Ehrungen für Ehrenamtliche mit der Bürgermedaille in Lichtenberg

Bürgermedaille
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Im Jahr 2018 wurden 15 Lichtenbergerinnen und Lichtenberger anlässlich des Freiwilligentages mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Bezirksbürgermeister Michael Grunst hat sie am 10. Oktober 2018 während einer Festveranstaltung im Kulturhaus Karlshorst verliehen.
Die silberne Medaille trägt auf der Vorderseite die Inschrift „Bürgermedaille Berlin-Lichtenberg“, die aktuelle Jahreszahl und ein Bild des historischen Lichtenberger Rathauses. Die Rückseite ziert das Wappen mit dem Schriftzug „Familienfreundlicher Bezirk Lichtenberg“.

Die Geehrten 2018

Bürgermedaille 2018_Gruppenfoto
Bild: Bezirksamt Lichtenberg

Cornelia Caseler

Mit Putzmitteln und Lappen in der Hand kniete sie schon auf den Gehwegen im Bezirk und polierte unscheinbare Quader: Cornelia Caseler engagiert sich ehrenamtlich in der Stolperstein-Initiative Karlshorst. Mehr als 120 eingelassene Betonquader gibt es inzwischen auf Lichtenberger Gehwegen. Sie ermutigen zum Gedenken an Menschen, die vom NS-Regime ermordet wurden. Cornelia Caseler recherchiert im Internet, pflegt die Gedenk-Datenbank und betreut die Facebook-Seite der Initiative. Außerdem plant und organisiert sie vielfältige Aktivitäten wie Arbeitstreffen, Stolperstein-Putz-Aktionen oder Friedhofs-Rundgänge. Auch andere Aufgaben erledigt sie, noch bevor sie andere auf dem Schirm haben. Seit mehr als einem Jahr studiert sie Hebräisch und kann die von ihr gestalteten Gedenkblätter inzwischen auch in dieser Sprache verfassen.

Enrico Günther

Tagsüber leitet er eine Bankfiliale, nach Feierabend steht Enrico Günther am Mattenrand und trainiert mehrfach pro Woche den Nachwuchs des Judo-Club 03 Berlin. Schon mit Anfang zwanzig hat er sich für seinen Lieblingssport engagiert: Wenn andere in Urlaub fahren, begleitet Enrico Günther seine Schützlinge zum Trainingslager. Selbst am Wochenende schenkt er dem Nachwuchs seine Zeit. Seine Leidenschaft für Judo steckt an: Vielen Jugendlichen gibt er mit dem Sport eine Perspektive und ist ein Vorbild. Enrico Günther war acht Jahre lang Jugendwart und ist seit Anfang 2011 Vorstandsvorsitzender des Vereins. Um ihn für die Zukunft zu wappnen, hat Enrico Günther 2014 eine hauptamtliche Trainerstelle geschaffen. Sein Einsatz hat maßgeblich zur positiven Entwicklung des Vereins beigetragen: Das spiegelt sich in den Mitgliederzahlen wieder. Waren es 2011 knapp 90, hat der Verein heute mehr als 250 Mitglieder.

Erika Kehl

Viele Kinder kennen den Termin: Jeden Dienstag von 16 bis 17 Uhr können sie sich in das Reich von Drachen, Prinzessinnen und anderen fantastischen Gestalten entführen lassen. Dann setzt sich Erika Kehl zurecht, schlägt das Buch in ihren Händen auf und um sie herum wird es still.
Vor vier Jahren haben die Mitarbeiterinnen der Bodo-Uhse-Bibliothek Erika Kehl gefragt, ob sie nicht Zeit und Lust hätte, Kindern regelmäßig etwas vorzulesen. Und ja, die Lehrerin nahm sich die Zeit und führt die Vorlesestunde seither zuverlässig durch. Kinder im Vorschulalter, denen Zuhause nicht oder nur wenig vorgelesen wird kommen vorbei. Ihre Fantasie möchte Erika Kehl mit ihren Geschichten anregen.
Durch die langjährige Kontinuität, ihr Engagement und die Einsatzbereitschaft von Erika Kehl ist die Vorlesestunde in der Bibliothek zu einer festen Größe geworden.

Helga Herzog

2012 hat sie als betroffene Frau mit einem Handicap begonnen, im Bezirksbeirat von und für Menschen mit Behinderung mitzuarbeiten. Seitdem geht kaum etwas ohne Helga Herzog, die auch stellvertretende Beiratsvorsitzende ist. Verstärkt kümmert sie sich darum, dass der Beirat bei unterschiedlichen Veranstaltungen mitmischt. Dabei organisiert sie die Standbetreuungen, hält Kontakt zu Ämtern und informiert über die behindertenpolitischen Schwerpunkte im Bezirk. Auch organisiert sie regelmäßig Sitzungen und unterstützt die Planung der Inklusionswochen und Aktionstage. Unter ihrer Regie ist die Arbeit des Beirates strukturierter und aktiver geworden. Wenn es darum geht, Barrieren für Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Raum zu beseitigen, wird die sonst eher stille Helga Herzog zur Kämpferin. Ihr unermüdliches Engagement ist beispielhaft für gelebte Inklusion in Lichtenberg.

Jonny Stier

Er war das fünfte Mitglied im Deutschen Senioren-Computer-Club und ist auch heute mit 83 Jahren noch dabei. Seit 21 Jahren engagiert sich Jonny Stier in dem Verein, war Systemadministrator, Schatzmeister und bis 2015 auch noch als Kursleiter aktiv. Dabei vermittelte er den Teilnehmenden vor allem die Anwendung von Microsoft Works und den Umgang mit dem Internet. Seine Hilfsbereitschaft bei der Lösung von Computerproblemen ist unter den älteren Mitgliedern legendär: Bis heute pflegt er zuverlässig die Hard- und Software des Clubs. Dabei hat sich Jonny Stier auf die Betreuung des Club-Netzwerkes spezialisiert, das heute rund 60 Computer umfasst. Auch der Computer der Geschäftsstelle sowie die Technik im Veranstaltungsraum stehen unter seiner Obhut. Was viele nicht wissen: Jonny Stier ist nicht vom Fach. Aber er war und ist stets davon überzeugt, dass sich auch in fortgeschrittenem Alter noch alles lernen lässt.

Kai-Jens Reypa

Seit Jahren engagiert sich Kai-Jens Reypa besonders für den Weitlingkiez und für Lichtenberg. Er ist langjähriges Mitglied in der Bürgerjury „Kiezfonds Neu-Lichtenberg“ und seit 2016 dessen Vorsitzender. Durch dieses Engagement und als Mitglied und Sprecher des „Forums Weitlingkiez“ fördert er das kulturelle- und soziale Leben im Bezirk. Zudem ist er als Bürgerdeputierter Mitglied im Ausschuss „Öffentliche Ordnung, Verkehr und Bürgerdienste“ der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung. Besonderes engagiert war er beim Schutz vor Verdrängung: Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Weitlingkiez eine Milieuschutzverordnung erhielt und so zum Milieuschutzgebiet geworden ist. Außerdem unterstützt Kai-Jens Reypa tatkräftig die Arbeit des „Kiezgartens“ und des „Winterspielplatzes“. Durch sein ehrenamtliches Engagement fördert er das Miteinander im Bezirk und im Weitlingkiez.

Käthe Schenk & Brunhilde Imm

Der Aktivspielplatz in der Dolgenseestraße hat sich seit seiner Eröffnung 2008 zu einem blühenden Kleinod entwickelt. Das ist vor allem zwei Damen zu verdanken: Käthe Schenk und Brunhilde Imm. Beide kümmern sich gemeinsam um die Beete und Pflanzen. Das geschieht nicht nur mit zwei grünen Daumen, sondern auch mit sehr viel Liebe: So ziehen sie auf ihren Balkonen Pflanzen, kaufen Sträucher und Stauden, schwingen Gartengeräte und schleppen Blumenerde. Sie scheuen weder Kosten noch Mühen, um die Beete erstrahlen zu lassen. Leider gab es lange für die Bewässerung auf dem Aktivspielplatz keinen Wasseranschluss. Und so schleppten die 90-jährige Käthe Schenk und die mehr als 70 Lenze zählende Brunhilde Imm mehrmals am Tag Fünf-Liter-Wasserkanister von der öffentlichen Pumpe in der Mellenseestraße bis zum Aktivspielplatz. Das Thema Wasseranschluss wird aktuell im Bürgerhaushalt Lichtenberg behandelt.

Manfred Scharfenberg

Wandern, so weit die Füße tragen – heißt es immer donnerstags im Lichtenberger Begegnungszentrum „Libezem“. Seit mehr als fünfzehn Jahren geht Manfred Scharfenberg dabei mit flottem Schritt voran: Als Wanderleiter folgen ihm bei seinen wöchentlichen Touren bis zu 40 Menschen. In seniorengerechten Etappen von fünf bis 20 Kilometern erkunden sie gemeinsam die Umgebung. Dabei ist Manfred Scharfenberg der wohl zuverlässigste Wanderleiter der Stadt. In 15 Jahren ist nicht eine Tour ausgefallen. Bis zu 14.400 Kilometer durch Berlin und Brandenburg erwanderten die unterschiedlichen Gruppen in dieser Zeit. In seinen Beinen steckt die doppelte Kilometerzahl, denn er erkundet jede Tour vorab. Die Liebe zur Natur, zur Kultur und zur Landschaft sowie der Wunsch, all dies mit anderen zu teilen, machen ihn aus. Übrigens hat Manfred Scharfenberg bei der Wanderung am 12. Juli seinen 80.Geburtstag gefeiert. Dabei hat er versprochen, bis zu seinem 90.Geburtstag weiter zu wandern.

Matthias Orphal

Vor 15 Jahren war er der „It-Spezialist“ in der evangelischen Gemeinde Lichtenberg, der zugleich auch noch dem Chor seine Stimme lieh. Inzwischen leitet Matthias Orphal den Beirat der Gemeindeleitung und gibt dort wichtige Anstöße für die Gemeinde-Arbeit. Er wacht im Haushaltsausschuss über die Finanzen und begleitet die Gemeinde-Entwicklung und die Öffentlichkeitsarbeit. Aber Matthias Orphal vertritt auch die Chorleiterin und spielt die Orgel im Gottesdienst. Er hält ebenfalls Gottesdienste in Lichtenberg und über die Gemeindegrenzen hinaus. Mathias Orphal ist der leitende Redakteur des Gemeindebriefes „Lichtblick“, der vierteljährlich erscheint. Seit anderthalb Jahren koordiniert er zudem die redaktionelle Arbeit, die Umsetzung ins Layout und schreibt regelmäßig – und das seit mehr als zehn Jahren. Für die Kirchengemeinden im Kreis Lichtenberg-Oberspree ist er seit mehreren Legislaturperioden Vertreter im Kreiskirchenrat, dem Vorstandsgremium der Synode des Kirchenkreises. Die Gemeinde ist sehr froh, Matthias Orphal als engagiertes Gemeindeglied zu haben.

Merten Mordhorst & Mario Rietz

Sie hatten eine Vision und haben fest daran geglaubt: Mario Rietz und Merten Mordhorst wollten in Karlshorst die „Theatergasse für Alle“ etablieren. Mit einem privaten Anfangskapital ausgestattet, suchten die beiden Unterstützer, Mitmacher und Fachleute, die das Projekt umsetzen konnten. In zwei Jahren gelang es den beiden mehr als 40.000 Euro einzusammeln. Nun, zwei Jahre später, ist die Theatergasse in Karlshorst inzwischen zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Aber das Engagement der beiden hört damit nicht auf: Pflanzen wollen gepflegt, Bäume gepflanzt und die Flächen von Unrat beseitigt werden. So sieht man die beiden immer in Aktion und so soll es auch weitergehen. Merten Mordhorst und Mario Rietz haben einen ganzen Stadtteil in ihre Idee eingewickelt und zur Umsetzung überredet. Karlshorst und der Bezirk bedanken sich dafür.

Petra Schöllner

Seit der Eröffnung der Senioren-Begegnungsstätte „Warnitzer Bogen“ im Jahre 1991 ist Petra Schöllner eine der aktivsten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Sie leitet zwei gut besuchte Gymnastikgruppen für Seniorinnen und Senioren, bringt Menschen kreatives Basteln und die Kunst der Enkaustik bei. Das ist übrigens ein Malverfahren, bei dem die Farben mit Hilfe von Wachs gebunden werden. Außerdem hat Petra Schöllner immer wieder neue Ideen, die auf große Resonanz stoßen: So gibt es ein Latschen-Kino, wo ausschließlich lustige Filme gezeigt werden. Denn Lachen hält gesund und munter. Sie unterstützt auch das Serviceteam bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen wie Tagen der offenen Tür, Sonntagskaffees, Kiez-Frühstücken oder monatlichen Tanzveranstaltungen. Mit ihrer Umtriebigkeit und ihrem freundlichen Wesen macht Petra Schöllner immer wieder Menschen auf die Senioren-Begegnungsstätte „Warnitzer Bogen“ aufmerksam, die bis dahin den Weg dorthin noch nicht kannten.

Renate Ciesla

Seit 2011 leitet Renate Ciesla die Akademie Hauptstadtzoos und engagiert sich ehrenamtlich in den verschiedensten Projekten des Fördervereins, dessen Vorstandsmitglied sie ist: Als die Akademie Hauptstadtzoos vor sieben Jahren erstmals startete, war Renate Ciesla der Motor. Denn dank ihrer langjährigen Tätigkeit als Gymnasiallehrerin für Biologie und Chemie konnte sie auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen plante Renate Ciesla Seminare, in denen Wissen über Tiere und die Arbeit des Hauptstadtzoos vermittelt wird. Inzwischen finden pro Semester zwei Vorlesungsreihen parallel statt und zusätzlich ist auch eine Schülerakademie entstanden. Dank des unermüdlichen Engagements von Renate Ciesla und anderer ehrenamtlicher Dozenten, ist so eine beliebte Lernakademie entstanden, die auf sieben erfolgreiche Jahre zurückblicken kann.

Torsten Adrian

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Das ist das Credo von Torsten Adrian. Für den Leiter der Stabsstelle Recht und Versicherungen im Sana Klinikum ist Ehrenamt selbstverständlich. Vor genau zehn Jahren hat er geholfen, die Bürgerstiftung Lichtenberg aufzubauen – als Berater in rechtlichen Fragen. Zudem hat er im Unternehmen erfolgreich für die Stiftung geworben. So konnte er das Sana Klinikum als Gründungsstifter gewinnen. Seit zehn Jahren gehört Torsten Adrian nun zum Stiftungs-Vorstand, hält vielfältige Kontakte zu Projekten und Initiativen und unterstützt, wo er kann. Außerdem ist er seit zehn Jahren Vorsitzender des Fördervereins „Lindenblatt“, der kranke Kinder und deren Eltern unterstützt. Als ob das nicht genug wäre, hat er mit Kolleginnen und Kollegen noch einen Palliativförderverein mitgegründet, der inzwischen im Bezirk sehr aktiv ist.