Drucksache - 0351/VIII  

 
 
Betreff: Zur Schuldistanz in Marzahn-Hellersdorf
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:Fraktion der SPDBzStR SchulSportJugFam
Verfasser:Lemm, Gordon 
Drucksache-Art:Große AnfrageGroße Anfrage
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Beantwortung
22.06.2017 
Öffentliche Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf schriftlich beantwortet   

Sachverhalt
Anlagen:
1. Große Anfrage PDF-Dokument
2. Schriftliche Beantwortung  

Die Fragen werden wie folgt beantwortet:

 

Hinweis: Die Beantwortung der Fragen erfolgte in Zusammenarbeit des Schul- und Sportamtes mit dem Jugendamt und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Außenstelle Marzahn-Hellersdorf.

 

1. Wie viele Schülerinnen und Schüler zeigen ein schuldistanziertes Verhalten?

    Angaben bitte getrennt nach Klassen und Schularten.

 

2. Hat sich der Senat mit den Ursachen der Schuldistanz speziell in Marzahn-

    Hellersdorf beschäftigt?

    Wenn ja, welche Ursachen wurden recherchiert?

 

3. Was wurde und wird seitens der Schulen und der Jugendhilfe getan, um die

    Schülerinnen und Schüler zu motivieren, wieder am Unterricht teilzunehmen?

 

Zu 1.

290 Schülerinnen und Schüler (Vorjahr 247) zeigen ein schuldistanziertes Verhalten, das dem Schul- und Sportamt mit 617 (Vorjahr 570) Schulversäumnisanzeigen durch die Schulen angezeigt wurde. Hierbei wird ein Drittel (33 %) aller Schulversäumnisanzeigen von den Grundschulen (1. bis 6. Klasse) gestellt. In den Klassenstufen 7. bis 10. wurden 195 Schulversäumnisanzeigen geschrieben, wobei in der 9. Klasse die meisten Schülerinnen und Schüler (20%) fehlten, gefolgt von der 10. Klasse mit 17%. (siehe Anlage)

Zu 2.

Im Kapitel  4 der berlinweiten „Schuldistanz-Handreichung für Schule und Sozialarbeit“; 3. Auflage 2017, stehen Ursachen von Schuldistanz. Eine gesonderte Abfrage zum Bezirk liegt nicht vor.

Zu 3.

Es gibt zahlreiche Formen/Projekte der Kooperation Jugendhilfe-Schule, in denen u.a. die Haltequalität an Schule verbessert werden soll.

Die Jugendhilfe wirkt in Bezug auf Schuldistanz beratend und steuernd und finanziert spezielle Projekte, um Schuldistanz zu vermeiden bzw. um Formen zu finden, damit alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, am Schulbesuch teilzunehmen.

Über Träger der freien Jugendhilfe sind Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter im Kontext von Schule tätig, wirken einerseits als Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter (im Bereich Schulstationen, im Rahmen des Programms Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen, über das Bonusprogramm, über Ganztagsmittel der Schule) und andererseits in schulischen HzE-Projekten (Bruno, (T)Anker, Coole Schule, u.a.). Sie haben die Aufgabe Schuldistanz zu vermeiden, Übergänge gut zu gestalten, Gruppenkonflikte auszuräumen, soziales Lernen zu fördern, das Schulklima zu verbessern und dabei mit Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern, Eltern u.a. Kooperationspartnern zusammen zu arbeiten. Bei Anzeichen von Schuldistanz nehmen die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter Kontakt zu den Erziehungsberechtigten auf, führen Gespräche, versuchen Gründe für das Fernbleiben zu erkennen und neue Vereinbarungen zu treffen  und beziehen fallbezogen das Jugendamt und/oder andere Fachdienste ein.

Das Jugendamt steht den Schulen beratend zur Verfügung. Nach Absprache bzw. nach Eingang der Schulversäumnisanzeige wird auch hier gemeinsam überlegt, wie im Einzelfall verfahren werden kann. Das Jugendamt wird zu Hilfekonferenzen in der Schule eingeladen, es erfolgen weiterführende Absprachen in den  Kompetenzteams und/oder in den Krisenteams.

Für den Umgang mit Schuldistanz wurde von Fachkräften aus Schulen, Schulaufsicht, Schulamt und Jugendamt eine Handreichung „Umgang mit Schuldistanz in Marzahn-Hellersdorf“ erarbeitet, die als Anlage beiliegt.

Eine Verständigung gab es auch in einer großen Schulleiterrunde am 09.05.2017 zwischen Schulen, Schulaufsicht, Schulamt und Jugendamt zum „Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit komplexen Hilfebedarfen“. Die Veröffentlichung der diesbezüglichen Papiere erfolgt in Kürze. Auch bei dieser Zielgruppe spielt das Thema Schuldistanz eine große Rolle.

Allen Beteiligten ist wichtig, sofort bei den ersten Anzeichen von Schuldistanz zu handeln.

 

Gordon Lemm

 

Anlagen

 
 

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