Seewasserfilteranlage in Alt-Hohenschönhausen

Pressemitteilung vom 17.11.2016

Wie geht es weiter mit dem Seewasserfilter für den Obersee?

Zur Verbesserung der Wasserqualität des Obersees in Alt-Hohenschönhausen wurde im Jahr 2014 eine bewachsene Seewasserfilteranlage errichtet. Durch ein begleitendes Monitoring wurde jedoch nach kurzer Zeit eine Verringerung der Filterleistung beobachtet. Eine zwischen den Filterschichten entstandene Sperrschicht behindert die Versickerung des auf die Filterbecken geleiteten Seewassers. Diese Kolmationsschicht besteht aus Algen aus dem Oberseewasser und im Filtersubstrat enthaltenem Kalkstein, so dass das Wasser nicht ordnungsgemäß gefiltert werden kann. Um Schäden zu vermeiden, wurde der reguläre Betrieb vorsorglich unterbrochen. Das Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg geht von einem Planungsfehler aus und prüft derzeit die Geltendmachung gesetzlicher Ansprüche.

Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU), ergänzt dazu:
„In den letzten Jahren haben sich viele Initiativen und Anwohner für die dauerhafte Verbesserung der Wasserqualität eingesetzt. Das innovative Projekt hat leider Startschwierigkeiten, die wir zu beheben versuchen. Zur Klärung der Voraussetzungen für die Wiederaufnahme des Betriebes wurden verschiedene Experten in eine fachliche Beratung einbezogen. Neben der Optimierung der technischen Steuerung, die noch in diesem Jahr erfolgen wird, sollen im kommenden Frühjahr zudem mehrere Maßnahmen durchgeführt werden. Derzeit befindet sich die Filteranlage in der Winterpause.
Es besteht die Aussicht auf eine wissenschaftliche Begleitung des Betriebs der Filteranlage im Rahmen eines Förderprojektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Eine Entscheidung darüber ist für Anfang Dezember zu erwarten.“

In einem ersten Schritt soll das Schilfwachstum gefördert werden, da dadurch der Ausbildung dieser ungewollten Sperrschicht entgegengewirkt und die Funktionsfähigkeit der Filteranlage wiedergestellt werden kann. Um eine hohe Schilfbesatzdichte zu erreichen, sollen bis spätestens Mitte März 2017 Nachpflanzungen sowie eine Düngung des Bestandes erfolgen.

In einem zweiten Schritt wird dann Schilfstreu auf die Filterbecken aufgebracht. Dies soll verhindern, dass die Algen aus dem Oberseewasser bis in die Filtersubstrate vordringen können. Die Wiederaufnahme des Probebetriebes ist für Anfang April geplant. In diesem sollen der Erfolg der umgesetzten Maßnahmen kontrolliert und die Beschickungszeiten der Filterbecken angepasst werden.

Hintergrund:
Aufgrund der innovativen Funktionsweise des Seewasserfilters konnte das Projekt im Rahmen des Umweltentlastungsprogrammes UEP II mit EU-Mitteln teilfinanziert werden. Die Inbetriebnahme dieses Pilotprojektes erfolgte im Herbst 2015 mit vielen Interessierten.

Weitere Informationen
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung
Wilfried Nünthel
Telefon: (030) 90296-4200 | E-Mail