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Xhainerin des Monats: die Stockente

19.02.2021

Xhainerin des Monatds: die Stockente
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

In Friedrichshain-Kreuzberg leben nicht nur über 290.000 Menschen. Es gibt auch eine Menge Wildtiere, die sich bei uns im Bezirk wohlfühlen. Daher möchten wir im Bezirksticker jeden Monat eine*n tierische*n Einwohner*in vorstellen. Den Anfang macht die Stockente.

Die wilden „Rummelsburger“- oder „Spree“- Stockenten, wissenschaftlicher Name: Anas platyrhynchos, sind eine Stammform der Hausente und machen an der Bezirksgrenze keinen Halt. Der Erpel besticht von Oktober bis April durch sein Prachtkleid mit schillernd grünem Kopf und weißem Halsring. Die Weibchen sind braun gefleckt und gestrichelt. Ihre Brutplätze, mitunter mit mehreren Nestern nebeneinander, finden die Paare an Gewässern im Röhricht, im Gebüsch, in Baumhöhlen und in der Stadt auch an Gebäuden. Sie können bis zu 20 Jahre (!) alt werden. Häufig handelt es sich bei den „wilden“ Stockenten um Bastardisierungen mit anderen wilden Entenarten und Hausenten.

Unsere Stadtenten fressen gerne Pflanzen von Ufer und Land, Wasserpflanzen, Sämereien, Beeren, Früchte. Aber auch tierische Nahrung wie Frösche, Schnecken, Würmer, Laich, Larven und sogar kleine Fische stehen auf ihrem Speiseplan.

Enten und ihr Nachwuchs in der Stadt

Die Stockente baut ihr Nest traditionell an den Stöcken zurückgeschnittener Weiden. Die zunehmende Bebauung, der Verlust von natürlichen Schilfgürteln an Berliner Gewässern und massive Störungen, beispelsweise freilaufende Hunde, machen die einfallsreichen baldigen Entenmütter zu gut getarnten gefiederten Hausbesetzerinnen.

Schon so manche*r Berliner*in wurde auf dem Balkon oder Flachdach von einer Familie überrascht. Das vermeintlich sichere Heim bringt frisch geschlüpfte Entenküken in luftiger Höhe oftmals in Gefahr, da sie zwar gleich nach der Geburt schwimmen, aber noch nicht fliegen können und die Mutter sie innerhalb von 48 Stunden ins nächste Gewässer führen will.

Damit die kreativen Stadtenten nicht noch auf den Kopf fallen, hat die Wildvogelstation des NABU Berlin zur Rettung ein “Ententaxi” ins Leben gerufen. Sobald die Küken geschlüpft sind, kann das Team die ganze Entenfamilie an ein “kinderfreundliches” Gewässer umsiedeln.

Wer eine brütende Entenmutter auf seinem*ihrem Balkon entdeckt, kann sich hier informieren, sich telefonisch unter 030- 54712892 beraten lassen oder schickt eine Mail an wildvogelstation@nabu-berlin.de.

Bitte nicht füttern!

Gerade im Winter wollen viele Spaziergänger*innen den Enten etwas Gutes tun und mit Brot, Brötchen oder Keksen an Teichen und Kanälen zu verwöhnen. Davon wird dringend abgeraten. Backwaren sind ist als Futter für Enten ungeeignet. Das Brot quillt im Entenmagen auf und enthält zudem zu viel Salz, das den Stoffwechsel der Tiere durcheinanderbringt und langfristig zum Tod führen kann.

Das Füttern hat auch negative Auswirkungen auf die Stadtnatur. Durch die Brotkrumen werden auch andere Tiere wie Stadttauben und Wanderratten angelockt, was natürliche Lebensgemeinschaften durcheinanderbringt. Auch die Gewässer leiden unter den nicht verzehrten Brotresten. Das Brot sinkt auf den Grund der Teiche und Kanäle und heizt so die Neubildung von Algen an, die dem Wasser lebensnotwendigen Sauerstoff entziehen.

Auch wenn es eine schöne Tradition ist, gemeinsam mit Kindern im Park Enten zu füttern, schadet sie den Vögeln am Ende mehr, als dass sie hilft. Das Bezirksamt bittet die Bürger*innen daher, vom Füttern der Enten abzusehen.