Das Angerdorf Biesdorf
Biesdorf wurde als typisches Angerdorf angelegt, mit der stattlichen Dorfkirche als Mittelpunkt. Große Feuerschäden und die Kriege von 1618 bis 1648 und von 1806 bis 1813 hatten Biesdorf so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Einwohnerzahl lange Zeit nicht über 300 Einwohner stieg.
Erst mit der Errichtung eines Haltepunktes der Ostbahn (1885), dem heutigen Bahnhof Biesdorf, wurde das kleine Dorf mit seinen Ländereien vor den Toren des sich rasant entwickelnden Berlins interessant. In der Folge entstanden in Biesdorf durch Verkauf von Bauernland die beiden Kolonien Biesdorf-Süd (1899/1900) und Biesdorf-Nord (1901), bis 1910 war die Einwohnerzahl auf rund 2250 Menschen angewachsen.
Biesdorf, auch das "Werder des Ostens" genannt, wurde 1920 in die Stadt Berlin eingemeindet. Seit 1979 ist es Teil des ehemaligen Bezirks Marzahn, seit 2001 gehört es zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf.
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Der Gutshof in Alt-Biesdorf
Die Anlage des Ritterguts (Alt-Biesdorf 21-22) bildet zusammen mit der Angerbebauung den Kern des Dorfes. Die heutige bauliche Einfassung des Gutes, die der eines übergroßen Vierseithofes entspricht, stammt zum größten Teil aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine lange Geschichte von 1375 bis heute spiegelt die Dorfgeschichte wider. Folgende Gutshofgebäude sind von besonderer historischer Bedeutung:
Wohnhaus - Das zweistöckige Gebäude ist mit der starken Horizontalität der Fassadengliederung in der Tradition des Klassizismus gestaltet, Detailformen stammen aus der Gründerzeit.
Pferdestall, Speicher und Schweinestall - Diese drei Backsteinbauwerke wurden um 1888 im Stil der Neorenaissance errichtet. Farbig abgesetzte Formsteinfriese und -felder prägen die Fassade im Obergeschoss. Untereinander sind die drei Gebäude durch unterschiedliche Höhe und Fassadengliederung differenziert.
Kuhstall - 1902 läßt Wilhelm von Siemens auf dem von seinem Vater übereigneten Landgut einen Kuhstall für den Gutsbetrieb seiner Frau errichten. Das etwa 50 Meter lange Gebäude im Stil der märkischen Backsteingotik hat ausgewogene Proportionen und eine feine und strenge Gliederung der äußeren Pfeilervorlagen, die dem Rhythmus der inneren Tragstruktur entsprechen. Auf dem Satteldach ist ein Oberlicht- und Belichtungsband angeordnet, das mehr einer modernen Werkhalle entspricht.
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Die Dorfkirche von Alt-Biesdorf
Die Biesdorfer Kirche mit frühgotischen Resten ist das älteste Bauwerk in Berlin. Die Umfassungswände des Feldsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert sind noch gut erhalten. Ab 1230 wurde mit dem Kirchbau in Biesdorf begonnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen aus jener Zeit, die eine klare Unterteilung in Turm, Schiff und Apsis aufweisen, wurde die Biesdorfer Kirche als Saalkirche konzipiert. Nach dem Brand von 1754 verputzte man das Kirchenschiff und der Bau erhielt einen barocken Turm mit geschweifter Haube und so genannten Schiffsfenstern. Die Kirche wurde 1896/97 erneuert und durch eine Halbrundapsis und einen quadratischen Westturm in Backstein erweitert, dabei sind auch die Schiffsfenster verändert worden. Die Erscheinung glich den neugotischen Backsteinkirchen. Der Turm ist in rotem Ziegel gemauert und der Sockel in Rüdersdorfer Kalk ausgeführt. Die Kirche brannte 1944 aus und wurde 1950/51 vereinfacht wieder aufgebaut. Das Innere des Gotteshauses wurde modern gestaltet.
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Der Friedhof Biesdorf
Der Friedhof wurde 1898 unterhalb des Mühlbergs als Gemeindefriedhof eröffnet. Wilhelm von Siemens, der im Schloss Biesdorf residierte, hat der Gemeinde das Gelände zur Verfügung gestellt. Der Friedhof ist mit einem regelmäßigen rechtwinkligen Wegesystem geplant. Den Eingang prägt der Neubau der Friedhofsverwaltung von 1995. Dahinter steht eine kleine neogotische Backsteinkapelle mit Vorhalle und Apsis. Die 1898 errichtete Kapelle dominiert die Friedhofsanlage. Sie ist im Stil der märkischen Backsteingotik, unter sparsamer Verwendung von Bauschmuck und freiem Umgang mit historischen Formen erbaut. Den Kapelleninnenraum bestimmt ein freier Blick auf das von unten offene Dachtragwerk.
Prägend für den Friedhof sind die vielen imposanten Erbbegräbnisstätten. Sie sind neben der Kapelle als Wandergräber angeordnet und wie die Friedhofskapelle denkmalgeschützt. Die Gräber, mit teilweise umschließender Einfassung und architektonisch gestalteter Rückwand, bilden die Rückseite eines Teils der südlichen Friedhofsmauer.
Im Jahre 1900 fanden die ersten Erbbegräbnisse statt, denen bis 1934 weitere folgten. Vor allem Familien der reichen Obst- und Gemüsebauern ließen sich solche beeindruckenden Grabmale errichten.
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Fahrverbindungen:
Alt-Biesdorf
X69, 108, 154; U Elsterwerdaer Platz
U5; Elsterwerdaer Platz
Friedhof Biesdorf
191; S+U Wuhletal
S5; Wuhletal
U5; Wuhletal
© Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf