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Erfahrungsbericht 2000 - 2004
Teil II - Auswahl von Projekten und Aktivitäten

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BÜNDNIS FÜR KINDER(Externer Link)

”Kinderfreundlichkeit” ist das Qualitätsmerkmal, an dem wir messen, ob die kindliche Entwicklung wirklich gefördert wird. Doch was heißt ”Kinderfreundlichkeit”? Kinder haben eigene Rechte; Gesundheit und Sicherheit fördern; Erlebniswelten schaffen; Partizipation praktizieren; Widerstände benennen und Bündnispartner suchen. Die Aufzählung ist unvollständig. Kinderfreundlichkeit ist nicht einfach da, sie entsteht, und zwar, indem Kinder selbst daran mitwirken wie ihre Lebensumgebung aussieht.

Projekte zur Beteiligung und Mitbestimmung unserer Jüngsten im öffentlichen Raum haben in unserem Bezirk eine mehr als zehnjährige Tradition. Stadtteilbezogene Kinderfreundlichkeitsuntersuchungen, Kinderversammlungen beim Bürgermeister unter Teilnahme aller StadträtInnen und der MitarbeiterInnen in der Verwaltung, Kindertalk u.a. erhalten viel Öffentlichkeit. Aber Lärm, Hygiene, gesunde Ernährung, Eigenverantwortung, Verbote, Gebote, Straßenverkehr, Schulwege, Bewegungsräume, Unfälle, frische Luft u.v.a. sind die Bereiche, die uns die Kinder unter defizitärer Sicht als Fotobeweis in den Kritiksack steckten. Sie machten uns deutlich, wie komplex das gesunde Aufwachsen unserer Kinder zu betrachten ist. Immer wieder, nicht einmalig, müssen wir den Spuren unserer Kinder folgen und herausfinden, was sie wirklich wollen. Partizipation zielt auf die Erkundung der Bedürfnisse in praktischer Gemeinsamkeit zwischen Kindern und Erwachsenen.

Beteiligung als Alltagskultur ist unsere Vision! Davon sind wir aber leider noch weit entfernt.

Wir denken, dass das nur zu erreichen ist, wenn Bündnispartner gesucht und gefunden werden, die bereit sind, gemeinsam für Kinder und mit Kindern zu handeln. Das Aktionsprogramm für Umwelt und Gesundheit (APUG) des Bundesministeriums bot engagierten Fachleuten unseres Bezirkes die Gelegenheit, neue Eckpfeiler für das besondere Augenmerk auf die Entwicklungssituation von Kindern zu setzen. Bessere Vernetzung, ressortübergreifendes Zusammenwirken, stadtteilbezogene Aktionen mit Kindern unterschiedlichen Alters, lebensweltbezogene Sozialraumanalysen, Aktionen zum Wohle der Kinder sind Schlagworte der erarbeiteten Konzeption eines Forums. Zielsetzung war, die Verdrängung der Kinder aus den öffentlichen Räumen des Wohnumfeldes unter dem Motto ”Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf als Aktions- und Bewegungsraum für Kinder” zu thematisieren. Darüber hinaus sollte das Forum Auftakt für eine verstetigte öffentliche Diskussionsplattform von Kindern mit relevanten Akteuren und interessierten Bürgern zur Entwicklung eines politischen Leitbildes der Kinderfreundlichkeit im Bezirk fungieren. Kurzfristige Ziele waren auch, die Fortführung bisheriger gesundheits- und kinderpolitischer Aktivitäten (GesundheitswerkSTADT, Kiezdetektive, Kinderversammlungen, Umwelterziehungsprojekte etc.) unter den stark veränderten bezirklichen Rahmenbedingungen als Baustein bei der Umsetzung des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit auf kommunaler Ebene, öffentlichkeitswirksame Kampagne und Mobilisierung lokaler Akteure unterschiedlicher Fachbereiche sowie Entscheidungsträger der Wohnumfeldgestaltung zur Wahrnehmung o.g. Problematik und die Entwicklung konsensfähiger Lösungen. Die Anstrengungen um neue Wege, die Akzeptanz und Förderung von Kindern zu verbessern, mündeten in der Gründung eines Bündnisses für Kinder. Mehr als 60 Anwesende einigten sich auf einen Grundkonsens, in dem es heißt: ”... der informelle Zusammenschluss von engagierten Erwachsenen setzt sich für die Umsetzung von Problemlösungen ein. Politiker und Verwaltung wirken aktiv im bezirklichen Bündnis mit, in dem sie nachhaltig Aktionen und Initiativen bzw. Rahmenbedingungen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern befördern und verantworten.”
Um eine Arbeitsfähigkeit des Bündnisses herzustellen, wurde auf Grund der Diskussionsergebnisse beschlossen, vier Arbeitsgruppen zu bilden, die offen für die Mitwirkung von Interessierten sind:

- AG Bewegung und Aktionsräume
- AG Öffentlichkeitsarbeit
- AG Elternarbeit
- AG Rechte / Problemlagen der Kinder, Beteiligung / Bedürfnisse

Die Geschäftsstelle des Bündnisses ist in der Plan- und Leitstelle Gesundheit und Soziales des Bezirksamtes.

Wir, die Initiatoren dieses Prozesses, sind froh über das ermutigende Ergebnis. Ist es uns doch erstmalig in dieser Qualität gelungen, ein bezirkliches Netzwerk zu knüpfen, welches das Kind als ganzheitliches Subjekt und als Akteur in das Zentrum der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit stellt.

Heidemarie Metzner

Kontakt

Plan- und Leitstelle Gesundheit und Soziales
Riesaer Str. 94
12627 Berlin
Telefon (030) 90293-4264