Drucksache - DS/0489/V  

 
 
Betreff: Sturmschäden durch "Xavier" am 05. Oktober 2017
Status:öffentlich  
 Ursprungaktuell
Initiator:SPDSPD
Verfasser:Forck, SebastianForck, Sebastian
Drucksache-Art:Mündliche AnfrageMündliche Anfrage
Beratungsfolge:
BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Vorberatung
11.10.2017 
Öffentliche Sitzung der BVV Friedrichshain-Kreuzberg beantwortet   

Beschlussvorschlag

Ich frage das Bezirksamt:

  1. Wie viele Bäume wurden im Bezirk durch den Sturm „Xavier“ am
    05. Oktober 2017 beschädigt?
     
  2. Welche Arten von Beschädigungen und in welcher Häufigkeit sind durch den Sturm verursacht worden?
     
  3. Welche Kosten sind voraussichtlich durch den Sturm „Xavier“ entstanden?

Nachfragen:

  1. In welcher Art und Weise bzw. in welchem Umfang kann das Bezirksamt Schäden an Bäumen durch Stürme minimieren und Ersatzpflanzungen realisieren?
     
  2. Welche Möglichkeiten sieht das Bezirksamt, durch die Verwendung robusterer Baumarten Schäden zu minimieren?

 

 

Beantwortung: BezStR Herr Schmidt

 

zu Frage 1: Die Erhebung ist noch nicht beendet. Nach derzeitigen Erkenntnissen dürfte es sich um mehrere 100 betroffene Bäume handeln.

 

zu Frage 2: Da die Erhebung noch nicht beendet ist, kann auch noch keine Auswertung vorliegen. Das Schadensspektrum reicht von abgeknickten Zweigen, Ästen über abgerissene Kronenteile bis hin zu abgebrochenen oder entwurzelten Bäumen.

 

zu Frage 3: Auch hier, da die Erhebung noch nicht beendet ist, kann auch noch keine Kostenermittlung vorliegen. Die Neugierde kann ich aber verstehen.

r die Beseitigung der Gefahren ist von einer Kostengrößenordnung im höheren fünfstelligen bis vielleicht sechsstelligen Bereich auszugehen. Der monetäre Wertverlust der betroffenen Bäume dürfte allerdings deutlich höher liegen, ebenso der Aufwand für Ersatzpflanzungen. Zusammen dürfte hierfür eine Summe von voraussichtlich über 1 Mio. EUR zusammenkommen.

 

zu Nachfrage 1: Eine erfolgsversprechende Strategie können wir wenige Tage nach dem Ereignis nicht aus dem Hut zaubern. Ersatzpflanzungen werden narlich eingeplant so wie sie auch in anderen Zusammenhängen erfolgen.

 

zu Nachfrage 2: Das wäre derzeitig reine Spekulation, da von dem Sturm viele Baumarten betroffen sind und keineswegs nur sogenannte Weichholzbaumarten wie Pappel und Weide zum Beispiel. Ob ein Baum zu Schaden gekommen ist oder nicht, dürfte in erster Linie von der sehr lokalen Verwirbelung der Luftmassen und möglicherweise noch von den örtlichen Bodenverhältnissen abhängig gewesen sein und nicht von der Baumart. Nur so lässt sich erklären, dass nahezu identisch gewachsene Bäume derselben Art mal keinen Schaden erlitten haben und ein paar Schritte weiter umgekippt oder abgebrochen sind.

 

Herr Schwarze: Es wurde ja jetzt erzählt, wie viele Bäume betroffen sind in etwa und der Schaden, wie hoch der sein könnte. Mich würde jetzt ganz naiv gesprochen interessieren, ich bin selber kein Haushaltspolitiker und auch kein Fachpolitiker aus dem Bereich Umwelt und Grünflächen, wer zahlt denn am Ende diesen Schaden? Muss der Bezirk das aus seinem Budget nehmen, ist da schon klar, ob es da vom Land was gibt oder gibt es andere Möglichkeiten, die mir jetzt gerade nicht einfallen? Vielleicht können Sie ja da noch kurz was zu sagen und etwas Licht ins Dunkle bringen, weil das ja durchaus eine relevante Frage ist, wann denn dann … wir auch mit Nachpflanzungen rechnen können.

 

zu Nachfrage 3/BezStRin Frau Herrmann: Also ich kann Ihnen jetzt nicht sagen …, ich kann Ihnen einmal sagen, im Haushalt haben wir sowas natürlich nicht vorgesehen. Das ist, denke ich, klar. Wir haben ja auch gerade Haushaltberatungen gemeinsam hinter uns gebracht. Da haben wir ja auch über das Thema Straßen- und Grünflächenamt gesprochen. Also für solche Dinge und das war ja nun auch ein Sturm der besonderen Art, ist das nicht vorgesehen.

Wobei man hier wieder die Brücke schlagen kann zu Frau Jösting zum Thema Klima. Natürlich hat auch der Klimawandel Auswirkungen, nämlich dass extreme Wetterereignisse zunehmen werden. Dazu gehören dann auch extreme Sturmereignisse. Insofern werden wir uns oder vielleicht nicht unbedingt nur wir, aber auch nachfolgende Engagierte hier im Bezirk häufiger vielleicht sogar mit solchen Themen auseinander setzen müssen.

Es ist also so, dass wir im Bezirkshaushalt erst mal dafür jetzt nichts vorgesehen haben. Mir ist derzeit nicht bekannt, dass es auf Landesebene da entsprechende Überlegungen gibt. Ich halte das allerdings für sinnvoll, weil ja nicht nur unser Bezirk mit diesen Größenordnungen betroffen ist, sondern auch entsprechend andere Bezirke und kann dann also nur den Vorschlag hier aufnehmen, dass wir dieses Thema auch auf Landesebene als Bezirke ansprechen müssten und sollten.

Und sonst ist es so, dass es eine Stadtbaumkampagne gibt, ich weiß nicht, ob Sie die kennen, da kann man auch als Bürgerin und Bürger Paten werden und sich beteiligen. Mit einem Betrag von 500 EUR kann man eine Baumpatenschaft übernehmen. Insgesamt einen neuen Straßenbaum zu pflanzen, nageln Sie mich nicht fest, ich konnte jetzt gerade nicht mehr nachgucken, ich glaube, es sind 2.000 EUR, da ist dann auch die Pflege mit inbegriffen und man kann also für 500 EUR eine Baumpatenschaft übernehmen.

Da ist auch unser Bezirk in dieser Straßennachpflanzungsbaumkampagne dabei. Es ist allerdings so, dass es da Phasen gibt und dass dann teilweise auch ganze Straßenzüge nachgepflanzt werden. Wie sich also diese Sturmschäden in die regulären Nachpflanzungsaktionen integrieren lassen, ist, denke ich, auch noch mal eine zentrale Frage, weil das natürlich auch mit zusätzlichen Ressourcen verbunden ist, sowohl was die eigenen Ressourcen anbelangt als auch was die Ressourcen ggf. Dritter anbelangt und dazu hatte der Kollege ja schon einiges ausgeführt.

 

 
 

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