Stadtbibliothek Berlin-Lichtenberg - Pegasus-Klub
Kreativ und phantasievoll
Der kreative und phantasievolle Umgang mit Sprache - vom einzelnen Buchstaben bis zu ganzen Geschichten - ist das Besondere des Pegasusklubs der Lichtenberger Bibliotheken.
Er steht außerdem für die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen, für Schreibwerkstätten für Schulklassen, Weiterbildungen für Lehrer, Eltern und Erzieher und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.
Damit gehen die Lichtenberger Bibliotheken seit Jahren neue Wege, um Lese- und Schreiblust, Phantasie und Kreativität bei Kindern vom Kindergarten- bis ins Jugendalter zu wecken und zu fördern.
Die Ausstellung "Auf den Flügeln des Pegasus" zeigte leicht nachnutzbare Anregungen für Eltern, Pädagogen, Bibliotheksmitarbeiter/innen und alle, die Lese- und Schreibfreude von Kindern kreativ fördern wollen. Im Mittelpunkt standen die Entdeckungen der Kinder in der Welt der Buchstaben, Wörter und Sätze.
Das Logo der Pegasus-Ausstellung wurde gestaltet von Dieter Heidenreich.
Kreativtipps für Groß und Klein aus dem Pegasus-Klub
Kreativ-Tipp 1: Ein Namenspiel - Reime für die ganze Familie
Schreiben Sie doch mal Reime für die ganze Familie:
Zu Tochter Juliane könnte passen: Großes J und kleines uliane
Juliane isst gern süße Sahne.
Für Sohn Daniel könnte das so klingen: Vorne Dani hinten el unser Daniel rennt sehr schnell.
Mutter Katrin wird sich freuen über am Anfang Kat und rin zum Schluss
Mama bekommt heut einen Kuss.
Und was könnte Papa gefallen?
Kleiner Tipp: Die Reimerei eignet sich auch als Gruß für Oma, Opa, Freunde und als kleine Sprachspielerei nebenbei.
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Kreativ-Tipp 2: Ein Zeitungsspiel - Zeitung lesen einmal anders
Nehmen Sie eine Zeitschrift (Achtung: vorher lesen!), eine Schere und Leim.
Nun Sätze ausschneiden, zerschneiden und in überraschender Verbindung neu zusammenlegen.
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Kreativ-Tipp 3: 6 Sätze für... - Verliebte oder Träumer, für den Kater, den Frühling für…
Verliebte oder Träumer, für den Kater, den Frühling für…
Der Anfang macht es leicht:
Fünfmal…
Viermal…
Dreimal…
Zweimal…
Einmal…
- und einen Abschlusssatz –
Hier ein Beispiel von Ben, 12 Jahre:
Ben, 12 Jahre Fünfmal holste Stifte raus.
Viermal sieht der Text blöd aus.
Dreimal biste kurz vor der Wut.
Zweimal macht dir jemand Mut.
Einmal ist es dir gelungen.
Da bist du im Kreis gesprungen.
Noch mehr Beispiele:
6 Sätze für die Liebe
5mal Glück und Herz.
4mal erzähl ich dir einen Scherz.
3mal lieb ich dich.
2mal liebst du mich.
1mal schenkst du mir einen Blumenstrauß.
Hoffentlich geht unsere Liebe nie aus.
Sarah, 11 Jahre
Sechs Sätze für Realisten
Fünfmal um die Sonne rennen.
Viermal einen See verbrennen.
Dreimal über Wolken gehen.
Zweimal lila Schafe sehen.
Einmal Elefanten tragen
und nach einem Alien fragen.
Minh, 10 Jahre
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Kreativ-Tipp 4: Da lacht das Phantasiephantom - Worterfindungen durch Wortverbindungen
Worterfindungen durch Wortverbindungen
Auf den Anfang kommt es an.
Zuerst Substantive mit gleichem Anlaut sinnvoll zu einem neuen Wort verbinden
Phantasiephantom (Daniel)
Regenrabe (Alina)
Walzerwolke (Sarah)
Trommeltiger (Julia)
Schmeichelshop (Joánna)
Flaschenfrosch (Lilian)
Dann in Sätzen davon erzählen.
Was, Trommeltiger gibt es nicht?
Jule hat einen entdeckt.
"Der Trommeltiger sitzt auf dem Tausendfüßlertisch."
Aber was machen Walzerwolken?
"Walzerwolken tanzen Wolkenwalzer auf der Walzerwelle."
Und Sarah tanzt mit.
Kreativ-Tipp 5: Mal ibisch reden (und schreiben)
Engländer sprechen englisch, Franzosen sprechen französisch, Türken sprechen türkisch, Vietnamesen sprechen vietnamesisch, Russen sprechen russisch,...
Und wer spricht ibisch?
Intir Ribirts Bitt pipsin Gispinstir.
Klar, Gispinstir sind Gespenster. Und Wie heißt der Junge? Die Gespenster pipsin? Nein, sie...
Das war der erste Satz. Beim zweiten geht’s schon leichter.
Hins pickt din Hind im Schwinz.
Hans pickt? Er hat doch keinen Schnabel! Er... Und was machen die Langohren? Finf frichi Hisin wickiln mit dim Pi.
Mitmachen kann jeder, überall.
Auch eine Fremdsprache kann man nicht sofort sprechen.
Aber mit ein bischen Übung kommen die Wörter wie von selbst.
Grißis Virgnigin winscht Pigisis
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Kreativ-Tipp 6: Ersetzen, statt sich entsetzen
Ich saufe immer. Am meisten saufe ich in der Schule. Meine Eltern helfen mir beim Saufen. Ich saufe auch gern am Wochenende. Wenn ich fleißig saufe, kriege ich gute Zensuren. Und wenn ich so weitersaufe, bin ich bald die beste Schülerin.
Jessica, 11 Jahre
Schock! Eine elfjährige Alkoholikerin?
Aber nein, Jessica ist eine Kreative Doppeldenkerin. Sie schreibt saufen und denkt... Na klar: lernen.
Das macht ihr Spaß. Jeden Satz sagt sie leise in beiden Varianten, prüft, ob er auch wirklich doppeldeutig ist und dann blitzen ihre Augen.
Auch Ben macht es Freude zu schocken.
Ich kille gern, viel und immer, wen's geht. Immer dann, wenn ich Lust habe und wenn ich einen Partner dazu habe. Am meisten kille ich jedoch an meinem Geburtstag und bei Partys. In der Disco killen ist sehr populär. Killen ist einfach gut für den Körper.
Ben, 12 Jahre
Kreativtipp 7: Phantasie durch Poesie oder Post von einem Poeten
Aus Briefumschlägen fallen Wortkarten:
Mond, Baum, Abendruh, Mond, Traum, Mond, Rede nicht, Augen zu, Silberlicht, Wolke und Mond.
Zuerst dürfen die Kinder den Worten nachlauschen und innere Bilder entstehen lassen. Dann werden diese Wörter mit (wenigen) eigenen aufs Papier gebracht, zum Beispiel als Gespräch:
"Rede nicht, Mond", sagte die Wolke zum Mond. "Mach deine Augen zu" sagte der Baum im Silberlicht. "Warum soll ich nicht reden in der Abendruh, ich habe einen schönen Traum" flüstert der Mond.
(Sarah, 14 Jahre)
Oder es wird ein Bild gemalt mit dem Titel:
Abendruhmondbaumsilberlichttraumaugenwolke
(Alex, 9 Jahre)
Es kann aber auch eine Liebeserklärung werden:
LiebesgeRede
Der Mond Baum küsst den Mond und ruft:
"Oh Mond, oh Mond, ich liebe dich. Dein sanftes Silberlicht bringt mir die Abendruh.
Und du, Wolke, hör nicht zu!
Deine Augen, oh Glitzermond, bringen mir einen schönen Traum."
(Leo, 10 Jahre)
Die Post im Umschlag war ein Gedicht von Max Kruse:
Mond
Baum
Abendruh
Mond
Traum
Augen zu
Mond
Wolke
Silberlicht
Mond Mond
Rede nicht
(aus Andresen/Wiesmüller: "Im Mondlicht wächst das Gras")
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Kreativtipp 8: Streng geheim!!!
PICKLIGE ELEFANTEN GEBEN ANGLERN SICHERE UNTERKUNFT. SIE KÄMPFEN OFT MIT MAUSGRAUEN TINTENFISCHEN.
Das ist kein Anglerlatein und auch nicht der Anfang einer Geschichte.
Nur die ersten Buchstaben gelten, und schon ist eine Nachricht fantasievoll verschlüsselt.
IRISCHE DACKEL EILEN EILIG NACH GRÖNLAND. ERLEBEN SONNIGE UND COOL-HEISSE TAGE.
Fabian, 9 Jahre, hat gefunden, was gesucht war.
Geheimnisvoll klingt auch:
KLEINE NASHÖRNER UND FISCHE FLATTERN EINMAL LEISE BEI ÄNGSTLICHEN RABEN.
Felix, 8 Jahre
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Kreativtipp 9: Reim am Stab (Alliteration)
Super-sensationelle Stabreimerei
Man zeige: einen Stab und einen Papierstreifen mit dem Wort "Reim".
Die Neugier ist geweckt.
Stab an Reim ergibt Stabreim.
Die Kinder kennen Stabreime. Sie wissen nur nicht, dass sie so heißen.
Zitiert man "Fischers Fritze…" fallen ihnen "Drei dicke Damen…" oder ein ähnlicher Spruch dazu ein. Dann soll selbst gereimt werden:
Weinroter Wal weint. Warum?
Rosi Rotpickel rollert. Wohin?
Die Fragen helfen, Vorstellungen zu wecken.
Nun wird im Wortschatz gestöbert, Wort für Wort kommt hinzu:
Weinroter Wal weint wegen weißen Wellenwalrossen.
Melanie, 10 Jahre
Rosi Rotpickel rollert rasant Richtung Rathaus.
Alina, 10 Jahre
Riesige Roboter regieren rennende Ritter.
Felix, 8 Jahre
Auch neue Wörter, extra für die Reimerei erfunden, sind erlaubt:
Frosch Funtschen findet fröhliche Feste fantastisch.
Annalena, 8 Jahre
Außerirdische Affen aus Alpataraga angeln acht Abagoriaschortfische.
Kilian, 11 Jahre
Buchtipp: Daniela Kulot: Das alleralbernste ABC-Buch 24 alberne Sätze von armen Angsthasen, bügelnden Blindfischen und coolen Chamäleons.
Ab 4 Jahre, erschienen bei Thienemann, 2008
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