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Das Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus und seine Parkanlage, der Wuhlegarten


Ein durch seine landschaftliche Vielfalt beeindruckender Abschnitt des Wuhletals ist das Gebiet um das Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus, der Wuhlegarten.
Am 18. November 1893 wurde das jetzige Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus als "Anstalt für Epileptische Wuhlegarten bei Biesdorf" mit einer Kapazität von 1000 Betten eröffnet. Die Anstalt mit ihrem weitläufigen Park und den Grünanlagen war für die Jahrhundertwende eine sehr moderne Einrichtung des Gesundheitswesens und hatte einen eigenständigen Charakter.

Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus

Werkstätten, Landwirtschaft mit Tierhaltung und eigene Wasser- und Energiequellen dienten der Versorgung und Therapierung der Patienten, die weiten Grünanlagen waren daher früher als landwirtschaftliche Nutzflächen und Erholungsanlagen angelegt worden. Man war darauf bedacht, die Patienten nicht nur zu behandeln, sondern sie auch sinnvoll zu beschäftigen. Die Behandlungsmethode der Arbeitstherapie orientierte sich u.a. an der Lehre des Charité-Neurologen Wilhelm Griesinger.

Wilhelm Griesinger war der Begründer der deutschen Psychiatrie. Er wurde 1817 in Stuttgart geboren und starb 1868 im Alter von 51 Jahren in Berlin. Wilhelm Griesinger lehrte an der Universität in Tübingen und später in Kiel, wo er am pathologischen Institut neuroanatomische Hirnforschung betrieb. Er kehrte 1854 zurück nach Tübingen und verließ es im Jahre 1860 wieder, um in Zürich erneut die Leitung einer Klinik für innere Medizin zu übernehmen. 1864 hatte Griesinger den Ruf auf eine Professur an der Charité in Berlin angenommen, wo er zugleich Direktor der psychiatrischen Klinik wurde.
1968, zum 100. Todestag, wurde die "Anstalt für Epileptische Wuhlegarten bei Biesdorf" in "Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus Berlin" umbenannt.

Kirschallee/ Eichenallee Verwaltungsgebäude Wuhlegarten

In der Mitte teilt das Gelände die Kirschallee. Östlich davon erstrecken sich zur Wuhle hin abfallende Hangbereiche, in die sich vier kuppenförmige Ausläufer des Barnims hineinschieben. Dieses Geländeprofil wurde in die Anlage bewusst einbezogen. Eine Querachse zur historischen Kirschallee (inzwischen stehen hier andere Gehölze), die unter anderem mit der Kirche und dem turmgekrönten Verwaltungsgebäude gebaut wurde, hebt den zweiten Vorberg besonders hervor. Von hier gibt es eine direkte Wegverbindung zur Wuhle.
Das Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus steht aufgrund seiner Architektur, der Einordnung der Gebäude in den Landschaftsraum Wuhletal sowie der großzügigen Gestaltung der Park- und Freianlagen heute unter Denkmalschutz. Auch heute ist das Krankenhaus eine moderne therapeutische und diagnostische Einrichtung des Gesundheitswesens.
Springbrunnenanlage vor der Kirche

Vom S- und U-Bahnhof Wuhletal entlang der Altentreptower Straße in westliche Richtung sind es bis zum Haupteingang nur etwa 5-7 Minuten zu Fuß. Das Eingangsrondell mit der rekonstruierten Pyramidenpappelpflanzung führt direkt zur historischen Kirsch- und heutigen Eichenallee. Sie ist die Hauptachse der drei in Nord-Südrichtung verlaufenden Achsen. In der Hauptallee befindet sich das Rotdornrondell mit der Springbrunnenanlage am Haus 17. An dieser Stelle findet man auch einen Tulpenbaum, ein großes stattliches Exemplar, wohl einmalig in der Region. Er blüht erst im Juni, wenn die Blätter schon ausgetrieben haben.

Der hundertjährige Baumbestand auf dem Gelände weist viele Besonderheiten auf. Insgesamt findet man hier ca. 3.000 Bäume vor, darunter alte, seltene und wertvolle Gehölze. Ein Spaziergang durch die Parkanlage lohnt sich zu jeder Jahreszeit, besonders vielleicht im April/ Mai, zur Blütezeit der Magnolien an den Häusern 2 und 17. ...weitere Informationen(Externer Link)

Der Garten gilt als wichtiges Gartenbaudenkmal. Die südlich gelegenen Wuhlehänge wurden in jüngster Zeit nach historischem Vorbild neu gestaltet. Das ursprüngliche Wegesystem und dessen Bepflanzung mit den Obstalleen wurde wiederhergestellt. Die Hauptbaumarten aus der Gründerzeit sind Ahorn, Esche, Eiche, Kastanie, Linde, Hainbuche, Birke, Robinie, Fichte, Douglasie und Eibe. Als exotische Kostbarkeiten sind die Magnolienbestände hervorzuheben. Aufgrund der Schönheit, Seltenheit oder wegen landschaftstypischer Kennzeichen sind acht Bäume der Anlage als Naturdenkmale gesetzlich geschützt.

Karpfenteich ohne Wasser

Als Element des Landschaftsparks gehörte ursprünglich auch eine Teichanlage an der Wuhle, der heutige Karpfenteich, zum Gesamtensemble. Etwa in der Höhe der Kirche des Griesinger-Parks geht man in östlicher Richtung auf dem Naturlehrpfad zum Karpfenteich, der von der malerischen, ruhigen und naturbelassenen Umgebung des sogenannten Auwaldes umgrenzt ist. Der Karpfenteich wird nach der umfassenden Renaturierung der Neuen Wuhle wieder durch einen Stichkanal mit Wasser versorgt.

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Die Wuhleauen am Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus

Den Bereich südlich der Cecilienstraße charakterisieren Brachflächen mit "Wildwuchs". Prägend für den Niederungsbereich sind weiterhin Erlen und Eschen. Dieser Gehölzstreifen mit schönen alten Bäumen zieht sich in der Mitte der Niederung von der Cecilienstraße bis zur Altentreptower Straße hin. Noch in den siebziger Jahren floss am östlichen Rand dieses Streifens die alte Wuhle, ihr früheres Bett ist noch in Resten vorhanden.
Offene Wiesenflächen mit Hochstaudenfluren begleiten beidseitig den Auenwald im Talraum.

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