bestehenden Bärenanlage zu verzeichnenden Rekordzuchtergebnis, war riesengroß. Aber sie mussten sich noch lange gedulden, bis sie die Bärchen zu sehen bekamen. Wenn sie auf die Welt kommen, sind Bärenbabies echte Winzlinge. Ihre Geburtsgröße beträgt nur 12 - 16 cm. Die nahrhafte Muttermilch lässt sie aber sehr schnell heranwachsen.

Am 22. April 1994, also genau vor zehn Jahren, war es dann so weit und die Berliner strömten zur großen Bärenschau.
Etwa eine viertel Million Besucher, teilweise von weit her, kamen im Laufe des Jahres, um den kleinen Wappentieren ihre Aufwartung zu machen.

Die Freude wurde aber auch von dem Bangen um ihre Zukunft begleitet. Würden sich keine Abnehmer finden, drohte die Todesspritze, denn die Anlage im Köllnischen Parkt ist nur für drei erwachsene Bären ausgelegt. Tausende Briefe wurden an das Bezirksamt Mitte, das für die Bärenanlage verantwortlich ist, aber auch an den Regierenden Bürgermeister gerichtet, sich für eine geeignete Unterbringung einzusetzen. Noch heute berichten die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Posteingänge, die nur mit Waschkörben transportiert werden konnten.

Am 20. Mai 1994 war dann große öffentliche Bärentaufe. Viele hundert Namensvorschläge wurden von den Berlinern unterbreitet und von der Pressestelle im Bezirksamt Mitte gemeinsam mit Verordneten der Bezirksverordnetenversammlung Mitte ausgewertet und ausgesucht. Alles, was an originellen Berliner Namen in Frage kam, befand sich darunter. Schließlich wurde Schnutes Nachwuchs auf Atze, Piefke und Rieke getauft und Maxis Zwillinge auf die einprägsamen Namen Alex und Bärolina.

Das Amüsement war riesig, wenn die Kleinen durch die Anlagen trabten, Purzelbäume schlugen oder im Übereifer in den Wassergraben fielen, wo sie die Bärenmütter mit viel Geschick wieder herausholten.Schließlich wurde auch die Unterbringung des Bärennachwuchses geklärt.Schließlich wurde auch die Unterbringung des Bärennachwuchses geklärt.

Am 19. Mai 1994 wurde zwischen Berlin und der argentinischen Hauptstadt eine Städtepartnerschaft vereinbart. Da zu dieser Zeit im Zoologischen Garten von Buenos Aires für 460.000 Dollar eine Bärenanlage errichtet wurde, kam von dort auf die weltweite Initiative der Berliner Stadtväter, Mittes Jungbären zu übernehmen, eine positive Antwort.

Noch im August 1994 wurden Alex, Bärolina und Rieke feierlich vom Bürgermeister des Bezirkes Mitte an den Argentinischen Generalkonsul im Köllnischen Park übergeben. Viele Tränen der Berliner sind geflossen, als sie am 20. August in ihren Transportkisten davongetragen wurden. Begleitet von ihrer Pflegerin Brigitte Kutzner ging es nach Südamerika.

Auch die noch verbliebenen Bärenkinder Atze und Piefke fanden eine neue Heimat. In einem großzügig angelegten Naturpark in der nordspanischen Stadt Cabarceno wurden sie in einer Freianlage im November gleich von über 50 Artgenossen begrüßt.
Sowohl die Pflegerinnen der Stadtbären im Köllnischen Park als auch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bezirksamt Mitte sowie der Verein der Berliner Bärenfreunde e.V. werden noch heute befragt, wie es den Bären geht.

Foto: Pressestelle, BA Mitte
Foto: Pressestelle, BA Mitte

Der Bärenverein hält Kontakt zu den Bären und berichtet, dass es allen Bären gut geht.
Die Bären in Buenos Aires, ein Geschenk des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen im Auftrag der Stadt Berlin, würde jeder Berliner sofort erkennen. Rieke ist ihrer Mutter Schnute, Bärolina ihrer Mutter Maxi und Atze dem Vater Tilo verblüffend ähnlich. Die argentinischen Hauptstädter lieben die Berliner Bären, die Ausdruck dafür sind, dass die Städtebeziehungen Lebensinhalt haben.

Die Bären in Spanien sind unter 60 Artgenossen leider nicht mehr zu identifizieren. Sie haben im Laufe der Jahre ihre Ohrenmarken verloren, berichtete die Geschäftsleitung des Naturparks jüngst dem Berliner Bärenverein.
Die Verbundenheit der Berliner mit ihrem Wappentier währt nachweisbar bereits viele Jahrhunde.

Am 22. März 2004 wurde der Berliner Bär 724 Jahre alt. Das älteste Stadtsiegel mit einem Bären stammt aus dem Jahre 1280. Seit diesem Tag ist der Bär ununterbrochen auf den Wappen und Siegeln der Stadt zu finden. Aber darüber hinaus in allen Lebensbereichen der Stadt.


Kontakt zum Verein der Berliner Bärenfreunde e.V.

www.berliner-baer.de(Externer Link)

Das Bezirksamt Mitte ist immer dankbar für zweckgebundene Spenden für die Stadtbären auf folgende Kontoverbindung:

Institut: Postbank Berlin
Stichwort: Bärenstark
Bankleitzahl: 10010010
Kontonummer: 650 630 102

Kontakt

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