Baumscheibenbegrünung

Baumscheibenbepflanzung
Baumscheibenbepflanzung Bild: Rähm

Neben der Verschönerung der Umgebung kann eine gut ausgeführte Begrünung der Baumscheibe auf vielfache Weise zu einer Standortverbesserung für den Baum führen, z.B. durch zunehmende Wasseranreicherung und Bodendurchlüftung. Begrünungen vermindern auch die Gefahr der Bodenverdichtung durch Betreten oder Befahren der Baumscheibe sowie deren Nutzung als „Hundeklo“ oder Abfalleimer.

+++ Wichtige aktuelle Ergänzung +++
Aktuelle Erkenntnisse belegen aber auch, dass einige mit der Begrünung vorgenommene Maßnahmen gravierende Probleme und Gefahren zur Folge haben können. So ist es bereits zu einem Baumumsturz gekommen, weil die weiter unten genannten Bedingungen nicht beachtet worden sind. Daher muss seitens der Verwaltung die Einhaltung wichtiger Voraussetzungen nunmehr verstärkt kontrolliert werden, um weiteren Baumumstürzen vorzubeugen. Es kann auch erforderlich werden, Begrünungen wieder zu entfernen. Falls der Baumscheibenpate nicht bekannt ist, wird die Begrünung vom Bezirksamt unter Umständen ohne Ankündigung entfernt.

Was ist bei der Bepflanzung und der Pflege einer Baumscheibe unbedingt zu beachten?

Geeignete Pflanzen sind:

  • Frühjahrs- und Sommerblumen
  • Stauden
  • niedrig bleibende Gehölze

Folgende Bedingungen sind bei einer Baumscheibenbegrünung unbedingt einzuhalten:

  • Die Bepflanzung darf zu keinen Behinderungen auf der Straße führen. Daher sind Mindestabstände zu Fahrbahnen und Radwegen einzuhalten. Diese betragen 50 cm zu Fahrbahnen (Bordsteinkanten) und 25 cm zu Radwegen.
  • Damit Baumwurzeln und eventuell vorhandene Versorgungsleitungen, die gelegentlich sehr dicht unter der Erdoberfläche verlaufen, nicht beschädigt werden, ist die Lockerung des Bodens vorsichtig und nicht tiefer als 25 cm vorzunehmen. Die Baumscheibeneinfassung darf dabei nicht gelockert werden.
  • Das Oberflächenniveau der Baumscheibe darf durch das Aufbringen von Substrat auf keinen Fall erhöht werden, da viele Bäume dies nicht dauerhaft verkraften und dadurch sogar absterben können. Außerdem stellt das Aufschütten eine Ordnungswidrigkeit nach der Berliner Baumschutzverordnung dar.
  • Wegen der vorgeschriebenen jährlichen Baumkontrollen ist es wichtig, dass der Stammfuß der Bäume von den Pflanzen nicht verdeckt wird. Daher darf nicht näher als 50 cm an den Baumstamm herangepflanzt werden und der Bewuchs darf nicht den Stammfuß des Baumes verdecken. Auch das Aufstellen von Blumenkübeln, Töpfen oder Balkonkästen auf der Baumscheibe ist nicht zulässig, da dadurch wichtige Bereiche des Stammfußes und flach verlaufende Wurzeln nicht auf ihre Unversehrtheit überprüft werden können. Auch Reste von Fruchtkörpern holzzerstörender Pilze, die ein wichtiges Anzeichen einer bevorstehenden Bruchgefahr sein können, sind dann nicht frühzeitig erkennbar.
  • Das Einschlagen von Bodenhülsen zur Befestigung von Pfosten, Zaunelementen oder Drähten stellt ebenfalls eine große Gefahr für Baumwurzeln und unterirdische Leitungen dar und ist daher absolut unzulässig. Auch wenn dies im guten Glauben beabsichtigt ist, die eigenen Pflanzen so besser schützen zu können, so wäre dieses Handeln dennoch im Einzelfall gegen die Gesundheit des Baumes gerichtet und daher nicht akzeptabel. Die Beschädigung dicker Wurzeln kann kurz- oder langfristig zum Absterben und zum Verlust der Standsicherheit des Baumes führen und einen schwerwiegenden Unfall verursachen. Und falls beim Einschlagen eine Leitung getroffen wird, kann dies lebensgefährliche Folgen haben oder zumindest ein ganzes Haus bzw. ganze Straße von der Stromversorgung oder Telekommunikationsverbindung (einschl. Internet und Kabelfernsehen) abschneiden. Aus Sicherheitsgründen muss auch die Einzäunung die o.g. Mindestabstände (50 cm zu Fahrbahnen und 25 cm zu Radwegen) einhalten. Sie darf auch nicht mit einer Sitzfläche ausgestattet werden.

Hinweis der BSR: Gemäß Berliner Straßenreinigungsgesetz (StrReinG) vom 19.12.1978 in der Fassung vom 02.10.2003 einschließlich des Siebten Gesetzes zur Änderung des Straßenreinigungsgesetzes vom 18.11.2010 ist für die Reinigung der Baumscheiben in Berlin die Berliner Stadtreinigung (BSR) zuständig.
Diese Aufgabe bleibt auch nach der Übernahme der Pflege und Bepflanzung durch Dritte bestehen. Bitte beachten Sie, dass für etwaige Schäden, die durch die Reinigung auftreten können, die BSR nicht haftet. Die BSR-Mitarbeiter bemühen sich aber, gepflegte Baumscheiben auch sorgfältig zu bearbeiten.

Und noch eine wichtige Mitteilung:
Zur Zeit können aus personellen Gründen keine schriftlichen Registrierungen von Baumscheibenpatenschaften entgegen genommen werden.
Auch die Betreuung bestehender Patenschaften ist leider nicht mehr gesichert.