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Wer war Margarete Steffin?

Schriftstellerin/Schauspielerin/Mitarbeiterin von Bertold Brecht

  • geboren 21. März 1908 in Rummelsburg
  • gestorben 4. Juni 1941 in Moskau
Margarete Emilie Charlotte Steffin lebte kein Leben, sie lebte einen Kampf:
Ihre Kindheit verbrachte sie in der Zeit des Ersten Weltkrieges, ihre Jugend verlebte sie mit einer hoffnungslosen Liebe zu Brecht. Schriftstellerisch blieb sie stets im Schatten des "Meisters" der "Brecht - Werkstatt". Der Machtantritt der NSDAP 1933 zwang sie, ins Exil zu gehen - ein Exil, dass durch ihre Tuberkulose - Erkrankung noch schwieriger wurde und mit dem Sieg ihrer Krankheit endete.

Geboren als Tochter eines Fabrikarbeiters und einer Hausfrau wächst Margarete in dem Milieu der Arbeiterschaft des beginnenden 20. Jahrhunderts auf. Während die Balkankriege toben und die noch junge Reichsstadt Berlin, sich um den wirtschaftlichen Aufschwung bemüht, hat die gerade 6-jährige Margarete bereits ihren 19-Tage alten Bruder verloren.

Schon in ihrer Schulzeit schreibt Margarete Steffin Aufmerksamkeit erregende Aufsätze. Als sie auf eine weiterführende Schule geschickt werden soll, diktieren ihr ihre Eltern einen anderen Weg. Margarete soll mit 14 Jahren Geld verdienen. "Danach wollte ich unbedingt Dichterin werden. Aber ein paar Wochen vor Schulschluss wurde mir eine Stelle als Laufmädchen in den Deutschen Telefonwerken angeboten. Da wurde ich Laufmädchen.", lässt sie uns wissen.

Von 1924 bis 1927 baut Margarete Steffin ihre Qualifikationen aus. 1924 erhält sie eine Lehrstelle als Buchhalterin im Globus - Verlag. 1925 wird sie Herausgeberin einer Jugendklub - Zeitung. 1926 wird sie Mitglied des Großberliner Sprechchors.
Im Jahr 1927 arbeitet sie als Buchhalterin in einer Druckerei. Ganz nebenbei hält sie verschiedene Vorträge. Privat jedoch hat Margarete Steffin innerhalb von zwei Jahren bereits zwei Schwangerschaftsabbrüche hinter sich.

Als sie 1932 in die ehemalige UdSSR reist, beginnt ihr Weg an Brechts - Seite, sowohl beruflich als auch privat. Doch Brecht hält es mit der Treue nicht so genau. Helene Weigel bleibt seine Frau und Margarete Steffin eine von vielen Geliebten.
In den 30er Jahren steigert sie ihre schriftstellerische Produktivität und ihre Arbeit in der "Brecht-Werkstatt" hat (bislang verkannte) immense Bedeutung für die dortigen Produktionsprozesse.
Doch es reihen sich immer mehr Krankenhausaufenthalte in ihren Lebenslauf ein. Margarete lässt sich dadurch nicht bremsen. Sie verfasst während ihrer stationären Behandlungen viele Stücke wie: "Zwillinge" (1932), "Heute träumt ich, dass ich bei dir läge" (1933), "Von der Liebe und dem Krieg" (1933), "So wurde ich Laufmädchen" (1933), "Die große Sache" (1933) und viele mehr.

Ihre schriftstellerischen Leistungen, sowohl die in Zusammenarbeit mit Brecht entstandenen, als auch ihre eigenen, finden jedoch bis in die 80er Jahre hinein von der Forschung kaum Beachtung.
Jahrzehntelang verkennt man in ihr die Schriftstellerin und sieht sie lediglich als "Zulieferin" und "kleine Lehrerin aus der Arbeiterschaft des Meisters" . (Böthig)
Vor diesem Hintergrund erscheint ihr Ende umso dramatischer. Als Brecht 1933 ins Exil geht, folgt ihm Margarete Steffin. Brecht, Helene Weigel, deren Kinder, Ruth Berlau und Margarete Steffin reisen von Land zu Land, um dem Faschismus zu entfliehen.
Doch als sie 1941 von Moskau aus aufbrechen, um über die Pazifikküste nach Amerika weiterzureisen, müssen sie die schwerkranke Margarete zurücklassen. Kurz bevor die Reisenden das Schiff in die USA besteigen, stirbt Margarete Steffin.

Autorin: Nancy Spönemann

Margarete-Steffin-Straße im Stadtplan

Quellen:
www.lyrikwelt.de
www.renaissance-theater.de(Externer Link)
www.br-online.de(Externer Link)
www.bbs1northeim.de(Externer Link)

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