Hohe Wertschätzung der Bibliotheken in Friedrichshain-Kreuzberg – Nutzerinnen und Nutzer wünschen sich längere Öffnungszeiten und mehr Platz zum Lesen und Arbeiten

Pressemitteilung vom 29.08.2014

Der digitale Wandel in der Medienlandschaft tut der Beliebtheit der Öffentlichen Bibliotheken in Friedrichshain-Kreuzberg keinen Abbruch – im Gegenteil: Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer erneut gestiegen, parallel dazu gab es wesentlich mehr Entleihungen als 2012. Eine von den Berliner Öffentlichen Bibliotheken in Auftrag gegebene repräsentative Studie zeigt, was die Bürgerinnen und Bürger des Bezirks an ihren Bibliotheken schätzen – und was sie sich anders wünschen.

Rund 16.000 Berlinerinnen und Berliner wurden bislang im Rahmen der Studie befragt, 999 davon persönlich in den Bibliotheken des Bezirkes. Gerade hier sind die Ergebnisse positiv: Über 90 Prozent der Befragten zeigen sich mit ihrer Bibliothek generell sehr zufrieden oder zufrieden, im Einzelnen gilt dies sowohl für das Medienangebot, die Räumlichkeiten als auch für die Betreuung durch das Fachpersonal vor Ort. Insbesondere die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden mit Bestnoten bewertet. Rund 60 Prozent der befragten Nutzerinnen und Nutzer wünschen sich eine Erweiterung der Öffnungszeiten, um die Bibliotheksbesuche besser mit ihren Arbeitzeiten vereinbaren zu können.

Dass die Öffentlichen Bibliotheken heute weit mehr sind als nur Entleihstation für Medien, spiegelt sich in den Ergebnissen der Befragungen ebenfalls wider: Für mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer sollen sie nicht nur ein guter Ort zum Lernen oder Arbeiten, sondern auch Begegnungs- und Erholungsort sein. Viele Nutzer wünschen sich mehr Platz zum konzentrierten Arbeiten, für die stille Lektüre oder eine Cafeteria, wie es sie bislang nur in der Bezirkszentralbibliothek „Pablo Neruda“ (Frankfurter Allee) gibt.

Fast alle vor Ort Befragten teilen die Vision einer Öffentlichen Bibliothek, die allen Bürgern freien Zugang zu Information, Kommunikation, Bildung und Medien ermöglicht – begleitet durch kompetentes Personal. Weitaus überraschender ist da jedoch ein Ergebnis der berlin-weiten Telefonbefragung: Selbst 90 Prozent der Nicht-Nutzerinnen und Nicht-Nutzer sind überzeugt, dass Öffentliche Bibliotheken heute gebraucht werden.

Hintergrund

Das Projekt „Nutzungsmonitoring in Bibliotheken“ (NuMoB) wurde im August 2012 von den Öffentlichen Bibliotheken Berlins initiiert, um deren Akzeptanz durch die Bürgerinnen und Bürger zu verstehen, Verbesserungswünsche in Erfahrung zu bringen und mehr über die soziodemografischen Hintergründe der Bibliotheksnutzenden bzw. Nicht-Nutzerinnen und –Nutzern zu erfahren. Die Ergebnisse sollen in einem nächsten Schritt mittelfristig zu einer zielgerichteten Anpassung der Dienstleistungen und Angebote beitragen.

Im Rahmen des Monitorings wurden im Herbst 2013 landesweit rund 13.000 Nutzerinnen und Nutzer über 14 Jahren persönlich vor Ort (davon 999 in Friedrichshain-Kreuzberg) und über 2.000 Berlinerinnen und Berliner telefonisch über ihre Einstellung zu den Angeboten und Dienstleistungen der Bibliotheken befragt. Auch auf der Website des Berliner Bibliotheksverbundes VOEBB war eine Teilnahme an der Befragung möglich. Rund 33 Prozent der Berlinerinnen und Berliner haben demnach innerhalb der letzten 12 Monate eine der Öffentlichen Bibliotheken besucht, der Anteil der Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer an der Bevölkerung insgesamt (inkl. der Hochschulbibliotheken etc.) liegt bei rund 44 Prozent.

Eine zweite Welle der Nutzerbefragung startet im 4. Quartal 2014.

NuMoB wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie können auf der Internetseite des VOEBB (www.voebb.de) unter Informationen / Projekte oder unter http://numobberlin.wordpress.com/ nachgelesen werden.

Die Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg verfügt über fünf Standorte mit unterschiedlichen Profilschwerpunkten, der aktuelle Medienbestand umfasst insgesamt rund 255.000 Titel (deutsch- und fremdsprachige Bücher, Musik-CDs und Hörbücher, DVDs etc.). Rund 34.000 Einwohnerinnen und Einwohner sind aktive Nutzer des bezirklichen Bibliotheksangebotes, darunter über 8.000 Kinder und Jugendliche. Die Zahl der Medienentleihungen ist 2013 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf über 1,5 Million gestiegen.

Die meisten Nutzerinnen und Nutzer der Öffentlichen Bibliotheken des Bezirks (51 Prozent) sind zwischen 30 und 49 Jahre alt – insgesamt ist das Publikum deutlich jünger als im Berliner Durchschnitt. Knapp über 60 Prozent der Besucherinnen und Besucher ist weiblich, mehr als die Hälfte (54 Prozent) sind berufstätig, 51 Prozent verfügen über ein abgeschlossenes Studium. Ein Drittel (33 Prozent) der Nutzerinnen und Nutzer der Bezirksbibliotheken hat einen Migrationshintergrund.

Kontakt:
Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg
Mail: info@stadtbibliothek-fk.de