10 Jahre Equal Pay Day: Bezirksbürgermeister hisst Flagge

Pressemitteilung vom 15.03.2017

Bis Freitag, 18. März, haben Frauen in Deutschland 77 Tage umsonst gearbeitet. Grund dafür ist die immer noch bestehende Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. „Endlich partnerschaftlich durchstarten – Lohnlücken schließen!“, ist die Forderung des nunmehr zum zehnten Mal stattfindenden „Equal Pay Day“, der am kommenden Freitag deutschlandweit begangen wird.

Auch das Lichtenberger Bezirksamt will ein Zeichen für Lohngerechtigkeit setzen: Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) hisst um 9 Uhr vor dem Rathaus Lichtenberg in der Möllendorffstraße 6 eine Fahne. Als Bezirksbürgermeister setzt sich Grunst auch für alleinerziehende Frauen ein, von denen die Mehrheit aufgrund ihres geringen Einkommens immer an der Schwelle zur Armut lebt oder von Transferleistungen abhängig ist. „Obwohl immer mehr Menschen seit zehn Jahren beim Equal Pay Day demonstrieren, appellieren und diskutieren, ist die Bilanz ernüchternd: In genau diesem Zeitraum ist der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in Deutschland nur von 23 Prozent auf 21 Prozent gesunken. Das muss sich so schnell wie möglich ändern.“

Diese Forderung unterstützen auch die am Freitag anwesenden Gleichstellungsbeauftragten des Jobcenters Lichtenberg und des Bezirksamtes.

Politisch gibt es mittlerweile einige positive Entwicklungen: So ist das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit am 11. Januar 2017 vom Bundeskabinett beschlossen worden. Um die Lohnlücke zu schließen, will die Bundesregierung mit diesem Gesetz nach dem Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ mehr Transparenz in die Gehälter bringen.
Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter. Frauen unterbrechen oder reduzieren familiär bedingt ihre Erwerbstätigkeit. Der Wiedereinstieg nach Auszeiten gestaltet sich sehr schwierig. Deutlich wird die Lohnungerechtigkeit an der prekären Bezahlung von „traditionellen“ Frauenberufen, wie der Erzieherin, der Krankenschwester oder Altenpflegerin, der Friseurin, der Verkäuferin, der Raumpflegerin oder der Sozialarbeiterin.
Minijobs und Teilzeitarbeit wegen Kindererziehung und Pflege von Angehörigen werden hauptsächlich von Frauen ausgeübt und führen in die Altersarmut. Frauen bekommen statistisch gesehen 60 Prozent weniger Rente als Männer. So müssen 63 Prozent der Frauen mit weniger als 650 Euro Rente im Monat auskommen.

Weitere Infos:
Majel Kundel, Gleichstellungsbeauftragte im Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin
Telefon: (030) 90296-3320 | E-Mail