Einweihung der neuen Toranlage des Zentralfriedhofes

Pressemitteilung vom 16.10.2017

Nach einjähriger Restaurierung kann die historische Toranlage des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde wieder in Betrieb genommen werden. Aus diesem Anlass lädt das Bezirksamt alle Interessierten zu einer feierlichen Einweihung am

Montag, den 6. November 2017 um 14.30 Uhr
in der Gudrunstraße 20, 10365 Berlin

Als Programmpunkte sind einführende Worte durch Bezirksstadtrat Wilfried Nünthel (CDU), ein geschichtlicher Abriss durch Prof. Jürgen Hofmann vom Förderkreis Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V. sowie eine Darstellung des Restaurierungsprojektes vorgesehen. Im Anschluss sind die Gäste noch zu einem geführten Rundgang über den Zentralfriedhof eingeladen.

Der zuständige Bezirksstadtrat für Straßen und Grünflächen, Wilfried Nünthel (CDU), erklärt:
„Die Metalltore des Eingangsbereichs des Städtischen Zentralfriedhofs Friedrichsfelde zählen zu den besonders gelungenen Kunstwerken einer der Nachkriegsmoderne verpflichteten Metallgestaltung. Seit ihrer Umgestaltung Anfang der 1960er Jahre ist die Toranlage nicht denkmalpflegerisch bearbeitet worden. Dies hatte eine fortgeschrittene Korrosion zur Folge, wodurch nunmehr die Substanz und Funktionsfähigkeit in erheblichen Maße gefährdet war. Erst während der Instandsetzungsmaßnahmen konnte der tatsächliche Zustand des Objektes ermittelt und bewertet werden. In der Folge mussten wir den Mitteleinsatz und Zeitplan entsprechend anpassen. Im Ergebnis kann die Toranlage als prägendes Erscheinungsbild des Zentralfriedhofes Friedrichsfelde wieder in Betrieb genommen werden.“

Im Rahmen der Arbeiten wurde die Einfriedung ohne Veränderungen am Bestand saniert sowie die gemauerten Pfeiler ertüchtigt. Dazu mussten Elemente der Toranlage demontiert und überarbeitet werden: Alle Beschläge wurden auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft und die betreffenden Elemente sandbestrahlt, neu verzinkt und angestrichen. Teilweise mussten auch Teile denkmalgerecht ersetzt werden. Anschließend wurde die Toranlage wieder montiert und die Mauerwerkspfeiler überarbeitet sowie neu verfugt. Durch diese Maßnahmen wird die Toranlage für einen längeren Zeitraum gesichert.

Für die Restaurierungsarbeiten wurden rund 230.000 Euro eingesetzt, von denen 70.000 Euro vom Denkmalschutz-Sonderprogramm VI des Bundes, 80.000 Euro vom Landesdenkmalamt sowie weitere 80.000 Euro aus dem Bezirkshaushalt beigesteuert wurden. Damit liegen die finalen Kosten höher als ursprünglich mit 144.500 Euro veranschlagt, weshalb das Landesdenkmalamt und das Bezirksamt ihren Anteil jeweils verdoppelten.

Besonderer Dank gilt hier dem Förderkreis Erinnerungsstätte der deutschen Arbeiterbewegung Berlin-Friedrichsfelde e.V., welcher sich gegenüber dem Landesdenkmalamt sehr für den Erhalt der Toranlage eingesetzt hat und den Weg für eine Förderung eröffnete.

Geschichtlicher Hintergrund:

Der Städtische Zentralfriedhof Friedrichsfelde wurde nach Plänen des Stadtgartendirektors Hermann Mächtig (1837 bis 1909) als städtischer Gemeindefriedhof für Berlin angelegt, 1881 eröffnet und danach schrittweise ausgebaut. Der Friedhof wird auch „Sozialistenfriedhof“ genannt, weil hier viele bekannte Sozialisten und Persönlichkeiten der deutschen Arbeiterbewegung ihre letzte Ruhe fanden.

Die Toranlage ist Anfang der 1950er Jahre im Stil der klassischen Moderne der DDR auf Beschluss des Magistrat von Berlin (Ost) gebaut worden. Den Entwurf und die Ausführung übernahm der Kunstschmied und Metallgestalter Fritz Kühn. Die Länge der Toranlage beträgt 55 Meter und bildet den Haupteingang zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde und der Gedenkstätte der Sozialisten (GdS). Seit dem 28. September 1995 wird die Toranlage als Bestandteil der Gesamtanlage Städtischer Zentralfriedhof Friedrichsfelde auf der Berliner Denkmalliste geführt.

Weitere Informationen
Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Öffentliche Ordnung, Umwelt und Verkehr
Wilfried Nünthel
Telefon: (030) 90296-4200 | E-Mail