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Kapelle der Versöhnung

Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Foto: Kapelle der Versöhnung, Autorin: Romy Kandora

Die Kapelle der Versöhnung ist eine Kirche in der Bernauer Straße im Berliner Bezirk Mitte, die 2000 auf dem Fundament der Versöhnungskirche in Lehmbauweise gebaut wurde.
Durch den Bau der Berliner Mauer wurde auch die Versöhnungsgemeinde geteilt. Ab 1961 war die 1894 gebaute Versöhnungskirche für die im Westteil der Stadt gelegene Gemeinde nicht mehr zugänglich, weil sie auf dem „Todesstreifen“ zwischen innerer und äußerer Mauer stand. 1985 wurde sie dann schließlich von der DDR gesprengt. Nach der Wende erhielt die Gemeinde 1995 das Grundstück mit der Auflage einer sakralen Nutzung zurück.


Der allmähliche Wiederaufbau vollzog sich in einer politisch gespaltenen Stadt, deren historischer Mittelpunkt nun im sowjetischen Sektor lag. Dort war kurz nach Etablierung der BRD im Westen die DDR gegründet worden, deren Einheitspartei SED nicht nur ideologisch einen neuen Aufbruch versprach. Das Bild der historischen Innenstadt änderte sich in den Nachkriegsjahrzehnten nachhaltig:
1950 wurde das beschädigte Schloss gesprengt, an seinem Standort errichtete man ein Vierteljahrhundert später den Palast der Republik.
In Tiergarten musste die durch Kriegszerstörung und Demontage darniederliegende Industrie auf die Produktion von Friedensgütern umgestellt werden. Nach der Trümmerbeseitigung setzte der Wohnungsbau ein, der 1957 einen Höhepunkt in der Errichtung des neuen Hansaviertels anläßlich einer Internationalen Bauausstellung fand.
Mit der Produktionsgenehmigung für Schering zu Beginn des Jahres 1946 begann im Wedding der industrielle Aufbau.
Der wohl einschneidendste Akt in der Nachkriegsgeschichte Berlins war der Bau der Mauer im August 1961
Durch sie wurden die Bezirke Mitte, Tiergarten und Wedding von ihren historisch gewachsenen Verbindungen abgeschnitten. In der Bernauer Straße, deren südliche Häuserfront die Grenze zum Bezirk Mitte bildete, gelang immer wieder Menschen in teils dramatischen Aktionen die Flucht. Andere bezahlten ihren Versuch, der Diktatur zu entkommen, mit ihrem Leben.
Der Mauerbau trennte nicht nur gewaltsam die Menschen, er traf auch das Wirtschaftsleben empfindlich:
Wie im Wedding gingen auch in Tiergarten viele Geschäfte, Kinos und Restaurants in den angrenzenden Gegenden zugrunde. Fast alle größeren Industrieunternehmen wanderten in westliche Bundesländer ab.

Der östliche Stadtbezirk Mitte wurde in der Folgezeit zum repräsentativen Zentrum der "Hauptstadt der DDR" ausgebaut. Rekonstruktion historischer Bausubstanz ging dabei andernorts einher mit großangelegten Umgestaltungen, denen ganze Straßenzüge zum Opfer fielen. Breite Verkehrsschneisen durchzogen nun die Stadt, der Alexanderplatz wurde auf die dreifache Fläche vergrößert, Fischerinsel und Leipziger Straße mit Hochhäusern bebaut.
Erst zur 750-Jahr-Feier Berlins versuchte man, sich wieder mehr an historischen Gegebenheiten zu orientieren. In einer Mischung aus nostalgischen Gebäudeformen und Betonplattentechnik wurde das Nikolaiviertel errichtet, heute eine der touristischen Hauptattraktionen.

Im Wedding wurde im Rahmen eines Sanierungsprogramms ein großer Teil der nicht im Krieg zerstörten Wohnhäuser abgerissen. Ab 1961 war das Gebiet an der Brunnenstraße als "Schaufenster des Westens" größtes Sanierungsgebiet Europas. Seit den siebziger Jahren war der Bezirk vom anhaltenden Verlust industrieller Arbeitsplätze besonders betroffen. Durch die Schließung der AEG-Werke hatte die Elektrobranche ihre führende Rolle in diesem Gebiet verloren. Neue Bedeutung gewann der Bezirk mit der 1971 eröffneten Technischen Fachhochschule Berlin an der Luxemburger Straße als Standort für Forschung und Lehre.

Die weitere wirtschaftliche Entwicklung war auch in Tiergarten von einem großen Strukturwandel gekennzeichnet. Durch das Industriesterben gingen auch in den Tiergartener Gewerbegebieten Tausende Arbeitsplätze verloren.
Von gesamtstädtischer Bedeutung war nach dem Bau der Mauer die Errichtung des Kulturforums am Kemperplatz. Südlich des Tiergartens entstand nach einem städtebaulichen Konzept des Stadtplaners Hans Scharoun eine Reihe hochrangiger Kulturbauten:
Staatsbibliothek (West), Neue Nationalgalerie, Kunstgewerbemuseum und Philharmonie mit dem Kammermusiksaal. Nach dem Mauerfall folgten Kunstbibliothek und Gemäldegalerie.

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