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Vivre entre les Charentonnais

Charenton, Hotel de Ville
Bild: Anke Penski-Ghani

Die erste Woche ist inzwischen vergangen und ich habe bereits viel mitgenommen über die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Service Médiation-Prévention. Der Zugang zu den Angeboten ist sehr niedrigschwellig, die Jugendlichen können innerhalb der Öffnungszeiten kommen wann sie möchten, sofern sie sich einmalig registriert haben und sich an die Hausordnung halten. Ein großes Thema hier ist das Suchen und Finden von Ausbildungsplätzen und Praktikastellen, da viele der jugendlichen Klienten bereits mit dem “bac”, also dem Pendant zum deutschen Abitur, fertig sind oder aus anderen Gründen nicht mehr zur Schule gehen. Die Mitarbeiter stehen dabei stets für Gespräche zur Verfügung und geben Ratschläge, bspw. beim Schreiben der Bewerbungen.

Auch das Thema Radikalisierung wird hier offen angesprochen. Meine Aufgabe in dieser Woche ist es, das Kommunikationskonzept für eine geplante Veranstaltung zu diesem Thema festzuhalten. Dies ist zunächst eine kleine Herausforderung, die ich dank “leo” jedoch ganz gut meistere.

Um den Kollegen auch meinen Arbeitsbereich zuhause etwas näher zu bringen, habe ich eine Präsentation über den Bezirk und das Programm Soziale statt vorbereit – natürlich ebenfalls auf Französisch. Es läuft außeroredentlich gut; ich merke, dass mir die Sprache jeden Tag ein bisschen leichter fällt.

Tatsächlich fällt uns bei der Präsentation auch gleich eine Gemeinsamkeit der Orte auf. So, wie die U-Bahnlinie 1 den Kiez um das Kottbusser Tor, eines “meiner” Quartiersmanagmentgebiete, in eine Süd- und eine Nordhäflte teilt, ist es in Charenton-le-Pont die Bahn, die die Stadt in ein gut situiertes Charenton-Haute (oben) und ein eher industriell geprägtes Charenton-Bas (unten) teilt. Wenn auch nur wenige Gehminuten entfernt, bleiben die Jugendichen gerne jeweils auf ihrer Seite.

Anke Penski-Ghani