Bekommen Sie, was Sie verdienen?
Zum 23. März 2012, dem Tag an dem die Frauen in Deutschland das durchschnittliche Jahreseinkommen der Männer im Jahr 2011 erreicht haben, rufen der Bezirksbürgermeister Franz Schulz und die Gleichstellungsbeauftragte
Petra Koch-Knöbel Unternehmen im Bezirk auf, Frauen an diesem Tag einen Rabatt von bis zu 23 % einzuräumen.
Die Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland liegen seit Jahren nahezu unverändert bei 23 %. Frauen verdienen in Deutschland demnach durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer.
Damit ist Deutschland eines der Schlusslichter im europäischen Vergleich und belegt nach Ländern wie Spanien und Irland den siebt letzten Platz.
Eine der ältesten Forderungen „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist in Deutschland nach wie vor nicht eingelöst. Und das, obwohl Frauen bei den Bildungsabschlüssen die Nase vorn haben.
Frauen fehlen in bestimmten Berufen, Branchen und sind deutlich seltener in den Spitzenpositionen vertreten.
Immer noch sind es vor allem Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Die typisch weiblichen Biografiemuster mit ihren geschlechtsspezifischen Übergangs- und Wiedereinstiegshemmnissen sind geprägt von Hemmnissen bei der Karrierelaufbahn und massiven Einbußen in der Lohn- und Einkommensentwicklung.
Hinzu kommen die traditionell schlechter bewerteten und demzufolge auch schlechter dotierten typischen Frauenberufe und die oftmals prekäre Ausgestaltung von Tätigkeiten und Berufen.
Das alles führt zu einer arbeitsmarktpolitischen Segregation, die sich wiederum auf die statistisch messbare Entgeltlücke auswirkt.
Erst am 23. März diesen Jahres haben Frauen durchschnittlich so viel verdient wie Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres.
Um auf diese Unterschiede öffentlich aufmerksam zu machen und Frauen zu mobilisieren, gibt es seit 2008 auch in Deutschland den Equal Pay Day, den Tag der Lohngerechtigkeit. In diesem Jahr wird es bundesweit am 23. März vielfältige Aktionen und Veranstaltungen zum Thema geben.
In Berlin rufen die bezirklichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Kooperation mit dem FrauenComputerZentrum e.V. und dem Business and Professionell Women Germany - Club Berlin, Unternehmen, Geschäfte, Restaurants, Cafe’s dazu auf, Frauen am 23. März einen Rabatt von bis zu 23 Prozent einzuräumen. Jedes Unternehmen kann selbstverständlich selbst entscheiden, auf welches Produkt ein Rabatt bis zu 23 Prozent gewährt werden soll. Das Bezirksamt veröffentlicht die Unternehmen, die sich an dieser Aktion beteiligen wollen auf der bezirklichen Homepage und selbstverständlich werden die Unternehmen auch auf der entsprechenden Homepage www.23-prozent.de
aufgeführt.
In anderen Städten, wie Mannheim und Trier ist diese Aktion im letzten Jahr sehr erfolgreich sowohl für die Frauen, als auch für die Unternehmen gelaufen.
Außerdem rufen die Akteurinnen und Akteure des Equal Pay Day Frauen zur aktiven Beteiligung auf, indem sie am 23. März mit roten Taschen auf die roten Zahlen in ihren Geldbörsen aufmerksam machen.
Das Motto unserer Aktion lautet:
Arbeiten für einen Lohn, der sich lohnt und ein Einkommen zum Auskommen, damit Frauen endlich bekommen, was sie verdienen.







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