Einweihung des Gedenkorts Güterbahnhof Moabit

16.06.2017

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Bild: Bezirksamt Mitte

Am 16. Juni 2017 wurde der Gedenkort Güterbahnhof Moabit feierlich von der Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen, Sabine Weißler, dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Andreas Nachama und Francesco Apuzzo und Jan Liesegang vom Künstlerkollektiv raumlaborberlin sowie mit den Beiträgen von Schülerinnen und Schülern der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule, feierlich eingeweiht.

In den letzten 25 Jahren bemühten sich zahlreiche Einzelpersonen, Initiativen, die Topographie des Terrors, die Senatsverwaltung für Kultur und Europa sowie das Bezirksamt Mitte von Berlin in immer wieder neuen Konstellationen um die Einrichtung eines Gedenkorts am Standort des ehemaligen Güterbahnhofs Moabit: Von dort wurden während des Nationalsozialismus über 30.000 Juden aus Berlin in Ghettos und Vernichtungslager in Osteuropa deportiert.
Dass es sich um den damals wichtigsten „Deportationsbahnhof“ Berlins handelte, war lange nicht bekannt. Die Geschichte dieses Ortes wurde über Jahrzehnte hinweg verdrängt, vernachlässigt und schließlich ab den 1990er-Jahren der Grundstücksverwertung und der Verkehrsplanung nachgeordnet. So sind heute lediglich Fragmente des Gleises 69, die Spundwand der Militärrampe sowie der Pflasterweg zur Quitzowstraße erhalten.

Aufgrund der gesamtstädtischen Bedeutung dieses Ortes wurde 2016 von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Mitte ein nichtoffener Kunstwettbewerb durchgeführt. Das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Dr. Stefanie Endlich sprach eine Realisierungsempfehlung für den Entwurf „Hain“ des Künstlerkollektivs raumlaborberlin (vertreten durch Francesco Apuzzo und Jan Liesegang) aus.

Eindrücke von der Einweihung des Gedenkortes Güterbahnhof Moabit

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Die tragende Idee des Entwurfs ist ein über Jahre entstehender Kiefernhain, der das Gedenkfeld aus der Umgebung eines Gewerbegebietes herausheben wird. „Als deplatziertes Fragment eines Kiefernwaldes in diesem unwirtlichen Kontext, entsteht eine Verbindung zur Landschaft. Genau wie das Fragment des Gleises 69 eine Verbindung zu den Orten der Ausgrenzung und Vernichtung herstellt, die heute noch als authentische Orte existieren“, erläutern die Künstler ihre Gestaltungsidee. Teil des Gedenkortes sind zwei Informationstafeln aus Cortenstahl, die an die Geschichte des Güterbahnhofs Moabit während des Nationalsozialismus erinnern. Unter den Kronen der langsam wachsenden Bäume wird nun über Jahrzehnte ein Raum der Erinnerung entstehen.
Die Realisierung des Gedenkorts Güterbahnhof Moabit war nur möglich durch die Zuwendung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin in Höhe von 150.000,00 Euro.

Weitere Informationen zu dem Gedenkort Güterbahnhof Moabit
sowie dem Kunstwettbewerb finden Sie unter:

www.berlin.de/kunst-und-kultur-mitte/kunst-im-stadtraum/erinnerungskultur