Bezirksamt und BVV trauern um Alina Pätzold

Pressemitteilung vom 13.12.2017
Alina Pätzold_Trauerfoto
Bild: BVV

Das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung trauern um Alina Pätzold. Nach mehrmonatiger Krankheit verstarb sie am 9. Dezember 2017 im Alter von 64 Jahren. Sie engagierte sich seit 2011 als Bezirksverordnete der CDU-Fraktion vor allem für die Themen Kultur und Integration.

Auf der Bezirksverordnetenversammlung am Donnerstag, 14. Dezember 2017, um 17 Uhr, wird Alina Pätzold mit einer Gedenkminute sowie Trauerreden gedacht.

Ihre Wegbegleiter sind zudem zur öffentlichen Trauerfeier am Samstag, 16. Dezember 2017, um 10 Uhr in die Erlöserkirche, Nöldnerstraße 43 in 10317 Berlin eingeladen.
Die Beisetzung wird anschließend im engsten Familienkreis stattfinden.

In der Berliner Kulturszene hat sich die gebürtige Armenierin Alina Pätzold in beispielhafter Weise um das Verständnis und Miteinander verschiedener Kulturen in Deutschland verdient gemacht und dafür 2015 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Die von ihr als Gastgeberin seit 1999 entwickelte und organisierte Salon-Reihe des Kulturring e.V. ermöglichte den interkulturellen Austausch von in Deutschland lebenden ausländischen Künstlerinnen und Künstlern mit Berlinerinnen und Berlinern. Diese Begegnungen trugen dazu bei, die Integration zu fördern und Vorurteile abzubauen.

In mehr als 250 Veranstaltungen in den Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf spannte Alina Pätzold ein Band aus Musik und Gesprächen sowie kulturellen Darbietungen und kulinarischen Spezialitäten aus den themengebenden Ländern. Die abendlichen Reisen führten in knapp 100 Staaten der Welt – zu Gast waren auch immer wieder deren diplomatische Vertreterinnen und Vertreter.

Die wichtigsten Beiträge der Salon-Abende waren stets die persönlichen Gespräche, die Alina Pätzold damals im Rahmen der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wie folgt beschrieb: „Wenn die Gäste erst einmal über die Geschichte und die Traditionen der Länder etwas erfahren, bleibt oft überhaupt kein Platz mehr für Vorurteile.“

Aufeinander zugehen, miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und sich respektieren. Diese Botschaft trug sie hinaus in die Welt und nicht zuletzt lebte sie diese Grundsätze mit ihrer temperamentvollen und warmherzigen Art wie kaum jemand anderer.

Alina Pätzold wurde 1953 in Armenien geboren und lernte als Studentin der orientalischen Sprachen und Literatur ihre große Liebe Dietrich, einen deutschen Journalisten, in ihrer Heimat kennen. Sie zog mit ihm 1978 zunächst nach Berlin und lebte in Weißensee, ein Jahr später wurde ihre gemeinsame Tochter Mary geboren. Wenige Jahre später ging es nach Moskau, wo sie in der Konsularabteilung der DDR-Botschaft arbeitete. Sie beherrschte fließend armenisch, deutsch, russisch, türkisch und persisch. In Moskau kam 1984 ihr Sohn Martin zur Welt. Ende der 1980er Jahre zog die Familie zurück nach Berlin, in die Wahlheimat Neu-Hohenschönhausen.