Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
auf diesen Seiten erhalten Sie wichtige Informationen zum Thema "Pflegekinder und Pflegestellen". Möchten Sie noch weitere Details erfragen, wenden Sie sich bitte direkt an den folgenden Träger:
Pflegekinder im Kiez gGmbH
Dieffenbachstrasse 56
10967 Berlin
Tel.: (030) 61 22 735
Fax: (030) 61 28 7278
www.pflegekinderimkiez.de![]()
Die sogenannte Vollzeitpflege ist eine Form der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen, bei der sie nicht von ihren leiblichen Eltern, sondern in einer „fremden“ Familie, einer Pflegefamilie, betreut und erzogen werden.
Der Anlass dafür ist, dass die Eltern die Erziehung ihres Kindes bzw. ihrer Kinder nicht ausreichend gewährleistet können, so dass eine solche „Hilfe zur Erziehung“ nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz vorübergehend oder auf Dauer notwendig wird. Dies kann der Fall sein, wenn persönliche Krisensituationen, schwere psychische Erkrankungen, Alkohol- oder Drogenprobleme der Eltern vorliegen, sowie Vernachlässigung oder Misshandlungen vorliegen.
Die Hilfe zur Erziehung in der Vollzeitpflege ist in der Regel zunächst eine zeitlich befristete Unterbringung, die den inhaltlichen Schwerpunkt hat, die Eltern durch Unterstützung in die Lage zu versetzen, dass sie ihr Kind wieder selbst versorgen können.
Falls das in einem zeitlichen Rahmen, der sich am „kindlichen Zeitempfinden“ orientiert, nicht erreichbar ist, muss im Interesse und zum Wohl des Kindes eine langfristige Lebensperspektive erarbeitet werden. Das kann bedeuten, dass das Kind evtl. in einer Pflegefamilie lebt, bis es selbständig ist.
Die Unterbringung in einer Pflegefamilie ist für Kinder geeignet, die einen überschaubaren familiären Rahmen für ihre Entwicklung benötigen, häufig besonders gefördert werden müssen und feste, verlässliche Bezugspersonen brauchen, die die Bindungsbedürfnisse des Kindes abdecken können. Diese Form der Fremdunterbringung ist von daher insbesondere für kleine Kinder die vorrangige Unterbringungsform.
Die befristete Vollzeitpflege ist für Kinder und Jugendliche, die meist aufgrund von krisenhaften Entwicklungen in ihrer Familie für einen begrenzten Zeitraum (max. 6 Monate) einer Unterbringung, Betreuung und Erziehung außerhalb ihrer Familie bedürfen. Die sozialen Bezüge und intensive Kontakte zur Herkunftsfamilie sollen erhalten bleiben, damit die Rückkehr des Kindes / Jugendlichen einfacher gestaltet werden kann.
Die Vollzeitpflege ist für Kinder und Jugendliche, die längere Zeit oder auf Dauer nicht in ihrer Familie leben können, da ihre Erziehung dort nicht ausreichend gewährleistet ist.
Die Vollzeitpflege mit erweitertem Förderbedarf eines Kindes / Jugendlichen ist notwendig, wenn erhebliche Entwicklungsbeeinträchtigungen und Auffälligkeiten durch psychische, emotionale, geistige oder körperliche Beeinträchtigungen vorliegen. Die Pflegepersonen müssen für die Förderung des Kindes / Jugendlichen über besondere pädagogische Kompetenzen verfügen.
Die Krisenpflege, eine in Friedrichshain-Kreuzberg entwickelte Form, ist für Kinder von 0 – 12 Jahren, die kurzfristig zur Sicherung des Kindeswohls und zur kurzfristigen Klärung ihrer Perspektive einen Platz in einer Pflegefamilie benötigen. Die Dauer der Unterbringung ist auf 3 Monate begrenzt.
Durch eine zwischen dem Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg und dem Träger „Pflegekinder im Kiez gGmbH (PiK)“ seit Dezember 2005 abgeschlossene Vereinbarung wurden Aufgaben des Pflegestellenbereiches auf den Träger übertragen.
In Absprache und mit Zustimmung des Jugendamtes übernimmt „PiK“ folgende Aufgaben:
• Akquise, Überprüfung, Auswahl und Vorbereitung von Interessenten für die Aufnahme eines Pflegekindes
• Vermittlung eines Kindes in eine Pflegefamilie (im Bezirk und überbezirklich)
• Beratung, Begleitung der Pflegefamilie
• Fortbildung, Supervision für Pflegefamilien
• Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie (das Pflegekind betreffend)
Das können unverheiratete, verheiratete, gleichgeschlechtliche Paare und Einzelpersonen sein.
Sie sollten sich auf ein fremdes Kind einstellen können, ihm Zuwendung geben können, um die Trennung von den Eltern zu bewältigen. Sie sollten ihm mit Verständnis und Toleranz begegnen, da es oft nicht nachvollziehbares Verhalten zeigt. Und Sie sollten ihm Bindungs- und Beziehungsangebote machen, auch wenn die Dauer des Pflegeverhältnisses am Anfang nicht immer klar ist, und es so annehmen können, wie es ist.
Sie sollten sich auf das Thema „Kind mit zwei Familien“ einlassen können und sich dadurch neuen Erfahrungen öffnen und Veränderungen stellen.
Sie sollten bereit sein, die Aufgabe von „öffentlicher Erziehung“ in Ihrem privaten Lebensraum zu übernehmen und mit den Herkunftseltern und verschiedenen Fachkräften zusammenzuarbeiten.
Vor allem: Sie sollten bereit sein, sich in einem Vorbereitungs- und Überprüfungsprozess intensiv mit Fragestellungen rund um die Themen „Pflegekind – Pflegefamilie“, eigene Kompetenzen und Ressourcen, Motivation, eigene Lebenserfahrungen etc. auseinander zu setzen.

Fahrverbindungen
Bus-Haltestellen:
Waldemarstr./Adalbertstr.:
140
Mariannenplatz:
140
Heinrich-Heine-Platz:
147