Willkommenskultur geht anders!

Pressemitteilung Nr. 052/2015 vom 02.02.2015

Die provisorische Notunterkunft für Flüchtlinge in der Levetzowstraße wird nach zwei Jahren geschlossen. Damit erfüllt das LAGeSo endlich die Forderung des Bezirksamts Mitte und der zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützer der Flüchtlinge. Von Anfang an war das ehemalige Heinrich-von-Kleist-Gymnasium nicht für die dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden geeignet. Dringend notwendige bauliche und organisatorische Verbesserungen unterblieben mit Hinweis auf den provisorischen Charakter der Notunterkunft.

So sehr das Bezirksamt die Schließung der Einrichtung begrüßt, so verstört ist es über die abermals katastrophale Informationspolitik des LAGeSo. Während der Senat in seiner Klausur ein Flüchtlingskonzept mit „rechtzeitiger Information und Einbindung von Bezirksämtern und Bürgerinnen und Bürgern“ verspricht, unternimmt das LAGeSo das Gegenteil.

Weder die bezirklichen Stellen noch die ehrenamtlichen Nachbarschaftsinitiativen oder die Akteure im Sozialraum wurden über den innerhalb von wenigen Tagen geplanten Umzug der Flüchtlinge in das Containerdorf Alfred-Randt-Straße in Treptow-Köpenick vorab informiert.

Das ist nicht nur ein Affront gegenüber dem Bezirksamt, sondern vor allem gegenüber den vielen Ehrenamtlichen. Ihr großes Engagement hat das Leben für die Flüchtlinge trotz der desolaten räumlichen Bedingungen erträglich und die viel beschworene Willkommenskultur für sie spürbar gemacht.

Der Stadtrat für Soziales und Bürgerdienste Stephan von Dassel: „Die Nichtinformation über den kurzfristig bevorstehenden Umzug wirkt wie eine späte Rache des LAGeSo gegen die Ehrenamtlichen, die immer wieder auf die zahlreichen Mängel in der Einrichtung und beim LAGeSo selbst hingewiesen hatten.“

Teilweise leben die Flüchtlinge seit über zwei Jahren in Moabit und ihre Kinder gehen hier zur Schule oder in den Kindergarten.

Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke: „Es darf keine ungeplanten Umzüge aus der Einrichtung geben. Ich bin nach wie vor fassungslos wegen dieser Aktion: Geflüchtete sind verunsichert und über die Kinder und Familien hat sich wohl niemand Gedanken gemacht.“

Das Bezirksamt erwartet, dass die vorhandenen und baurechtlich teilweise sogar schon genehmigten Möglichkeiten der Unterbringung von Flüchtlingen in Mitte genutzt werden. Es kann nicht sein, dass die gute integrative Arbeit des Bezirkes durch ständige Fehlplanungen des LAGeSo konterkariert wird.

Medienkontakt:
Stephan von Dassel
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