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„Dornröschen aus’m Wedding“ in der Arminiusmarkthalle in Moabit

Pressemitteilung vom 06.07.2011

am 09. Juli 2011 um 17:00 Uhr
Arminiusmarkthalle
Arminiustr. 2-4, 10551 Berlin

Gerlinde Kempendorff, Gina Pietsch und Uwe Streibel präsentieren die Premiere von „Dornröschen aus`m Wedding: Ein LIEDER-liches Sittengemälde Berlins um 1900 von Zille & Co.“

Mit musikalischer Begleitung werden die seinerzeit von der preußisch-kaiserlichen Zensur verbotenen “Hurengespräche” von Heinrich Zille gelesen.
Die „Hurengespräche“ sind ein sprachliches Zeitbild. Drastisch lässt Zille Huren erzählen, wie sie überhaupt dazu gekommen sind, „mit’s Jewerbe“ Geld verdienen zu müssen. Hurenlieder von Brecht, Wedekind, Kästner, Klabund, Heine und Jacques Deval erzählen dazu von der ungeheuren Kraft dieser Frauen, ihr Leben auszuhalten und manchmal, mit Humor und lebenstüchtigem Mut, auch Sinn zu geben.
http://www.berlin-wird-groesser.de/index.php?page=calendar&ecAction=overview&ecView=day&ecDay=9

Die Lesung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe » 1861: Berlin wird größer! – 150 Jahre Eingemeindung von Moabit, Wedding und Gesundbrunnen « statt.
Mit über 40 Veranstaltungen und einer Museumsausstellung unter der Schirmherrschaft der Bezirksstadträtin für Personal, Finanzen, Weiterbildung und Kultur, Dagmar Hänisch, wird hier von Juni bis September auf historische Spurensuche gegangen.
Die gesamte Veranstaltungsreihe mit Daten und Fakten zu allen Einzelveranstaltungen, ist im Internet unter www.berlin-wird-groesser.de oder auch mit Bildern und Berichten auf Facebook unter http://www.facebook.com/berlin.wird.groesser einzusehen.

Hintergrundinformationen zum Thema der Veranstaltungsreihe:
Die „Nordberliner Neubürger“ hatten 1861 allen Grund zum Feiern, denn diese Maßnahme war alles andere als ein routinierter bürokratischer Verwaltungsakt, sondern ein jahrelanges zähes Ringen zwischen Magistrat, Stadtverordnetenversammlung, Gemeinden, Kreisverwaltungen und Regierungsbezirk um Interessenausgleich und Konsens. Der Berliner Norden gehörte Mitte des 19. Jahrhunderts zu den sozialen Problemzonen des Berliner Raumes. Als eigenständige Gemeinde wären die hier ansässigen Steuerzahler finanziell überfordert gewesen, die notwendigen Kosten für Verwaltung, Infrastruktur und Armenpflege aufzubringen. Dies aber wollten die Berliner Stadtverordneten, die sich aus fiskalischen Gründen sträubten, die Verantwortung für die De-facto-Vorstadt Wedding zu übernehmen. Demgegenüber wehrte sich die Kreisverwaltung Teltow gegen die Abtretung von wirtschaftlich besser gestellten Gebieten an Berlin. Mit der Vision einer Industrialisierung des Berliner Nordens von europäischem Ruf, „wenn uns daher Gott Ruhe und Frieden erhält“, forderten am 15. Mai 1854 achtundsiebzig Weddinger Bürger von der Regierung den Anschluss an Berlin. Nach Abwägung der Sonderinteressen und der öffentlichen Notwendigkeiten empfahl die preußische Regierung dem Prinzregenten, die Eingemeindungen mit Wirkung zum 1. Januar 1861 zu dekretieren. Dieser Akt erwies sich als der Anstoß einer Erfolgsgeschichte. Von da an war der Aufstieg Berlins von der Königlichen Residenz zur Reichshauptstadt und europäischen Metropole nicht mehr aufzuhalten. Der Berliner Norden wurde in den Industrialisierungsboom einbezogen und bildete mit der Konzentration einer selbstbewussten Arbeiterschaft den soziokulturellen Gegenpol zur prosperierenden City.

Ansprechpartnerinnen :
Bezirksamt Mitte, Kerstin Sittner-Hinz, Tel.: 030/460601922,
Mail: kerstin.sittner-hinz@ba-mitte.verwalt-berlin.de
Bezirksstadträtin: Dagmar Hänisch, Tel.: 030/901833501/2,
Mail: dagmar.haenisch@bamitte.verwalt-berlin.de