Drucksache - DS/1233/VIII  

 
 
Betreff: Verleihung Frauenpreis 2019
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:BezirksamtBezirksamt
Verfasser:BzBm/PersFinImmKultBzBm/PersFinImmKult,
Drucksache-Art:Vorlage zur KenntnisnahmeVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
16.05.2019 
31. Sitzung in der VIII. Wahllperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin zur Kenntnis genommen (Beratungsfolge beendet)   

Sachverhalt
Anlagen:
VzK PDF-Dokument

Das Bezirksamt bittet die Bezirksverordnetenversammlung, Folgendes zur Kenntnis zu nehmen:

 

Durch die Jury zur Verleihung des „Lichtenberger Frauenpreises 2019“ wurden in der Sitzung am 18. Februar 2019 zwei Preisträgerinnen für ihr herausragendes Engagement ausgewählt.

 

Begründungen der Einreichungen:

 

  1. Annelies Roloff ist praktizierende Hausärztin in Berlin – Lichtenberg. In ihrer Praxis bietet sie seit 5 Jahren in Kooperation mit dem Verein für soziale Gesundheit e.V. eine soziale Beratung für Patient*innen an. Das Angebot ist auf Grund der demografischen Veränderungen besonders für ältere und hochbetagte Frauen, die allein leben, ein Zugang zur gleichberichtigten Teilhabe an Informationen, sozialer Beratung und Leistungen. Das Angebot ist innovativ und in Lichtenberg einzigartig.

 

Frau Roloff ist 82 Jahre und führt ihre Praxis weiter. Sie hält die gesundheitliche Versorgung, welche in Lichtenberg sehr angespannt ist, für ihre 4000 Patient*innen weiter aufrecht, weil keine Nachfolge für die Praxis abzusehen ist.

 

  1. Doris Nabrowsky wurde 1952 geboren und war bis März 2018 im Umwelt- und Naturschutzamt Berlin-Lichtenberg. Ihre Leistungen für den Umwelt-, insbesondere den urbanen Umwelt- und Klimaschutz, sind bedeutend für die Geschlechtergerechtigkeit und haben Auswirkungen auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen in ihrem Wohnumfeld. Die geschlechtsspezifische ungleiche Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit, führt bei Frauen zu einer höheren Aufwendung an Zeit in der Familienarbeit. Das Wohnumfeld ist der Lebensmittelpunkt von Frauen und ihren Kindern, sie verbringen dort einen wesentlichen Teil ihrer Lebenszeit und können auf Grund bestehender Doppelbelastungen schädlichen Umwelteinflüssen nicht entgehen. Für Frau Nabrowsky sind die Entwicklung und der Erhalt einer intakten gesunden Umwelt, besonders im direkten Wohnumfeld eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Sie hat maßgeblich mit ihrem Engagement für den Erhalt und die Entwicklung von Landschafträumen, unseren Bezirk geprägt. Hervorzuheben ist ihr soziales Engagement für geflüchtete Menschen. Sie ist Übungsleiterin im Sportverein in Marzahn und hat dort ein Benefiz Konzert gegen Gewalt und Fremdenhass organisiert.

 

Als transidenter Mensch lebt sie seit 2017 als Frau und hat ihr Schicksal öffentlich gemacht. Sie teilt das mit vielen Transgendern ihrer Generation, die sich aus Angst vor Verfolgung oder Benachteiligung nicht in jüngeren Lebensjahren geoutet haben. Sie geht damit sehr offensiv um und leistet einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung des Verständnisses dieser Thematik in der Öffentlichkeit. Sie leitet eine Selbsthilfegruppe und setzt sich für die Gleichstellung transgender Menschen, für Vielfalt und gegen Homophobie in unserer Gesellschaft ein.

 

Das Preisgeld in Höhe von 500 € wird geteilt. Beide Preisträgerinnen erhalten eine Skulptur „Lichtenberger Frauenpreis 2019“. Die Preisverleihung findet am 07. März 2019 statt.

 

 

 
 

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