Informationen für Berliner Schulen zu Zwangsverheiratungen in den Sommerferien

Pressemitteilung Nr. 105 vom 27.06.2018

Zwangsverheiratung während der Sommerferien – leider ist dieses Thema für manche Berliner Schüler*innen noch immer aktuell. Welche Hinweise gibt es? Was können Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen tun? Dazu hat der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung eine Reihe von Informationen für die Berliner Schulen zusammengestellt, um Pädagog*innen für das Thema zu sensibilisieren.

Der Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung hat in Kooperation mit BIG e.V die Informationsbroschüre aktualisiert, die u.a. eine Einführung in gesetzliche Bestimmungen zu Eheschließung und Scheidung in ausgewählten Ländern sowie die Grundlagen des Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen, das 2017 beschlossen wurde, beinhaltet.

Dazu zählen Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten, zahlreiche Hilfe- und Beratungsangebote, eine Übersicht über Zufluchts- und Kriseneinrichtungen sowie die Handlungsempfehlung für die Berliner Jugendämter „Intervention bei Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen in traditionell-patriarchalen Familien“.

Der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung hat in „Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung, die es mit allen Mitteln entschieden zu bekämpfen gilt. Es ist wichtig, dass Lehrkräfte und Sozialarbeiter*innen in Berlin für dieses Thema sensibilisiert sind.“, erklärt Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann.

Seit 2011 ist Zwangsverheiratung ein Straftatbestand. Nach einer vom Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung durchgeführten Studie in Berlin 2014 waren ein Drittel der Betroffenen minderjährig und somit im schulpflichtigen Alter. Über 57 Prozent der Zwangsverheiratungen finden im Ausland statt, größtenteils während der Ferien.

Die Broschüre und weiteres Informationsmaterial finden Sie hier.

Ansprechpartnerin
Petra Koch-Knöbel
Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

Telefon: (030) 90298-4111/-4109
E-Mail: petra.koch-knoebel@ba-fk.berlin.de