Einweihung des Mühlenradbrunnens im Wohngebietszentrum „Mühlengrund“

Pressemitteilung vom 13.11.2014

Viele Jahre nach seiner technisch bedingten Stilllegung wird der Mühlenradbrunnen – das Wahrzeichen des Wohngebiets „Mühlengrund“ – wieder in Betrieb genommen. Zur feierlichen Einweihung der nun grundsanierten Brunnenanlage durch den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU), sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Musikalisch umrahmt wird das Ereignis durch die Kinder der Kindertagesstätte „Freche Früchtchen“, die als Gruppe das „Mühlenlied“ singen werden.

Montag, 17. November 2014, um 15 Uhr
Stadtplatz „Am Mühlengrund“, Rotkamp 2, 13053 Berlin

„Der Stadtplatz ‚Mühlengrund‘ ist das Identifikationszentrum der im Wohngebiet lebenden Bürgerinnen und Bürger, die dem schleichenden Verfall des Ortes und des unter starkem Wettbewerbsdruck leidenden Handels- und Dienstleistungszentrums nicht länger zuschauen wollten. Sie machten ihren Unmut darüber zurecht deutlich, brachten aber stets auch konstruktive Vorschläge in die Diskussion ein. Mittlerweile sind mit der 2012 fertig gestellten Aufwertung der Grünflächen und Wegebeziehungen sowie der nun sanierten Brunnenanlage mehr als eine halbe Million Euro an staatlichen Mitteln in die Revitalisierung des Gebietes geflossen. Das ist viel Geld, aber der Erhalt einer wohnortnahen Versorgung ist uns ein wichtiges Anliegen, das unter anderem an diesem Beispiel unterstrichen wird. Viele haben dazu beigetragen, dass wir nun den ‚Mühlengrund‘ wieder als angenehmen Aufenthaltsort schätzen werden. All‘ diesen Wegbereitern aus der Bürgerschaft, der Verwaltung und den beteiligten Auftragnehmern möchte ich meinen ausdrücklichen Dank aussprechen. Gekrönt wurde diese Gemeinschaftsleistung noch dadurch, dass die Maßnahme etwa einen halben Monat vor dem geplanten Bauzeitenende fertiggestellt werden konnte“, sagt Wilfried Nünthel.

Das Stadtviertel „Mühlengrund“ entstand in den Jahren 1982 bis 1987 als erste der vier Neubaugebiete von Neu-Hohenschönhausen. Benannt wurde das Wohngebiet nach einer südwestlich gelegenen Kleingartenkolonie, deren Name wiederum auf eine ehemals in der Nähe existierende Hölländermühle zurückzuführen ist. Der zentrale Ort im Viertel ist ein Platz, der im Volksmund in agrarischer Tradition als „Am Mühlengrund“ bezeichnet wird und von den Straßen Rotkamp, Matenzeile sowie Rüdickenstraße umschlossen ist. Konzipiert wurde dieser Standort als Handels- und Dienstleistungszentrum, dessen Funktion es im Wesentlichen auch heute noch innehat. Für die Zukunft gibt es Planungen, diese Zweckbestimmung mit dem Neubau von Wohnungen ergänzen.

Den Mittelpunkt dieses Platzes bildet der Mühlenradbrunnen, welcher durch den bekannten Metallbildhauer Achim Kühn entworfen und gefertigt wurde und 1986 erstmalig in Betrieb ging. Charakterisiert wird das Kunstwerk durch eine langgestreckte, steinerne Brunnenschale, an deren Quelle sich ein schlankes, metallenes Fabelwesen reckt. Aus dessen Mund fließt das Wasser über drei kaskadenförmige Metallschalen, von wo aus es ein langsam laufendes Schaufelrad antreibt und anschließend in den steinernen Bachlauf mündete. Die gesamte Brunnenanlage ist begehbar und lädt Jung wie Alt zum Spielen und Verweilen ein.

Vor vielen Jahren musste der Betrieb des Brunnens aufgrund von irreparablen Undichtigkeiten in der Brunnenschale und im Bachlauf eingestellt werden. Vor allem der Initiative von Anwohnerinnen und Anwohner ist es zu verdanken, dass der Bezirk die notwendigen finanziellen Mittel zur grundhaften Sanierung der Brunnenanlage bereitstellte und beschaffen konnte. Mit Gesamtkosten in Höhe von 460.000 Euro, die im Wesentlichen aus EU-Mitteln im Rahmen des Programms „Stadtumbau Ost“ stammen, gehört dieses Vorhaben zu den bedeutenden Bauprojekten des Bezirkes Lichtenberg.

Von der alten Brunnenanlage konnte baulich und technisch bedingt bis auf einen Wasserzählerschacht nichts mehr erhalten werden. Die Quelle, der Brunnenkörper und der Bachlauf mussten abgerissen und neu hergestellt werden. Dabei wurde der Bachlauf – abweichend zur ursprünglichen Anlage – ebenerdig mit Querungsmöglichkeiten gestaltet und zudem zur besseren Sichtbarkeit ausgeleuchtet. Die Brunnentechnik mit Brunnenstube wurde unter Berücksichtigung aktueller technischer Standards komplett überholt.

Die Brunnenkunst wurde jedoch in Zusammenarbeit mit dem Schöpfer Achim Kühn und der Firma Kunsch abgebaut und in einer Werkstatt wieder ertüchtigt, so dass der Wesenskern des Kunstwerkes wieder an seinem Bestimmungsort aufgestellt werden konnte.

Weitere Informationen:
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung
Wilfried Nünthel
Telefon: (030) 90296 4200
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