Die Berliner Cement Bau AG erprobte wegen knapper Ziegelsteine neue Baugemische aus Zement, Sand und Schlacken zur Herstellung kompletter Hausteile, das Gussbeton-Verfahren. Der deutsche Bauingenieur Alexis Riese hatte diese monolithische Bauweise während eines Englandaufenthaltes kennengelernt. Die Cement-Bau AG nahm zunächst eine Probebebauung vor; aus diesem Testbau entwickelte der Ingenieur Türrschmidt unterschiedliche Haustypen mit neoklassizistischen Stilelementen, die dann hier zwischen 1871 und 1875 nach und nach umgesetzt wurden. Es waren zwei- oder dreigeschossige Bauten mit standardisierten Abmessungen bezüglich der Gebäudelängen und -tiefen, der Raumgrößen, Wandstärken, Raumhöhen, Fenster- und Türöffnungen, sogar der Schornsteine. Insgesamt sollen zwischen 48 und 70 solcher Häuser errichtet worden sein.
Bei den Mietern waren diese Bauten nicht sehr beliebt, wahrscheinlich wegen der nicht ausreichenden sanitären Einrichtungen, die Gebäude mussten deshalb später modernisiert werden. Die meisten Häuser haben die Zeitläufte nicht überstanden, einige wurden farblich, gestalterisch oder im Inneren stark verändert. Im Jahre 1981 zählten die mit der Historie befassten Architekten Armin Niemeyer und Ernst Kanow noch einen Bestand von 15 derartiger Häuser. Und 1982 begann auf Beschluss der damaligen Lichtenberger Verwaltung eine erste "komplexe Instandsetzung und Modernisierung" der Wohnhäuser dieses Gebietes. Ab 2004 konnte mit Unterstützung durch das Bund-Länder-Sanierungsprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz die Wiederherstellung der noch erhaltenen fünf "Schlackebeton-Häuser" vorgenommen werden.
Quelle: Wikipedia







