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Das Angerdorf Kaulsdorf


Natur und Stadtgrün

Alte Hofanlage mit ehem. Remise Kd Kirche1 Dorfanger

Unmittelbar östlich der Wuhleniederung liegt das Angerdorf Kaulsdorf. Es wurde als selbständiger Ort erstmals 1347 unter dem Namen "Caulstorp" erwähnt. Der Kern des Dorfes ist gut erhalten. In der Mitte des Angers, welcher sich von Nordwesten nach Südosten erstreckt, steht die alte Dorfkirche. Der stark begrünte Angerbereich wird von ehemaligen Bauernwirtschaften, die meist als Vierseithöfe angelegt sind, umgrenzt.
Das Gut Kaulsdorf war von 1782 bis 1785 im Besitz des Berliner Akademiemitgliedes Franz Carl Achard, der hier seine ersten Versuche zur Rübenzuckergewinnung durchführte.
1869 wurde Kaulsdorf an die Bahn angeschlossen, was die Entwicklung des Ortes nachhaltig beeinflusste.
Um 1900 entstanden in Kaulsdorf zunehmend Gärtnereien, welche die Berliner mit Obst und Gemüse belieferten. Durch die rege Bautätigkeit wuchs die Einwohnerzahl von 771 um 1900 auf 2381 im Jahre 1910.
Seit 1920 gehört Kaulsdorf zum neu gegründeten Bezirk Berlin-Lichtenberg. Bereits 1916 wurde das Wasserwerk im Kaulsdorfer Busch eröffnet. 1930 wurde der elektrische S-Bahnbetrieb nach Mahlsdorf aufgenommen.
Ab 1979 gehörte der Ortsteil Kaulsdorf zum neu gegründeten Stadtbezirk Marzahn, seit 1986 zu Hellersdorf und von 2001 an zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
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Die Dorfkirche in Kaulsdorf

Die Kaulsdorfer Dorfkirche ist seit mehr als 700 Jahren der Mittelpunkt des Dorfangers. Von den Ursprüngen aus dem 14. Jahrhundert ein Feldsteinbau, ist die Kirche in der Folgezeit wiederholt verändert und verputzt worden. Das ursprüngliche Gotteshaus bestand aus einem gedrungenen Apsissaal romanischen Ursprungs, dessen Entstehung aus der Zeit um 1250 datiert wird, womit die Kirche zu den ältesten Dorfkirchen Berlins gehört. Der barocke Umbau im Jahre 1716 ergab eine Verlängerung des Schiffs bei gleichzeitiger Erweiterung der Fenster.

Kirche

1875 wurde anstelle des barocken Fachwerkturmes ein aus Backsteinen gemauerter, querstehender, rechteckiger Westbau mit quadratischem Mittelturm in gotischen Formen angefügt. 1945 wurde der Turm durch Kriegseinwirkungen zerstört und durch ein schlichtes Zeltdach als Notlösung ersetzt.
Die Wiederherstellung der äußeren Gestalt des Turmhelmes nach historischem Vorbild erfolgte als Ergebnis einer Spendensammlung im Jahre 1999. Dabei wurde das alte Notdach vollständig erhalten und auf Vorschlag der Architekten im evangelischen Kindergarten als Baldachin wieder aufgestellt. Entgegen dem schlichten Äußeren der Kirche überrascht der Innenraum, der reich ausgestattet ist. Zwei der schönsten Ausstattungsstücke, die barocke Kanzel und der barocke Taufstein, erhielt die Kirche im Rahmen ihrer Neueinrichtung des damals noch mittelalterlichen Gotteshauses Ende des 17. Jahrhunderts.

Seit Juli 2000 befindet sich im Kaulsdorfer Kirchturm ein kleines Museum. In der "Glöcknerstube", von der aus einst die Glocken von Hand geläutet wurden, ist vor allem die Baugeschichte der Kirche dargestellt. Eine kunsthistorische Rarität sind hier die vier ältesten erhaltenen Totenkronenbretter aus dem 18. Jahrhundert. Sie entstammen einem Brauch, der für verstorbene Kinder und unverheiratete junge Menschen gepflegt wurde. Die liebevoll gestalteten Tafeln mit ihrer Ablagekonsole für eine schmuckvolle Totenkrone strahlen einen Hauch von früh verwelktem Leben aus, wie es der Kirchenbesucher Oskar Schwebel um 1840 gefühlvoll beschrieb.
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Die Hochzeitspforte der Dorfkirche in Kaulsdorf

Nach dem Umbau der Kirche im Jahre 1716 wurde im Jahre 1875, nach einem Entwurf des Baurates Georg Erbkam, vor der Westfassade des Gotteshauses eine Turmanlage im neogotischen Stil errichtet. Mit Abschluss der Bauarbeiten wurde 1880 in der Achse des Westportals ein aufwändiger Eingang gestaltet, die Hochzeitspforte. Die Anlage ist mit zwei großen Innenpfeilern symmetrisch aufgebaut, die durch Flügelmauern mit grazileren, niedrigen Außenpfeilern verbunden sind. Auf den beiden großen Innenpfeilern stehen schmiedeeiserne Kreuze, die sich durch einen ebenfalls schmiedeeisernen Bogen verbinden und von einem goldenen Stein bekrönt werden.

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Der Dorfkirchhof Kaulsdorf

Der Kirchhof wurde schon kurz nach der Gründung Kaulsdorfs, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, auf dem Anger im Zentrum des Dorfes angelegt. Er diente als Begräbnisstätte und als Standort der Kirchenscheune. Um 1250 wurde er mit einem Apsissaal bebaut, dessen Umfassungsmauern noch Bestandteil der heutigen Kirche sind. Der Friedhof war damals ganz von einer hölzernen Umwehrung mit zwei Pforten und einem Torweg umschlossen, die noch aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg stammte. Ab 1714 bestand die Kirchenmauer als Ergebnis einer Reparatur zum größten Teil aus Mauer- und Feldsteinen, ab 1777 wurde sie verputzt.
1866 wurde der Kirchhofplatz als Begräbnisstätte aufgegeben.

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Der Friedhof Kaulsdorf

Friedhof

Der Friedhof Kaulsdorf gehört zu den kleineren Anlagen im Bezirk. Er wurde 1911 als Friedhof mit Kapelle angelegt und ist bisher nicht erweitert worden. Gestaltet ist die zwischen Barnimer Höhenzug und Wuhletal gelegene Anlage terrassenförmig, um das hügelige Terrain auszugleichen. 1996 wurden Wasserleitungen und Wege erneuert, um den Friedhof auch bei starkem Regen begehbar zu machen. Ebenso wurde ein Friedhofsgebäude erbaut.
Auf dem Friedhof sind acht erhaltene Kriegsgräber identifiziert worden. Für sie wurde ein kleiner Hain als Mahnung und Erinnerung für nachfolgende Generationen errichtet.
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Der Gutshof Alt-Kaulsdorf

Das ehemalige "Freigut zu Caulsdorf" wurde 1640 bis 1693 von seinem damaligen Besitzer als Branntweinbrennerei betrieben. Einer der bekanntesten Besitzer des alten Gutes Kaulsdorf war von 1782 bis 1785 der Berliner Physiker und Chemiker Franz Carl Achard. Berühmt geworden ist er durch seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Zuckergewinnung aus Rüben. 1786 führte er auf dem Gut im Auftrag Friedrich Wilhelm III. Versuche zur Zuckergewinnung aus der Runkelrübe durch und nutzte ein Gebäude des Gutes bis zum Brand 1799 als Zuckerfabrik. 250 Jahre später übernahm die aus St. Petersburg stammende Unternehmerfamilie Schilkin das Gut zur Spirituosenherstellung. Bis heute wird im familieneigenen Betrieb produziert.

Wirtschaftsgebäude

Die Gliederung der Gebäude des Gutes stammt im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert und besteht heute aus einem Herrenhaus, Scheune, Verwaltung und Gesindehaus. Das Herrenhaus wurde nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1946/47 zum Produktionsgebäude umgebaut.

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Das Wasserwerk Kaulsdorf

Der Baubeginn für das Wasserwerk Kaulsdorf ist datiert auf das Jahr 1915. Die Anlage war notwendig geworden, da die Berliner Vorortgemeinde Lichtenberg in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg einen starken Zuwachs an Industrie und Bevölkerung verzeichnete, jedoch keine geeigneten Flächen und Stadtgebiete für die Grundwassergewinnung vorhanden waren. In der Nachbargemeinschaft Kaulsdorf, im Kaulsdorfer Busch, fand sich das dafür geeignete Gelände. Mit einer überbauten Fläche von 2,23 ha ist das Wasserwerk auf die notwendigsten Gebäude beschränkt.
Mit dem gelben Putz und der schlichten, durch große Fenster strukturierten Fassade fügt sich das Wasserwerk gut in seine Umgebung, dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Kaulsdorfer Busch ein, der den größten Waldbestand des Bezirkes bildet.
Ende der 90er Jahre wurde das 1916 in Betrieb gegangene Wasserwerk umfassend saniert, wobei es u. a. eine neue Brunnenanlage erhielt. Neben der Trinkwasserversorgung trägt es zu einer stabilen Grundwasserhöhe für die Region Kaulsdorf-Süd bei.
Das Wasserwerk Kaulsdorf wurde in die Denkmalliste als technisches Denkmal aufgenommen und zählt auch weiterhin zum Bestand der Berliner Wasserwerke.

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Fahrverbindungen:

Alt-Kaulsdorf, Städtischer Friedhof
Bus 191; S + U Wuhletal
Metro U5; Wuhletal
S-Bahn S5; Wuhletal

Kontakt

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin
Umwelt- und Naturschutzamt
Premnitzer Str. 13
12681 Berlin

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12591 Berlin

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