Drucksache - DS/1078/VIII  

 
 
Betreff: Auswertung der Daten des Zahnärztlichen Dienstes im Bezirk Lichtenberg
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:BezirksamtBezirksamt
Verfasser:BzStRin FamJugGesBüDBzStRin FamJugGesBüD,
Drucksache-Art:Vorlage zur KenntnisnahmeVorlage zur Kenntnisnahme
Beratungsfolge:
Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin Entscheidung
24.01.2019 
26. Sitzung in der VIII. Wahlperiode der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg von Berlin überwiesen   
Gesundheit Entscheidung
12.02.2019 
10. Sitzung in der VIII. Wahlperiode des Ausschusses Gesundheit zur Kenntnis genommen (Beratungsfolge beendet)   

Sachverhalt
Anlagen:
VzK PDF-Dokument
VzK - Anlage  

Die Bezirksverordnetenversammlung wird gebeten, Folgendes zur Kenntnis nehmen:

Erstmals liegt für den Bezirk Lichtenberg eine Auswertung der Vorsorgeuntersuchungen des Zahnärztlichen Dienstes (Schuljahr 2016/17) vor. Darin werden die durch den Zahnärztlichen Dienst erhobenen Daten zur Zahngesundheit von 3-, 6- und 12-jährigen Kindern aus Lichtenberg im Zeitverlauf sowie auf Ebene der 13 Lichtenberger Stadtteile analysiert. Darüber hinaus werden die Daten mit den Ergebnissen der anderen Bezirke sowie Berlin insgesamt verglichen. Ziel der jährlichen Untersuchungen in Kitas und Schulen ist, behandlungsbedürftige Zähne und kieferorthopädische Auffälligkeiten festzustellt. Somit nimmt der ZÄD eine wichtige sozialkompensatorische Funktion ein, da Kinder, deren Eltern mit ihnen ansonsten selten oder gar nicht zum Zahnarzt gehen auf diesem Wege zumindest zahnärztlich untersucht werden können.

 

Unter anderem wurden nachfolgende Ergebnisse festgestellt:

3-jährige Kinder

  • Im Zeitverlauf seit 2012 ist der Anteil an Kindern mit sanierungsbedürftigem Gebiss ckläufig und sank von 23,5 % auf 18,6 % der untersuchten Kinder.
  • Ein erhöhtes Kariesrisiko wies jedes fünfte Kind (20,8 %) auf. Im Jahr 2012 betraf das noch jedes vierte Kind (25,9 %).
  • Trotz der positiven Entwicklungen im Betrachtungszeitraum erreichte Lichtenberg im bezirklichen Vergleich beim Anteil sanierungsbedürftiger Gebisse bei 3-jährigen Kindern Rang 9. Auch die Quote von Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko lag in Lichtenberg ca. 5 Prozentpunkte (21,1 %) oberhalb des berlinweiten Wertes (16,4 %).

6-jährige Kinder

  • Im Betrachtungszeitraum war bei den 6-jährigen Kindern eine positive Entwicklung zu verzeichnen: hrend 2012/13 noch ca. 45,6 % einen Behandlungsbedarf aufwiesen, betraf das 2016/17 den Anteil von 36,5 % der Kinder.
  • Ein erhöhtes Kariesrisiko wurde im Schuljahr 2016/17 19,6 % der Kinder bescheinigt. Dieser Wert lag ca. 2 Prozentpunkte niedriger als noch 2012/13.
  • Im Vergleich zu den gesamtstädtischen Ergebnissen, hatte unter den 6-Jährigen aus Lichtenberg ein geringerer Anteil an Kindern ein naturgesundes Gebiss (Berlin: 52,8 %; Lichtenberg: 48,6 %). Damit erreichte Lichtenberg Platz 7 im Bezirksvergleich.

12-jährige Kinder

  • Bei den 12-jährigen Kindern werden nicht alle Schulen besucht. Die Auswahl beschränkt sich auf diejenigen Schulen, bei denen ein erhöhter Bedarf festgestellt wurde. Vor diesem Hintergrund ist die Anzahl der untersuchten Kinder in der Altersgruppe geringer als bei den jüngeren Kindern, sodass die Ergebnisse r diese Altersgruppe nicht verallgemeinerbar sind.
  • Seit 2012 nahm der Anteil an gesunden Gebissen bei den 12-Jährigen um ca. 11,5 Prozentpunkte zu. Dementsprechend rückläufig war der Anteil an behandlungsbedürftigen Gebissen (-10 Prozentpunkte).
  • In diesem Zeitraum sank auch der Anteil an Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko von 7,4 % auf 4,1 %.
  • hrend der Anteil an kariösen Gebissen in Lichtenberg (19,1 %) im Vergleich zum Berliner Durchschnitt (15,8 %) höher lag, war der Anteil an Kariesrisikogebissen in Lichtenberg niedriger, was einem mittleren Rang im Bezirksvergleich entsprach.

Ausgewählte Ergebnisse der kleinräumigen Auswertung

  • Im Alter von 3 Jahren wiesen von den Kindern aus der Rummelsburger Bucht und Karlshorst jeweils weniger als 10 % ein kariöses Gebiss auf, während von den Kindern aus Neu-Hohenschönhausen Süd ein Drittel bereits ein sanierungsbedürftiges Gebiss hatte.
  • Bei den 6-jährigen Kindern aus Neu-Hohenschönhausen Süd bzw. Alt-Hohenschönhausen Nord wies fast jedes zweite Kind ein kariöses Gebiss auf. Ein erhöhtes Kariesrisiko lag vor allem bei den Kindern aus Friedrichsfelde Nord bzw. Neu-Hohenschönhausen Süd vor. Das betraf dort ein Viertel der untersuchten Kinder.
  • Insbesondere die 12-jährigen Kinder aus Frankfurter Allee Süd (28,6 %) bzw. Neu-Hohenschönhausen Nord (25,6 %) wiesenufig behandlungsbedürftige Gebisse auf. Der größte Anteil an Kindern mit erhöhtem Kariesrisiko kam aus Alt-Hohenschönhausen Süd (9 %).

Trotz der positiven Entwicklungen bei der Zahngesundheit der Lichtenberger Kinder seit 2012 birgt diese weiterhin große Verbesserungsbedarfe. Das gilt insbesondere für die 3-jährigen Kinder, da in diesem jungen Alter durch eine gute Mund- und Zahnhygiene bereits auch das Risiko späterer Schäden am bleibenden Gebiss vermindert werden kann. Vor diesem Hintergrund soll im Rahmen der nachfolgend aufgeführten Aktivitäten zunächst primär der Fokus auf die frühkindliche Karies gelegt werden.

U.a. wurden folgende bezirkliche Handlungsempfehlungen abgeleitet:

            Bezirkliche Verankerung des Handlungsfeldes „Mund- und Zahngesundheit“ (ab 2019) der Landesgesundheitskonferenz Berlin (im Rahmen des Gesundheitszieleprozesses „Gesund aufwachsen“)

            Gezielte Implementierung (vorhandener) Präventionsangebote (Kita mit Biss“ und „Vier Möhren“)

            Verstetigung der Verteilung der Babyzahnbürsten im Rahmen des Ersthausbesuchs durch den KJGD

            Weiterbildung von angrenzenden Berufsgruppen innerhalb des Bezirksamtes (u.a Ärzt*innen des KJGD, Sozialarbeiter*innen im RSD des Jugendamtes)

            Fortschreibung der Berichterstattung im 5-Jahres-Zeitraum

 
 

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