- Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit -
Im „Roten Viertel“ wurde auch das 1988 gebaute Seniorenwohnhaus Am Baltenring 74 saniert / modernisiert. Der 6-Geschosser mit 80 Wohnungen von je 35 m² Wohnfläche war kein altengerechtes (barrierefreies) Haus. Es hatte aber einige Besonderheiten: eine behindertengerechte Auffahrrampe am Hauseingang, einen Fahrstuhl bis zur 5. Etage, Handläufe an den Flurwänden, Ablagen neben den Wohnungstüren und einen Gemeinschaftsraum mit Küche im Erdgeschoss.
Dort befindet sich seit 1992 der „Klub 74“ vom Nachbarschaftszentrum Hellersdorf e. V.. Anerkennenswert ist, dass die WoGeHe (heute Stadt und Land) ein Sonderprogramm für die Baumaßnahmen dieses Hauses hatte. Auf einer Versammlung diskutierten Mieter und Vermieter mit Bauexperten auch über Belange des altengerechten Wohnens.
Mit der Betreuung der Mieter beauftragte die WoGeHe ein Service-Unternehmen. Es kümmerte sich um Ersatz-Toiletten, Ausweichquartiere, abschließende Grundreinigung... Auch der „Klub 74“ mit Personal und Räumlichkeiten war in dieser Zeit eine große Hilfe. Die in Haus und Wohnungen vorgenommenen altengerechten / altenfreundlichen Lösungen bezogen sich auf folgende Dinge:
Für das Bad konnten die Mieter zwischen verschiedenen Badewannen und einer niedrig schwelligen Dusche wählen. 60 % entschieden sich für die Dusche. Außerdem wurden entsprechende Haltegriffe angebracht. Bei Bedarf wurden höhere Toilettenbecken gesetzt. In einem Teil der Wohnungen wurden die gefährlichen Balkonschwellen von 18 auf 14 cm abgesenkt. Die Trittfläche auf beiden Seiten beträgt nun die angenehme Breite von 30 cm. Zusätzlich wurden am Türrahmen stabile Haltegriffe montiert.
Die Etagenflurbeleuchtung wurde auf Bewegungsmelder umgestellt, wodurch die Senioren nicht mehr nach dem Lichtschalter suchen müssen. Die Hausbewohner schätzen besonders die repräsentative Neugestaltung des Klubs. Er ist für viele ein traditioneller und beliebter Ort für Gespräche und Veranstaltungen. Eines hat sich allerdings im Zuge der Baumaßnahmen herausgestellt:
Man muss Einfühlungsvermögen, Geduld und Nachsicht aufbringen, um betagte Mieter von der Notwendigkeit mancher Änderungen zu überzeugen und sie für neue und sichere technische Lösungen zu erwärmen. Wenn sich die Senioren aber mit den Neuerungen angefreundet haben, sind sie zufrieden und dankbar. Ein außerordentlich erfreulicher Aspekt ist die gleich gebliebene Miete – in diesen Zeiten durchaus nicht selbstverständlich.
Es ist zu erwarten, dass das Seniorenwohnhaus Am Baltenring 74 nach dieser gelungenen Umgestaltung eine gute Adresse für Ältere bleibt. Auch wenn hier durchaus noch weitere Maßnahmen zur Anpassung an altengerechte Standards denkbar wären, geben sich doch jetzt die Konturen eines echten Seniorenwohnhauses deutlicher zu erkennen.
Ewald Bibow
Mitglied des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit
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