Großer Andrang beim Film- und Diskussionsabend „The true cost – der wahre Preis für billige Mode“

Pressemitteilung vom 13.02.2017

Fast 200 Personen strömten am Dienstagabend zum öffentlichen Film- und Diskussionsabend „THE TRUE COST – der wahre Preis für billige Mode“ ins Moviemento Kino am Kottbusser Damm in Kreuzberg. Der Andrang zeigt das große Interesse an den unglaublichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt, die sich hinter den Shoppingmeilen unter dem Stern der „Fast Fashion“ – der „schnellen Mode“ von Primark, H&M und Co verstecken.

Der Film handelt von unseren Kleidern und den Menschen, die sie machen. Aber es geht auch um die Umweltzerstörung, die mit der Massenproduktion und Ausbeutung einhergeht. Regisseur Andrew Morgan porträtiert die bengalische Näherin Shima, die für eine bessere Zukunft ihres Kindes schuftet. Der Preis dafür: Sie kann ihre Tochter nur zwei Mal im Jahr sehen.

The True Cost zeigt, welche Auswüchse das globalisierte Wirtschaftssystem hat: ätzende gerbstoffverseuchte Flüsse, ausgelaugte, vergiftete Böden, auf denen keine Baumwolle mehr wächst, Gensaatgut, das verschuldete Kleinbäuer*innen in den Selbstmord treibt, Mütter, deren Kinder schon krank auf die Welt kommen.
Morgan nimmt das Publikum mit auf glamouröse Laufstege und in absolute Armutsviertel und sucht nach einer fundierten Antwort auf die Frage, wer den wahren Preis für unsere Kleidung zahlt.

In einer anschließenden Diskussion präsentierten sich der in Kreuzberg ansässige Laden für faire Mode Supermarché und das Label Jyoti – Fair Works, die Alternativen zur Fast Fashion bieten. Sie kennen die gesamte Wertschöpfungskette ihrer Kleidungsstücke und berichteten über deren faire und ökologische Produktion.
Zusätzlich stand Parag Chatruverdi, Gründer des indischen Fair Fashion Unternehmens Fair & Organic dem bunt gemischten Publikum für Fragen zur Verfügung und erläuterte, wie sein Unternehmen zum Beispiel direkt mit Schüler*innenfirmen zusammenarbeitet und faire Mode in die Schulen bringt.

Da nicht alle Interessierten im überfüllten Kinosaal Platz fanden, will die Steuerungsgruppe „Friedrichshain-Kreuzberg wird fair!“ den Film im Sommer dieses Jahres noch einmal in einem bezirklichen Kino zeigen.

Kontakt:
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Helena Jansen, Koordination bezirkliche Entwicklungspolitik
Frankfurter Allee 35/37
10247 Berlin
Tel.: 030-90298-4768, Fax: 030-90298-4182