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Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2011 für den „Park am Nordbahnhof“

Pressemitteilung vom 13.09.2011

Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Ephraim Gothe, informiert:

Am Donnerstag, 15. September 2011, werden die Planer des „Park am Nordbahnhof“ „Fugmann Janotta Landschaftsarchitektur und Landschaftsentwicklung bdla, Berlin“ mit dem Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2011 ausgezeichnet.

Der Wettbewerb wurde am 18. und 19. März 2011 entschieden. Das siebenköpfige Preisrichterteam unter Leitung von Andrea Gebhard, Präsidentin des bdla, hatte 166 Arbeiten zu jurieren.

Überreicht wird die Auszeichnung vom Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Herrn Ramsauer als Schirmherrn. Damit erhält ein Park im Bezirk Mitte die bundesweite Auszeichnung des vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) ausgelobten Preises. Der Park ist in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, vertreten durch die Grün Berlin GmbH, und dem Bezirk Mitte für 1,6 Millionen Euro entstanden und wude 2009 eröffnet. Die Idee und Konzeption stammt vom Landschaftsarchitekturbüro FUGMANN JANOTTA aus Berlin.
Der rund fünf Hektar große „Park am Nordbahnhof“ wurde überwiegend von der Deutschen Bahn mit Ausgleichs- und Ersatzmitteln für vorgenommene Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Bau von Schieneninfrastruktur finanziert.
„Der „Park am Nordbahnhof“ gibt Gelegenheit, Berlins Stadtnatur wieder einmal anders zu erleben. In seinem Ursprung ist dieser neue Park ein ehemaliger Bahnhof, aber auch ehemaliger Grenzstreifen und damit Bestandteil des Mauergedenkkonzeptes – was mannigfaltig zu erleben ist. Gleichzeitig ist er viel mehr. Er ist ein Naturrefugium, das die Grenzen überwindet. Alles in allem ein typischer Park für Berlin, für alle Berlinerinnen und Berliner.“ So beschrieb ihn Senatorin Junge–Reyer zur Eröffnung.
Der neue „Park am Nordbahnhof“ ist ein Erholungsraum, wie er bislang für städtische Räume nicht bekannt ist – ein Park mit besonderen Atmosphären, der offen für neue sinnliche Erfahrungen ist, zu historischen Entdeckungsreisen einlädt, der der städtischen Natur breiten (Entwicklungs-) Raum lässt und Orte zum Verweilen und Spielen bietet.

Der Park am Nordbahnhof wirkt wie ein aufgespanntes Segel und verjüngt sich über fast einen Kilometer von der Invalidenstraße bis zur Schwindsuchtbrücke. Er führt Ost und West, die Quartiere um die Ackerstraße im Osten und Schwartzkopfstraße im Westen, zusammen. Er heilt eine große innerstädtische Wunde durch 5,5 ha erlebbare Stadtnatur, die sich in 20 Jahren entwickelt hat. Die eigene, unverwechselbare Atmosphäre wird durch das wiegende Meer von Gräsern der zentralen, 1,4 ha großen Wiesenfläche, das zart leuchtende Grün des Birkenwaldes oder den einmaligen Blick auf die Silhouette der Stadt geprägt.
Es ist ein geschichtsträchtiges Areal, auf dem Spuren von drei historischen Schichten aufzufinden sind. Es sind die Reste der Bahnanlagen des Stettiner Bahnhofs, die ehemalige Grenzanlage des Mauerstreifens und – als jüngste Schicht – die Stadtbrache, die von einer sich rasant entwickelnden Natur wiedererobert wurde.
Die Aufforderung an den Besucher, Geschichte und Natur zu entdecken, den besonderen Wert des Ortes zu erkennen und zu respektieren, erfordert Sensibilität. Wie in der klassischen Gartengestaltung wird der Ort durch Zäune geschützt und man schreitet durch Tore. Es sind enge, schleusenartige Eingänge, hinter denen eine Art „verlorene Welt“ vorzufinden ist. Auch die Wiese wird von einer Reling eingefasst, die nicht nur wertvolle Strukturen schützen soll sondern auch zum Betrachten und Entdecken einlädt.
Der aktiven Erholung dienen inselartige, in das Wiesenmeer eingelassene Trapeze und ein Streetballplatz westlich der Hinterlandmauer. Sie bieten Platz zum Spielen und Toben, zum Lagern und Ruhen.
Gehölze, wogende Wiesen, blühende Hochstaudenfluren und seltene Trockenrasen bedecken das Areal und können durch geeignete, extensive Pflegemaßnahmen langfristig erhalten werden – auch vor dem Hintergrund sich ändernder klimatischer Verhältnisse.
Die Neugestaltung hebt sich in ihrer Materialität bewusst von den historischen Relikten ab. Dem verwitternden Stahl der alten Gleise und dem Asphalt des historischen Kolonnenweges werden verzinkter Stahl für Stege und Zäune sowie Wege in Ortbeton entgegengesetzt. Farbliche Akzente setzen die Tore und die amorphen Betonformen in den Trapezen. Sie kontrastieren in ihrer Künstlichkeit die üppig wachsende Natur.
Die Jury zum Landschaftsarchitekturpreis 2011 attestiert dem Park und seinen Gestaltern, dass es „in überzeugender Weise gelungen ist, die sich im Grunde konkurrierend gegenüberstehenden Aspekte von Ökologie und intensiver Parknutzung in einem Gesamtkonzept zu vereinen“.

Informationen zu den diesjährigen Preisträgern und zur Veranstaltung selbst finden Sie auf der Hompage
BDLA

Medienkontakt:
Fugmann Janotta, Landschaftsarchitekten BDLA, Tel.: 49 [0]30 / 700 11 96-0, Fax.: 49 [0]30 / 700 11 96-22.