Peer-Projekt: Brückenschlag in die Suchthilfe

Pressemitteilung Nr. 144 vom 09.10.2017

Am 12. Oktober um 13 Uhr würdigen die Gesundheitsstadträte von Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg das ehrenamtliche Engagement von Geflüchteten für Geflüchtete in der Suchthilfe. Die Ehrung findet im feierlichen Rahmen im Rathaus Neukölln im BVV-Saal statt.

Die geschulten Peers setzen sich für geflüchtete Menschen ein, die Probleme mit Drogen oder Alkohol haben und ebnen den Weg in die Suchtberatungsstellen. Sie informieren vor Ort in Not- und Gemeinschaftsunterkünften über Risiken des Suchtmittelkonsums und begleiten bei Bedarf in die bezirklichen Suchtberatungsstellen. Die Peers sind ein wichtiges Bindeglied, um die gesundheitliche Versorgung geflüchteter Menschen zu gewährleisten, die aufgrund unterschiedlichster Zugangs-barrieren vom Suchthilfesystem häufig nicht erreicht werden.

Das Projekt wurde von den Suchthilfekoordinatoren und Suchthilfekoordinatorinnen der drei Bezirke initiiert und in Kooperation mit IBBC e.V., MINA e.V., Notdienst Berlin e.V. und vista gGmbH entwickelt und umgesetzt. Die Inhalte der Schulung wurden gemeinsam mit den Peers in einem interkulturellen und partizipativ ausgerichteten Dialog erarbeitet. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Masterplans für Integration und Sicherheit.

Die Gesundheitsstadträte freuen sich sehr, dass es gelungen ist, dieses Projekt gemeinsam auf den Weg zu bringen.

Knut Mildner-Spindler (Friedrichshain-Kreuzberg): „Aus meiner Sicht birgt dieses Projekt eine große Chance, durch neue Kooperationen und Herangehensweisen einen interkulturellen Dialog zu fördern, der dazu beiträgt, die bestehenden Regelangebote weiter zu entwickeln. Wir brauchen solche kreativen Ansätze für eine gelingende Integration“.

Falko Liecke (Neukölln): „Das Peer-Projekt ist ein außergewöhnliches Projekt, weil es über die Bezirksgrenzen hinaus wirkt. Ein gutes Beispiel dafür, dass die aktuellen Herausforderungen, die sich aus Krieg und Flucht ergeben, nicht nur angenommen werden müssen, sondern auch gemeistert werden können“.

Oliver Schworck (Tempelhof-Schöneberg): „Mittlerweile ist klar, dass viele geflüchtete Menschen aufgrund ihrer Erfahrungen auf der Flucht und den aktuellen Lebensumständen zu Alkohol oder anderen Drogen greifen. Je früher es gelingt, sie zu erreichen, desto größer sind die Chancen für eine gesundheitliche und gesellschaftliche Integration“.

Ansprechpartner
Knut Mildner-Spindler
Stellvertretender Bezirksbürgermeister
Bezirksstadtrat für Arbeit, Bürgerdienste, Gesundheit und Soziales

Telefon: (030) 90298-2601
Mobil: 0152-22799436
E-Mail: stadtrat.mildner-spindler@ba-fk.berlin.de